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23.04.2017

 

 

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Hochsommerzeit ist Wespenzeit

Die Tiere sind harmloser als ihr Ruf



Wenn im Sommer die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, sind Balkon und Garten wieder entdeckte Aufenthaltsorte für uns Menschen. Hier wird gegrillt, werden Kuchen und Eis verzehrt und leckere Cocktails versüßen die Zeit vor dem Zu-Bett-gehen. Während diese Jahreszeit für unsere Gattung dem Entspannen und dem (Urlaubs-) Vergnügen vorbehalten ist, wäre für viele geflügelte „Mitbewohner“ solches Chillen gleichbedeutend mit Untergang.


Bienen, Wespen und Hornissen nutzen die warmen Monate zur Arterhaltung und kommen dabei uns Menschen häufig im wahrsten Sinn des Wortes „in die Quere“. Vor allem die Wespen sind es, die auf der Suche nach Nahrung dem Pflaumenkuchen bedrohlich nahe kommen und uns beim Genuss von frisch gepresstem Orangensaft stören. Und muss es wirklich sein, dass die Einflugschneise ins Nest exakt an unserem Lieblingsplatz vorbeiführt?

Ja, Wespen können lästig sein, doch sie sind harmloser als ihr Ruf und mit einigen einfachen Tipps zum Umgang mit diesen Tieren, klappt´s auch mit der Nachbarschaft.

In Spitzenjahren sind es bis zu 500 Anrufe, die bei Christian Kerperin und den anderen Mitarbeitern der Abteilung Natur und Landschaft beim Landkreis Grafschaft Bentheim eingehen. All diese Anrufer fragen um Informationen und Hilfe im Umgang mit Wespen oder Wespennester, durch die sie sich belästigt oder gar bedroht fühlen.

Da Christian Kerperin aber nicht nur für den Artenschutz im Landkreis zuständig ist, sondern noch einige Themenfelder mehr zu seinen täglichen Aufgaben zählen, hat er sich kompetente Hilfe gesucht, die gegen einen kleinen finanziellen Obolus vor Ort in Augenschein nimmt, was per Telefon nicht zu regeln ist.

Henk Slotman aus Gildehaus ist als „Wespenexperte“ ehrenamtlich für die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Grafschaft Bentheim tätig. Mit vier weiteren Imkerkollegen ist er in der Region unterwegs und berät diejenigen, die sich in Haus und Garten von einem Wespenvolk „bedroht“ fühlen.

Ein Wespenleben beginnt im Frühjahr, wenn die befruchtete Jungkönigin auf Nistplatz- und Nahrungssuche geht. Sie baut zunächst eine kleine Wabe, die sie mit Eiern belegt. Die schlüpfenden Larven werden die ersten Arbeiterinnen, die die Königin von Nestbau, Nahrungssuche und Brutpflege entlasten. Die neuen Jungköniginnen schlüpfen im Herbst, die alte Königin stirbt und der Wespenstaat löst sich auf. Das alte Nest hat ausgedient und wird nie wieder belegt.

Die Nester der Wespenvölker sind faszinierende, ausgeklügelte Bauwerke. Sie bestehen aus einer Art Pappmaché, das die Wespen aus zerkautem Holz herstellen. Im Innern des Nestes herrscht eine konstante Temperatur von 30 Grad Celsius.

In Deutschland gibt es mehrere Hummelarten und zwölf Arten staatenbildender Wespen, doch nur die Deutsche Wespe und die Gewöhnliche Wespe kommen uns Menschen tatsächlich unangenehm in die Quere. Diese beiden Arten bilden sehr große Völker, deren Kalorienbedarf u.a. auch durch regelmäßige Besuche am Kaffeetisch oder beim Grillen gedeckt wird.

Die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe haben den Wespen insgesamt einen schlechten Ruf eingebrockt. Die Wehrhaftigkeit dieser beiden Wespenarten z.B. bei Erschütterungen und schnellen Bewegungen macht sie zusätzlich unbeliebt. Allerdings sind  wehrhafte Insekten nicht automatisch auch aggressiv und stechwütig. Im Gegenteil: Sie setzen ihren Stachel ausschließlich zur Selbstverteidigung oder der Verteidigung ihres Nachwuchses ein. Die Leidtragenden sind die Hornissen, deren Nester oft „vorsorglich“ ausgeräuchert werden.

Bei allem „Ärger“ gilt es zu bedenken, dass Wespen außerordentlich fleißige Schädlingsbekämpfer sind: Sie machen Blattläusen, Mücken und Fliegen den Garaus– bis zu einem halben Kilo unerwünschter Insekten und Kleintiere vertilgt ein großer Wespenstaat am Tag.

Viele Blütenpflanzen werden sogar von Wespen bestäubt. Wespen werden außerdem als Räuber von Pflanzenschädlingen und "Restebeseitiger" von faulem Obst tätig und verhindern damit die Ausbreitung von Schimmelpilzen und Krankheitserregern.

Doch der altbekannte Spruch "Drei Stiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd" ist schlichter Unfug, hält sich aber hartnäckig in unseren Köpfen.
Und so wundert es nicht, wenn Henk Slotmann und seine Kollegen im Sommer von Garten zu Garten gerufen werden wird, um Wespennester zu inspizieren und großzügig Tipps zum Umgang mit den emsigen „Mitbewohnern“ zu geben gibt. Stiche von Hornissen, Wespen, Hummeln und Bienen unterscheiden sich in der Wirkung kaum voneinander: Sie sind zwar schmerzhaft, bei Menschen ohne Allergien in der Regel aber ungefährlich und bedürfen keiner besonderen Therapie. Kalte Umschläge oder Eisbeutel lindern den Schmerz. Bei Stichen in Mund oder Hals ist jedoch wegen Erstickungsgefahr sofort ärztliche Hilfe zu rufen!

Das Risiko gestochen zu werden, verringert sich beträchtlich, wenn man folgende Ratschläge beachtet:
- Am Kaffeetisch und beim Grillen: Wespen stechen sobald sie sich bedroht fühlen. Deshalb sollte man heftige Bewegungen vermeiden.

- Auch das Wegpusten der Tiere ist nicht ratsam: Das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal.

- Nahrungsmittel im Freien abdecken und Reste wegräumen. Nach dem Essen sollte bei Kindern der Mund abgewischt werden, um die Wespen nicht anzulocken.

- Nie direkt aus der Flasche trinken. Am besten Getränke mit dem Strohhalm trinken.

- Um von den ungeliebten Tischgästen gänzlich in Ruhe gelassen zu werden, empfiehlt sich eine Ablenkfütterung. Überreife Weintrauben, fünf bis zehn Meter vom Ort des eigentlichen Geschehens entfernt aufgestellt, halten die Früchte die Wespen in Schach. (Vorsicht: Unverdünnte Marmelade oder reiner Honig wirken als Ablenkung weniger gut. Sie machen die Tiere aggressiv.
Vom Kauf von mit süßem Saft oder Bier gefüllten Wespenfallen raten Fachleute ab. Die Tiere sterben in der Flüssigkeit einen qualvollen Tod. Zudem gehen nur alte Tiere in die Falle. Das aktive Volk wird nicht dezimiert.)

-  Um Wespen, Bienen und andere Insekten aus dem Haus zu halten, empfiehlt es sich, Fliegengaze an Fenstern und Türen anzubringen.

- Bleibt man auf einer Distanz von zwei bis drei Metern zum Nest und versperrt die Flugbahn der Wespen nicht, fühlen sie sich nicht bedroht.

Der Wespenfachmann aus Gildehaus siedelt zwar auch Wespennester um, zum Beispiel, wenn sich ein Volk ausgerechnet die Hecke beim Kindergarten für den Bau seines Nestes ausgesucht hat, in der Regel ist dies aber nicht nötig. „Wenn ich den Menschen erkläre, wie sie sich im Umgang mit Wespen verhalten müssen, sind die meisten bereit, es zu versuchen. Erleichtert wird die Entscheidung auch dadurch, dass das Nest ja nur ein paar Monate bewohnt ist“, so Henk Slotman.

„Es ist mir sehr wichtig, dass die Menschen die Wespen nicht als gefährlich und störend empfinden, sondern sich darüber im Klaren werden, wie nützlich die Tiere sind“
betont Henk Slotmann. Gemeinsam mit den Bienen, Hornissen und Hummeln sind Wespen wegen ihrer Bedeutung für die Pflanzenbestäubung ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems. Und wie empfindlich dieses ist, weiß mittlerweile wohl jedes Kind. Oder?

Foto: Luise_Pixelio
Quelle: europaticker

 


Veröffentlicht am: 07.08.2015

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