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Morgengruß von Helmut Harff: Fremde Genüsse

Leider bleibt da einiges auf der Strecke

Gestern schrieb ich an dieser Stelle über Ausländer und was sie uns Deutschen alles bisher gebracht haben und ganz sicher noch bringen. Wie zu erwarten, löste das eine kontroverse Diskussion aus.

Erstaunt war ich, dass die meisten Meinungsäußerungen eher positiv waren. Die kritischen Stimmen waren zumeist weder bösartig noch von dumpfen Rassismus geprägt. Es zeigte sich, dass viele Menschen - auch die wohlmeinenden - immer mehr überfordert sind. Das bezieht sich zumeist auf die Flut von Flüchtlingen. Die Sorgen, auch um die Flüchtlinge, überwogen die Angst vor den Menschen, die bei uns Schutz suchen. Allerdings war auch zu beobachten, dass man augenscheinlich Schwierigkeiten hat, zwischen Kriegsflüchtlingen, solche, die vor wirklichem Hunger fliehen, den gemeinhin als Wirtschaftsflüchtlingen bezeichneten Menschen und hier arbeitenden Ausländern zu unterscheiden. Hier muss viel mehr Information erfolgen.

Für ein Genussportal wichtig war, dass viele, eigentlich alle die internationale Küche nicht mehr missen wollen. Nur deutsche Küche, das scheint vielen Menschen zu langweilig. Einige verwiesen auch darauf, dass bereits die Flüchtlings- und Wanderbewegungen in den vergangenen Jahrhunderten für kulinarischen Austausch sorgten. Die Bayern trugen Weißwurst, Weißbier, Brezeln und Schweinbraten in die Welt, die Pfälzer ihren Saumagen. Die Liste ließ sich nicht nur mit den Brandenburgern, den Kartoffeln fortsetzen.

Einige Leser verwiesen auch darauf, wie leer es in unseren Supermärkten wäre, wenn wir nur auf einheimische Lebensmittel zurück greifen müssten. Tomaten, Gurken, Kartoffeln und Mais - um nur einige Dinge zu nennen - gehören ebenso selbstverständlich auf unseren Teller wie Eisbein, Sauerkohl oder Leberwurst.

Doch es gab auch Kritik an dieser Entwicklung. Beklagt wurde, dass klassische deutsche Gerichte, solche aus der bäuerlichen, wie die aus der großbürgerlichen Küche immer mehr der internationalen Küche weichen müssen. Das kann ich gut verstehen. Auch ich beobachte, dass es in den immer weniger vorhandenen Dorfgaststätten kaum noch Bauernfrühstück, Bratwurst mit Kartoffelsalat oder gar Innereien wie Nieren, Lungenhasche  oder Leber gibt. Selbst dort, wo solche Gerichte noch auf der Karte stehen, findet man Pizza, Pasta und Pommes. Vielleicht ist das ja der Grund, warum immer mehr Dorfgasthöfe aufgeben müssen. Sie haben einfach ihre Identität verloren.

Klar gehören Falafel, Pizza, Pommes, Minestrone, Gyros, Pekingente, Süß-Sauer-Suppe und was es noch so gibt zu unserem täglichen Leben. All die wundervollen Köstlichkeiten, die wir längst zu unseren gemacht haben, will ich nicht missen. Doch müssen wir auch darauf achten, unsere kulinarische Identität nicht zu verlieren. Man ist nun mal auch, was man isst. Das hat nichts mit übertriebenen Nationalismus oder ähnlichem zu tun. Das hat etwas mit der eigenen Identität zu tun. Wir denken in unsere Muttersprache, wie träumen in ihr. Wir schmecken auch regional. Das heißt überhaupt nicht, dass wir nicht all die kulinarischen Importe nicht genießen sollten - am besten mit denen zusammen, die so den Geschmack ihrer Heimat genießen können.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Das ist sicherlich ziemlich international.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 18.08.2015

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