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Aufgespießt: Hauptstadt oder Provinz

Ein Berliner auf dem Land

(Helmut Harff / Chefredakteur) In Berlin brummt der Bär, Berlin ist Tag und Nacht geöffnet und jeder, der etwas auf sich hält hat mindestens dort noch einen Koffer und muss immer wieder hin. Berlin das ist der deutsche, das ist einer der europäischen HotSpots, Berlin ist meine Geburts- und Heimatstadt.

Keine Frage ich liebe Berlin und wie (fast) jeder Berliner meckere ich tagtäglich über diese Stadt. So sind wir Berliner. Ich liebe die Stadt wegen ihrer Vielfalt, ihre Angebote, ihre Möglichkeiten, manchmal für ihre Menschen und auch immer wieder für ihr Nahverkehrsnetz - wenn es dann funktioniert.

In Berlin kann man rund um die Uhr in die Kneipe gehen, um 17 Uhr frühstücken und schon am Vormittag ein klassisches Konzert besuchen. Man trifft um 3 Uhr nachts Menschen aus allen Nationen und um 7 Uhr früh all die Menschen, die zur Arbeit strömen oder aus den Clubs nach Hause fahren.

In ganz Berlin? Früh um 3 Uhr in Friedrichshagen, dem kleinstädtischen Ortsteil am Müggelsee mit seinen 12.600 Einwohnern trifft man niemanden an. Da sind, wie der Berliner so schön sagt, die Bürgersteige hoch geklappt. Nicht viel anders sieht es in Baumschulenweg aus, auch wenn hier 17.600 Menschen wohnen. Auch der Ortsteil Lichtenrade mit seinen immerhin 50.000 Einwohnern ist nicht das, was sich ein Tourist unter dem HotSpot Berlin vorstellt.

Und in der Provinz? Da brummt bekanntlich nicht der Bär, es sei denn man feiert wie gerade die Lausitzstadt Forst seine Gründung vor 750 Jahren. Ganz so krachen wie einst Ost-Berlin bei seinem 750-jährigem Jubiläum lässt man es in Forst dieses Jahr nicht. Vor allem an diesen Wochenende geht es hier richtig ab. "Schuld" daran sind weniger irgendwelche Behörden, sondern die Forster. Die wollen feiern und tun dafür viel.

Und sonst? Vergleicht man die Veranstaltungskalender der Berliner Ortsteile Friedrichshagen, Baumschulenweg oder Lichtenrade mit beispielsweise dem von Forst, so braucht sich die Provinzstadt an der polnischen Grenze nicht zu verstecken. Ich bin mir sicher, dass Forst eher typisch für die deutsche Provinz ist.

Klar, kann ich von den Berliner Ortsteilen schnell die City, die angesagten Ecken Berlins erreichen. Klar bin ich schnell da, wo der Bär steppt, wo ich im Bistro frühstücken, beim Nobel-Italiener zu Mittag essen und abends im Zwei-Sterne-Restaurant dinieren kann. Schließlich ist Berlin eine Großstadt, die Großstadt schlechthin.

Will ich beispielsweise hier in Forst ins Theater, ins Kabarett, in Ausstellungen, in Galerien, so führt der nächste Weg nach Cottbus, die ehemalige DDR-Bezirkshauptstadt. Das sind nur rund 25 Kilometer - eine lächerliche Entfernung in der Hauptstadt. In der Provinz sind 25 Kilometer auch nicht länger als in Berlin, nur kann man die nur im eigenen Auto überwinden. Hier hängt die Provinz überall den Ballungszentren hinterher. Das muss sich ändern, beziehungsweise muss der Zustand wieder hergestellt werden, als die Bahn auch in der Fläche ihren Auftrag - Menschen und Güter zu transportieren - ernst genommen hat.

Ich liebe es, in dem quirligen Berlin und in der Provinz zu leben. Ich werde damit meinem Berlin nicht untreu, erweitere nur meinen Horizont. Der ist in der Lausitz sehr weit.

 


Veröffentlicht am: 13.07.2015

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