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Hänsel und Gretel

In seiner Inszenierung Hänsel und Gretel beleuchtet Johannes Felsenstein Engelbert Humperdincks Oper als ein Werk, das durch die sozialkritische Refl exion, den Rückgriff auf Archetypen und auf kulturelles Erbe nicht nur die Atmosphäre seiner Zeit traf, sondern Fragen aufwirft, die auch über das 20. Jahrhundert hinaus bis in
unsere heutige Zeit brisant geblieben sind.

Eine Oper, die uns dazu anregt, mit Gedenken und Gedächtnis, mit Erinnerung und Geschichte im Blick auf jene umzugehen, die auch heute in schweren Zeiten als Schwächste die größte Last zu tragen haben – die Kinder.

Hänsel und Gretel wurde am 23. Dezember 1893 in Weimar unter Richard Strauss als Dirigent das erste Mal aufgeführt. Die Oper gehört heute zum häufig gespielten Repertoire von Opernhäusern und wird besonders gerne in der Adventszeit aufgeführt.

Hänsel und Gretel in Dessau

In seiner Inszenierung Hänsel und Gretel beleuchtet Johannes Felsenstein Engelbert Humperdincks Oper als ein Werk, das durch die sozialkritische Reflexion, den Rückgriff auf Archetypen und auf kulturelles Erbe nicht nur die Atmosphäre seiner Zeit traf, sondern Fragen aufwirft, die auch über das 20. Jahrhundert hinaus bis in unsere heutige Zeit brisant geblieben sind.

Die Quelle für Engelbert Humperdincks Oper war das Märchen „Hänsel und Gretel“ in der Fassung von Ludwig Bechstein. Im Gegensatz zu den Märchen-Kunstfiguren der Grimmschen Niederschrift zeigt Bechstein Menschen mit Gefühlen, Sehnsüchten und Ängsten. Bei ihm wird der Leser zum ersten Mal mit dem Realismus einer ausweglosen familiären Situation konfrontiert. Bechstein beschreibt das soziale Elend in seinem Ausmaß und seiner Konsequenz. Hunger und Tod bestimmen das Leben der Kinder.

Hänsel und Gretel sind bedauernswert arme Kinder, die in einem trostlosen und gewalttätigen Elternhaus aufwachsen. Wie alle Kinder sehnen auch sie sich nach Harmonie und Geborgenheit bei Mutter und Vater, doch leider können sie dieses Gefühl nur in ihrer Phantasie fi nden. In ihren Wunschträumen überschreiten sie die Grenze zwischen Realität und Irrealität, begeben sich in märchenähnliche Erlebniswelten und haben Visionen von einem besseren Leben aller Kinder. Hier erscheinen ihnen die Eltern so, wie sich jedes Kind seine Eltern erträumt – als positive Helden, als umsorgende, gute, liebende Menschen. Schließlich wachen Hänsel und Gretel unter einem Weihnachtsbaum auf. Dort entdecken sie ein Knusperhäuschen. Wie jedes Spielzeug offenbart und steigert auch dieses Häuschen seine Geheimnisse in der Imagination: die Kinder spielen das Märchen von Hänsel und Gretel, der Vater wird zum Darsteller der Hexe. Angst und Neugier, Wissen und Ahnen mischen sich in kindlicher Entdeckungslust.

In seiner Inszenierung Hänsel und Gretel beleuchtet Johannes Felsenstein Humperdincks Oper als ein Werk, das durch die sozialkritische Refl exion, den Rückgriff auf Archetypen und auf kulturelles Erbe nicht nur die Atmosphäre seiner Zeit traf, sondern Fragen aufwirft, die auch über das 20. Jahrhundert hinaus bis in unsere heutige Zeit brisant geblieben sind. Eine Oper, die uns dazu anregt, mit Gedenken und Gedächtnis, mit Erinnerung und Geschichte im Blick auf jene umzugehen, die auch heute in schweren Zeiten als Schwächste die größte Last zu tragen haben – die Kinder.

(aus: Pressemitteilung zur Premiere von HÄNSEL UND GRETEL am 21. Oktober 2007 am Anhaltischen Theater Dessau)

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Veröffentlicht am: 24.11.2008

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