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Morgengruß von Helmut Harff: Gottesdienst

Wer predigt am besten

Sonntag und der Gang in die Kirche, das gehörte in Deutschen Landen über ein Jahrtausend einfach zusammen. Man zog seine besten Sachen an und machte sich auf den Weg zur Kirche. Etwas anderes war einfach undenkbar.

Heute ist die Realität eine ganz andere. An den meisten Sonntagen und in fast allen Landesteilen sind die Kirchenbänke nur spärlich besetzt. Sonntag und der Kirchgang - das passt für viele Menschen schon längst nicht mehr zusammen.

Doch heißt das, dass die Menschen ganz und gar auf den Gottesdienst verzichten? Augenscheinlich nicht, denn wozu übertragen diverse Radiostationen und Fernsehsender Sonntag für Sonntag die unterschiedlichsten Gottesdienste. Wieso gibt es das Wort zum Tage, das Wort zum Sonntag? Wieso gibt es Kirchenmusik, wieso wird vor allem am Sonntagmorgen - aber nicht nur dann - in den einschlägigen Kultursendern geistliche Musik gespielt?

Man scheut(?), man meidet(?) oder verzichtet(?) auf den Weg in die Kirche. Ist es die Lust am Ausschlafen, ist es, weil der Kirchgang nicht mehr in die Sonntagsplanung passt oder will man einfach nicht als Kirchgänger, als gläubiger Mensch erkannt werden?

Ich weiß es nicht, bin mir aber sicher, dass für die meisten nicht nur ein Grund für die Kirchenabstinenz gibt. Man muss ja schon seit Jahrzehnten nicht mehr in die Kirche, um einem Gottesdienst beizuwohnen.

Doch reicht es, sich vor ein Radio oder den Fernseher zu setzten? Keine leichte Frage, auf die man mal einfach so mit ja oder nein antworten kann. Für viele alte und kranke Menschen ist es sicherlich toll, ohne Strapazen so bei Gott sein zu können. Für viele Menschen ist der mediale Gottesdienst ohnehin an vielen Sonntagen die einzige Möglichkeit für die Teilnahme an einem Gottesdienst, denn die eigene Kirche wird nur sporadisch "bespielt".

Doch ersetzt ein Radio- oder Fernsehgottesdienst den in einer Kirche? Nicht wirklich. Ja, die übertragenen Gottesdienste sind meist hochkarätig musikalisch umrahmt und der Pfarrer gibt sich bei seiner Predigt, die nicht nur wenige, sondern hunderttausende Menschen erreicht, vielleicht mehr Mühe. Doch es bleibt alles anonym. Man hört nicht, wer geheiratet hat, wer getauft wurde und wer gestorben ist. Die Fürbitte aus dem Lautsprecher hat nichts mit den Dingen vor Ort zu tun. Gleiches gilt für die Predigt. Der Radio-Pfarrer muss viele Menschen ansprechen, nicht nur seine Schäfchen vor Ort, denen er auch schon mal ins Gewissen reden kann, denen er auch ganz konkret Mut machen kann.

Und dann sind da noch die anderen Gottesdienstbesucher. Die trifft man nur im realen Leben. Menschen treffen, sich auszutauschen, zu sehen, wie es dem anderen geht, Hilfe anzubieten und Hilfe angeboten zu bekommen, zu sehen, dass man nicht der einzige Christ weit und breit ist, das erlebt man nur in seiner Kirche.

Da ist allerdings noch etwas, was die Menschen von einem Gottesdienstbesuch in der örtlichen Kirche abhält: Man ist längst nicht mehr oder war nie Kirchenmitglied. Man zahlt keine Kirchensteuer, man will oder kann nichts in den Klingelbeutel tun. Das alles umgeht man, das spielt keine Rolle, wenn man neben dem Frühstück, wenn man im Bett oder im Auto den medialen Gottesdienst verfolgt.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Vielleicht raffe ich mich heute mal wieder auf und gehe in die Kirche. Hoffentlich enttäuscht mich nicht dann wieder die Predigt, wie es leider viel zu oft schon der Fall war. Manchmal wünschte ich mir in der Kirche schon, einfach umschalten zu können.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntags-Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 26.07.2015

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