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Morgengruß von Helmut Harff: Männerbild

Bei der SPD scheint das schief zu hängen

SPD-Bundesjustizminister Heiko Maas will den sogenannten Mordparagrafen reformieren. Begriffe wie Mörder oder Totschläger sollen aus dem Gesetz verbannt werden. Geplant ist auch, dass Mord nicht zwangsläufig mit einer lebenslangen Haftstrafe sanktioniert wird.

Das begründet der SPD-Mann unter anderem damit, dass der sogenannte „Haustyrannenmord” aktuell noch mit lebenslanger Haft bestraft wird. Unter „Haustyrannenmord” wird landläufig die Tötung eines Ehemannes durch dessen Frau verstanden, die zuvor jahrelang gequält und misshandelt wurde. Der Minister und seine Vor- und Nachbeter gehen nun davon aus, dass die "schwache" Frau ihren körperlich überlegenen Mann nur im Schlaf oder mit Gift ermorden kann. Das nennt man heimtückisch und wird jetzt mit "lebenslang" bestraft.

Was ist das für ein Männerbild in der SPD, in der Politik? Scheißkerle kann man also ermorden? Bekloppte Ehemänner, die Frauen schlagen und quälen sind so minderwertig, das ihr Tod nicht so hart sanktioniert werden muss, wie jeder andere Mord. Haben Frauen - oder gequälte Männer - keine anderen Chancen in diesem Land, ihrem Tyrannen oder ihrer Tyrannin zu entkommen? Sollte man nicht eher häusliche Gewalt besser, schneller und effektiver verfolgen und sanktionieren? Mord als Ausweg, wenn er von unterdrückten Frauen verübt wird?

Ahnt Heiko Maas eigentlich, welche Büchse der Pandora er da öffnet? Was ist mit Eltern, die von ihren pubertierenden Kindern gequält und auch körperlich angegriffen werden? Was ist mit massivsten und jahrelangen Mobbing, was ist mit Chefs, die Mitarbeiter extrem drangsalieren, beispielsweise zu sexuellen Handlungen zwingen? Was ist mit Nachbarn, mit Vermietern, die einen über Jahre das Leben zur Hölle machen? Darf man die meucheln und auf ein mildes Urteil hoffen? Was ist mit Kindern, die missbraucht werden, was mit Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden? Dürfen die ihre Peiniger umbringen und auf eine relativ kurze Haftstrafe hoffen?

Mord bleibt Mord. Daran ändert sich auch nichts, wenn das entsprechende Gesetz aus der Nazizeit stammt. Klar kann man es reformieren, aber nicht mit der Begründung auf den Tyrannenmord mit explizierten Hinweis auf männliche Tyrannen. So ein Gesetz kann die Tötung von Männern, die ihre Ehefrau quälen, nicht weniger stark unter Strafe stellen, wie andere heimtückische Tötungen.

Wer kommt eigentlich auf die Idee, dass tyrannische Männer den gequälten Frauen immer körperlich überlegen sind? Was sind das für unsägliche Klischees? Um auf den Anfang noch einmal zurück zu kommen: Welches Männerbild geistert da durch die Köpfe unsere Politiker? Ich habe niemand aus der Bundesregierung gehört, der der Begründung „Haustyrannenmord”  widersprochen hat. Wie unsinnig diese Begründung ist, zeigt sich im Übrigen auch daran, dass man im Zusammenhang von „Haustyrannenmord” immer von Ehefrauen redete. Was ist mit Lebensgefährtinnen? Muss man demnächst verheiratet sein, um zukünftig auf eine geringere Haftstrafe nach dem „Haustyrannenmord” rechnen zu können?

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück, gemeinsam mit einem Menschen den Sie lieben und ehren.

 


Veröffentlicht am: 30.06.2015

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