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25.05.2017

 

 

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Von Gletschern, Edelweiss und Marmorbergen

Verborgene Schätze rund um Sterzing

Foto: Roland Wagner

Verborgene Schätze im Pflerschtal: Bergblumen verstecken sich hinter weiten Hügeln, während sich im Hintergrund der so oft mit Wolken verhangene Gipfel des Tribulaun zeigt.

Die Einheimischen sprechen oft von „verborgenen Schätzen“. „Verborgene Schätze im Pflerschtal nordwestlich von Gossensass“ - das setzen sogar Südtiroler Freizeitmagazine als Titel über ihre Texte. Sei es ein Berg, der fast vollständig aus Marmor besteht oder eine Wiese voller Edelweiss, die hier und da einen Berghang ziert. Keine Frage - die Täler rund um Gossensass und Sterzing stecken allesamt voller verborgener Schätze. An dieser Stelle sind damit allerdings nicht nur die kleinen Besonderheiten gemeint. Denn wer als Gast kommt, wird merken: das gesamte Gebiet unweit des Brenners ist ein verborgener Schatz. Gut erschlossen, die touristische Infrastruktur dennoch versteckt hinter alten Traditionen und einer großen Liebe zur Natur. Eine Gegend, die am besten über ihre Menschen beschrieben wird.

Luis Oberhofer, 72, ist so einer von ihnen. Klein, mit Hut, und sein Satz noch vor dem Händedruck zur Begrüßung: „I hab nasse Hände, weil I grad no die Forelle ausm Teich ausgenommen hab.“ Er ist ein Südtiroler, der mit, in und von der Natur lebt. Er ist der Wirt der Edelweisshütte hoch über Ladurns. Und er sieht, wer an seiner Hütte vorbeigeht. Mit ein bisschen Glück sagt er mit seinem waschechten Dialekt zu ihnen: „Kimm, I zeig euch no schnell wos.“ Er will etwas herzeigen. Wenige steile Meter den breiten Weg hinauf, und Luis Oberhofer steht mit einem kleinen Schlüssel vor einer hölzernen Blockhütte. „Schaut’s mal nei, ob’s euch gfallt“, sagt er dann. Stolz, gutmütig, und auch ein bisschen geheimnisvoll. Hinter der Tür: Luis Oberhofers Ansammlungen der vergangenen Jahrzehnte. Ski, wie sie sonst nur in Bergmuseen gezeigt werden, aus Holz, neuere Modelle, sicher 15 Paar. Daneben Schneeschuhe und Grasski, die aussehen wie die Kettenreifen eines Baustellenfahrzeugs. Ausgestopfte Eichhörnchen und ein dutzend alte Pfeifen, die erzählen, worin Oberhofer jahrelang seine kleine Auszeit vom Almleben gefunden hat. Noch die ein oder andere Rarität, aber das soll ja nicht schon alles vorher verraten werden. Einlass gewährt der Südtiroler nämlich allen, manchmal muss man nur danach fragen. Der Eintritt: frei, denn Oberhofer freut sich über jeden, der seine Arbeit anerkennt. Einen ganzen Winter lang hat er schließlich Tag für Tag gewerkelt. Wer sein Schaffen trotzdem mit einer Kleinigkeit würdigen will, kann ein paar Münzen in die kleine Holzschatulle neben der Tür werfen. Und wer sich sein eigenes Bild von Luis Oberhofes Heimat machen will: Der geht den breiten Weg vor der Holzhütte anschließend noch weiter.

Der Weg führt zuallererst auf einen verhältnismäßig kleinen Gipfel - das Wetterkreuz. Knapp über 2000 Meter ist es ein Ziel für all diejenigen, die ihren Rundweg mit einem recht einfachen Gipfel küren wollen. Der Aufstieg dauert von der Edelweisshütte etwa eine Stunde, der Weg ist an manchen Abschnitten besser, an anderen weniger gut zu erkennen. Und übrigens überhaupt nur hergerichtet, weil sich Luis Oberhofer höchstpersönlich darum kümmert. Ihm ist deshalb gewissermaßen auch das Gipfelerlebnis zu verdanken: In exponierter Lage sieht man nicht nur auf Oberhofers Hütte und den Forellenteich hinab, sondern kann geradewegs einen Blick auf schroffbeeindruckende Dreitausender wie den Tribulaun und die Weißwand auf der einen Seite werfen, auf der anderen Seite auf die Telfer Weißen, die sich wie Spitzen aus dem Boden heben.

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Veröffentlicht am: 20.08.2015

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