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28.07.2017

 

 

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Aufgespießt: Keine Ausländer

Was wären wir ohne sie?

(Helmut Harff / Chefredakteur) Man stelle sich vor, wir Deutsche hätten uns sagen wir mal in den vergangenen 500 Jahren wie einst China oder auch Japan völlig gegenüber fremden Einflüssen abgeschottet. Na, die Vorstellung ist schon deshalb völlig unsinnig, weil es so lange gar kein Deutschland gab.

Damals, also vor 1871, waren immer wieder Menschen deutscher Zunge auf der Flucht. Die einen flüchteten vor dem Hunger im eigenen Königreich, andere vor dem Krieg. Viele Menschen mussten aus Glaubensgründen, andere als politische Flüchtlinge ihr Königreich, ihre Grafschaft, ihr Fürstentum verlassen. Das bedeutete viel Elend, viele verloren ihren Besitz, ihre gesellschaftliche Stellung und auch ihr Leben. In den Zielländern der Flüchtlinge wurden die zumeist auch nicht wirklich mit offenen Armen empfangen.

Dazu kamen Leute aus dem Ausland, Flüchtlinge aus Frankreich, Gastarbeiter aus Polen und vom Balkan. Ich meine nicht die Zeit ab Mitte des 20. Jahrhunderts, sondern die Jahrhunderte davor. Flucht und Vertreibung waren immer an der Tagesordnung. Ich wage zu behaupten, dass in sehr vielen deutschen Stammbäumen Zugereiste, Flüchtlinge oder Gastarbeiter, aber auch im Lande gebliebene Kriegsgefangene zufinden sind. So gesehen haben wir alle einen mehr oder weniger lange zurück liegenden Migrationshintergrund.

Vor diesem Hintergrund ist es ziemlich unverständlich, dass es immer Ärger mit fremdländischen Menschen gab und gibt, das man Angst vor den Fremden hat. Immer wieder hat erst sehr spät begriffen, dass die Fremden die eigene Kultur bereichert hat.

Was wäre unsere Kunst und Kultur ohne die Einflüsse der zugewanderten Menschen? Wie arm wäre unsere Sprache, wenn wir nur auf urdeutsche (was ist das eigentlich) Worte zurück greifen müssten? Wie arm wäre unsere Küche, wenn wir nur auf das zurück greifen würden, was da aus dem ureigenen Dunstkreis stammt? Wir wären im übertragenen, aber auch im sehr direkten Sinn viel ärmer, als wir heute sind.

Wenn das so ist, ergibt sich die Frage, warum wir heute fast mehr den je Angst vor Fremden haben. Wieso begreifen wir nicht, dass heute Fremde in fünf, zehn, zwanzig Jahren unsre Kultur wieder bereichern? Vielleicht gibt es dann in Berlin nicht mehr so viele türkische Geschäfte, sondern auch somalische oder afghanische. Vielleicht bekommen dann Currywurst und Döner eine leckere Konkurrenz? Vielleicht übernehmen wir dann Begriffe aus dem Arabischen, dem Paschtu oder dem Persischen. Wir haben ja auch Begriffe aus dem Jiddischen, dem Russischen, dem Französischen, dem Italienischen, dem Griechischen oder dem Englischen übernommen.

Ich finde, wir sollten, nein, wir brauchen vor Fremden keine Angst zu haben. Wir sollten viel mehr zusehen, was die Fremden uns mitbringen, was sie für uns, für unsere Kultur leisten können. Wir wissen doch aus der Geschichte, dass Deutschland von Fremden fast immer nur profitiert hat. Blicken wir einmal entspannt zurück, dann wird schnell klar, dass sich Fremde schnell integrieren. Wir müssen sie nur lassen.

 


Veröffentlicht am: 17.08.2015

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