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Morgengruß von Helmut Harff: Die Milch machts

... oder doch nicht

Milch macht müde Männer munter war ein Werbeslogan der westdeutschen Milchwirtschaft, entstanden in den 1950er Jahren, weiß Wikipedia. Der in deutscher Schlagergeschichte geschulte kennt auch den gleichnamigen Song von Paul Kuhn, der gern noch einen kleinen Klaren drunter mischte.

Heute macht die Milch immer weniger positive Schlagzeilen. Die einen leiden (oder meinen es zumindest) unter Laktoseintoleranz, die anderen wollen Milch nahezu fettfrei. Milch zählt nicht gerade zu den Trendgetränken und keiner besingt mehr wie einst DDR-Schlagerbarde Thomas Natschinski die (real vorhandene) Mokka-Milch-Eisbar.

Wer heute mit Milch zu tun hat – und das sind die Milchbauern – singt das Lied des Untergangs. Das bereits seit Jahrzehnten. Immer wieder, wie auch gestern in München, beklagen sich die Milchviehhalter wahlweise über die EU-Agrapolitik und/oder die zu niedrigen Milchpreise. Man malt zwar noch nicht den Untergang des Abendlandes an die Wand, den Untergang der Bauern schon.

Einst kritisierte man die EU-Milchquote und machte sie für das Aus von zahlreichen Bauernhöfen verantwortlich. Nun ist die Quote Geschichte und man ist angesichts der niedrigen Milchpreise wieder unzufrieden. Das ist ja auch das Recht der Bauern. Die vergessen allerdings nur zu gern, dass sich ihr Verdienst nicht nur aus dem zu erzielenden Milchpreis, sondern auch aus den nicht geringen EU-Subventionen für die Landwirtschaft zusammensetzt. Damit zahlen wir alle – Milchtrinker, Milchhasser und Menschen mit Laktoseintoleranz - über die Steuern für die Milch.

Die immerwährenden Bauernproteste kommen mir auch ziemlich komisch vor. So wurde gestern ein Bauer zitiert, der gerade einen großen und modernen Kuhstall bauen ließ. Nun wird der dafür die Millionen nicht im Heu gefunden haben, sondern musste mit seiner Bank reden. Wenn die Situation für die Milchbauern so dramatisch ist, wie gern geschildert, hätten die Banker sicherlich keinen müden Euro als Kredit rausgerückt.

Mir stellt sich auch die Frage, wieso überhaupt einer einen teuren Stall baut, wenn er nach eigener Aussage mit der Milch nicht nur nichts verdient, sonder sogar Geld mitbringen muss. Ich verstehe auch nicht, warum man angesichts des seit Jahren verkündeten Bauernsterbens nicht Höfe für den sprichwörtliche Apfel und ein Ei bekommt. Fährt man über die Lande, so sieht man überall sehr gepflegte Bauernhöfe, viele Rinder auf der Weide und sehr teure Technik auf den Höfen. Das sieht nicht nach massenweisem Hofsterben aus.

Ich glaube, dass die Milchbauern gern mehr Geld für ihre Arbeit bekommen würden. Das ist ihr gutes Recht. Doch das jahrzehntelange Jammern, die immer gleichen Klagen und die an die Stallwände gemalten Horrorszenarien machen müde und langweilen irgendwo. Da macht nicht einmal mehr die Milch munter.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Da gibt es Butter, Käse, Joghurt und Sahne in den Kaffee. Mehr, liebe Milchbauern, kann ich wirklich nicht tun.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Und immer daran denken: Die Milch machts!

 


Veröffentlicht am: 02.09.2015

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