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Morgengruß von Helmut Harff: Kleine Taschnlampe...

... leuchte

Wenn ich im Fernsehen Krimis sehe, vor allem solche am Vorabend - ich mag die, warum auch immer - muss ich immer an einen Kollegen aus meiner Zeit an der Komischen Oper in Berlin erinnern. Der war ein absoluter Filmfan und interessierte sich für Dinge in Filmen, die so nicht stimmen können.

Seine Lieblinge waren Western. Da ritten Menschen mit einem schwarzen Pferd los und mit einem braunen weiter. Da hatte die Kavallerie beim Ritt aus dem Fort keine Säbel dabei. Galt es Indianer abzuschlachten, zücken die Soldaten wie selbstverständlich genau diesen Säbel.

Ich erinnere mich an den Kollegen, weil mir in vielen Krimis auffällt, dass es mit der Elektrifizierung deutscher Häuser - egal ob marode oder Supervilla - nicht weit her sein kann. Die Kriminalisten betreten Tatorte fast immer mit der Taschenlampe in der Hand. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob durch die Rollos die Sonne scheint oder jemand im Keller mehrmals an einem Lichtschalter vorbei geht.

Ich vermute mal, dass damit weder gegen die Verschwendung von Strom protestiert werden soll, noch dass das ein Votum für oder gegen die Energiewende ist. Ich glaube auch weniger, dass hier Menschen am Werk sind, die gegen Stromtrassen, Energiespeicher oder Windräder protestieren wollen.

Vielleicht wollen die Drehbuchautoren und der Regisseur so ein Kindheitstrauma bewältigen. Ich vermute, dass ihnen das Lesen unter der Bettdecke mit der Taschenlampe in der Hand verboten wurde. Vielleicht war ihnen ein Gang in den gut ausgeleuchteten Keller auch einfach nicht gruslig genug.

Möglich ist auch, dass es in einem Leitfaden für den erfolgreichen Krimiautor auch einen Absatz zum Einsatz von Taschenlampen gibt. Den haben nun alle gelesen und müssen irgendwie eine oder mehrere Taschenlampenszenen in ihren Drehbüchern unterbringen. Möglich auch, dass ein Krimi-Klassiker aus den USA oder Großbritannien deshalb so erfolgreich wurde, weil der Kriminalist bei strahlendem Sonnenschein mit einer Taschenlampe in der Hand den Fall löste.

Möglicherweise liege ich auch falsch und der massenhafte Auftritt von Kriminalisten-Taschenlampen liegt am Hype der Skandinavien-Krimis. Hoch im Norden ist es gern dunkel und man braucht faktisch ständig eine Taschenlampe. Doch ob da die Keller keine elektrische Beleuchtung haben, wage ich zu bezweifeln.

Für die abwegigste Erklärung halte ich die, dass die Taschenlampen- und Batterieindustrie hier ihre Finger im Spiel hat. Warum? Ganz einfach, das Wort Taschenlampe kommt den Ermittlern so gut wie nie über die Lippen. Allerdings erwähnen sie auch nie, mit welcher Automarke sie unterwegs sind, wer die Klamotten zur Verfügung gestellt hat. Ich habe auch noch nie gehört, dass ein Kriminalist bei der Tatortbegehung erwähnte, wo die Wohnungseinrichtung gekauft wurde.

Vielleicht stecken hinter der Taschenlampenflut auch die Energieriesen und die Elektriker-Innung. Sie zeigen so, dass es in gut beleuchteten Räumen viel sicherer ist, als in solchen, in denen man eine Taschenlampe braucht.

Eine Bitte an alle, die mit Krimis zu tun haben: Helfen Sie mir den Taschenlampenfall aufzuklären.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Dazu brauche ich keine Taschenlampe, denn es scheint die Sonne vom blauen Himmel.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Wo liegt eigentlich ihre Taschenlampe?

 


Veröffentlicht am: 22.08.2015

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