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29.04.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Mode

… und die Hauptstadt

Es ist noch nicht lange her, da feierte sich Berlin wieder einmal als Modemetropole zumindest von Berlin oder Teilen davon.

Diverse Modemessen lockten ebenso wie Modepräsentationen und unzählige Partys. Man feierte sich, seine Zweit- und Drittklassigkeit, seinen Dilettantismus  und vor allem sich selber. Ja, Berlin hat eine interessante Modelandschaft. Hier gibt es viele Kreative, die in Mode machen, die Mode machen. An vielen Ecken der Stadt haben interessante Modeläden aufgemacht. Manchmal kommt man gar nicht dazu, die zu besuchen, weil sie genauso schnell wieder schließen.

In Berlin kann man auf dem Ku-Damm – der gerade an seinem Ruf bastelt -, auf dem Tauentzien oder in der Friedrichstraße teure Mode exklusiver Marken kaufen. Gleiches gilt für die Region Hackesche Höfe/Rosenthaler Straße. Hier findet man auch weniger bekannte Labels und solche, die noch auf dem Weg sind, ihren Platz in der Modewelt überhaupt erst einmal zu finden.

Und dann gibt es da noch die unzähligen Shopping-Malls. In jeder bieten Ketten das an, was man so an jeder Straßenecke, in jedem Büro und in jeder Schule sieht. Massenware zu kleinen Preisen. Von Design, von interessanter Mode ist da nicht viel zu merken.

Dann sind da noch die Malls, die sich gern als exklusiver hinstellen. So präsentieren sich beispielsweise die LP 12 Mall of Berlin in der Nähe des Potsdamer Platzes oder das Bikini-Haus, nur einen Steinwurf weit entfernt von der Kaiser-Wilhelm-Gedächniskirche und fünf Minuten vom Bahnhof Zoo. In beiden Häusern gibt es hochwertige und interessante Mode. Richtig muss es allerdings heißen:  … gibt es auch hochwertige und interessante Mode. Und hier liegt das Problem. Wer will in einer Shopping-Mall einen 1.000-Euro-Anzug, eine 10.000-Euro-Uhr kaufen, wenn nebenan C&A, und H&M ihren Billigramsch verkaufen? Wer will im billigen Bahnhofsambiente des Bikini-Hauses sein Geld ausgeben?

Die Fragen sind ganz einfach zu beantworten: So gut wie niemand. Betritt man die LP 12, so hat man vielfach den Eindruck, fast der einzige Kunde zu sein. Die Mall ist so weiträumig, so groß, dass es dort auch noch leer aussieht, wenn 5.000 Menschen gleichzeitig shoppen gehen. Noch schlimmer sieht es im versteckt liegenden Bikini-Haus aus. Von außen gar nicht als Shopping-Tempel erkenntlich, verirren sich dahin kaum Kunden. Während auf der knapp 100 Meter entfernt liegenden Luxus-Einkaufsmeile Tauentzien die Massen drängeln, langweilen sich die Verkäuferinnen im Bikini-Haus. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn diese dem Haus die Ehre erweisen würden und einen Bikini trügen. Das Haus findet man einfach nicht.

Das sind nur zwei Beispiele, wo in der Hauptstadt Anspruch und Wirklichkeit bei angeblich so tollen Shopping-Centern verdammt weit auseinander klaffen. Das sehen beispielsweise auch die Zwillingsschwestern Anja Umann & Sandra Umann vom Modelabel UMASAN so. Sie haben einen Shop im Bikini-Haus. Der befindet sich im zweiten Obergeschoss. Ich bin häufiger im Bikini, aber dass da oben in der zweiten Etage auch noch Geschäfte sind, weiß ich erst seit gestern.

Mir fehlt gerade bei den Shopping-Malls, die sich Hochwertigkeit auf die Fahnen geschrieben haben, ein hochwertiges Konzept. Klar, will und muss man seine Ladenflächen vermieten. Doch ALDI passt nun mal nicht zu UMASAN oder Escada. Da müssen andere Konzepte her. Greifen die nicht, muss man sich von seinem hohen Ross runter bewegen.

Ich bin allerdings davon überzeugt, dass Berlin eine Luxus-Shopping-Mall gut zu Gesicht stehen würde, vorausgesetzt, die Lage, die Lage, die Lage und das Konzept stimmen. Bleibt zu hoffen – nicht nur für Labels wie UMASAN – dass die Betreiber von Malls wie dem LP 12 oder dem Bikini-Haus schnell die Reißleine ziehen und ihren heren Worten Taten folgen lassen. Das gilt im Übrigen auch für alle, die irgend etwas mit der Fashion-Week, den Modemessen und den darum gestrickte Events zu tun haben. Ein weiteres Absinken des Niveaus kann und darf nicht hingenommen werden, wenn man auch zukünftig Berlin und Mode in einem Satz zusammen nennen soll.

Ich mache mir jetzt ganz unmodisch im Schlabberlook mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Versuchen Sie doch einmal beim nächsten Berlin-Besuch das Bikini-Haus zu finden und besuchen Sie UMASAN.

 


Veröffentlicht am: 22.07.2015

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