Startseite  

17.08.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Morgengruß von Helmut Harff: Alternativ

... wollen viele Künstler sein

Künstler - so mein Eindruck - wollen immer alternativ sein. Diese Aussage stimmt so eigentlich nicht oder nur solange, bis ihre Werke in den großen Museen hängen, sie Stadien füllen oder sie auf den großen Bühnen zuhause sind.

Alternative Künstler, das sind also in aller Regel die, die es noch nicht geschafft haben, die es gar nicht schaffen wollen oder die es nie schaffen werden. Was schaffen? Anerkannt zu werden, engagiert zu werden, ihre Kunst zu verkaufen, von ihrer kreativen Arbeit leben zu können.

Kreativ sind die (noch) erfolglosen, verkannten oder nicht erkannten Genies alle. Zumindest sind sie mehrheitlich dieser Ansicht. Das Dumme ist nur, dass die allerwenigsten den Sprung, den sehr langwierigen Schritt vom Status eines alternativen zum etablierten Künstler schaffen. Die meisten bleiben - sieht man es mal allein aus monitärer Sicht - auf der Strecke.

Das ist ja  nicht schlimm. Man kann ja auch als Arzt oder Anwalt - und das machen viele - in einem Orchester spielen. Man kann die Zeit als Nachtpförtner nutzen und seinen xten Roman schreiben. Man kann als Tischler malen oder Karikaturen zeichnen. Man kann sich mit Gleichgesinnten treffen und tanzen. Der Möglichkeiten gibt es unzählige.

Doch geht es um solche Möglichkeiten, verlieren zahlreiche Künstler völlig ihre Kreativität. Sie, die ihre Unabhängigkeit, ihre Loslösung von der bürgerlichen Gesellschaft, ihre künstlerische Freiheit wie ein Banner vor sich her tragen, rufen dann lieber nach dem Staat. Rufen ist falsch, sie schreien, fordern, betteln.

Sie, die Kreativen, sie deren Kreativität nur sehr wenige bisher erkannt haben, wollen, dass die Gesellschaft sie finanziert. Sie wollen Ateliers und Probenräume, wollen billigen Wohnraum, wollen Ausstellungs- und Auftrittsmöglichkeiten. Eigentlich haben sie nichts mit der Elterngeneration am Hut, rufen aber gern nach Vater Staat.

Und was macht ein liebevoller Vater? Er ist streng und gibt nur ein geringes Taschengeld. Das finden die Kinder - sorry, die Künstler - gar nicht gerecht. Sie lässt man am langen Arm verhungern und den etablierten schiebt man es hinten rein. Man vergisst allerdings, dass die jetzt erfolgreichen einst auch alternativ waren oder sich eben genau dieses Etikett nicht auf die Stirn tätowiert haben.

Wer alternativ als Künstler sein will - und das ist das sehr gute Recht eines jeden - muss auch mit den Schattenseiten vorlieb nehmen. So brutal ist das Leben. Vielleicht sollte man hier und da auch mal weniger alternativ sein und darüber nachdenken, der Gesellschaft, von der man Hilfe lautstark einfordert, auch etwas zurück zu geben. Vielleicht bekommt man ja einen leerstehenden Raum als Atelier oder Probenraum zum Beispiel in einer Schule oder einer Kita, wenn man seine Kreativität bei der Ausgestaltung der Einrichtungen oder bei der Ausbildung des Nachwuchses zur Verfügung stellt.

Freunde von mir haben schon vor Jahrzehnten in Arztpraxen, beim Friseur oder ähnlichen Einrichtungen ausgestellt. Siehe da, sie haben sogar Arbeiten verkauft. Eine Freundin musiziert in einer Zahnarztpraxis. Mozart oder Vivaldi beruhigen sogar entzündete Nerven. Wie gesagt, Kreativität und nicht Vater Staat ist gefragt

Mal sehen, wie kreativ ich gleich  bei meinem Frühstück bin.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 10.09.2015

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit