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26.04.2017

 

 

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Medikamente richtig aufbewahren

Nicht zu kalt, nicht zu heiß, nicht zu hell

Ob Schnupfen, Kopfschmerzen oder Brandblasen: Eine gut bestückte Hausapotheke kann bei kleineren Notfällen schnell Abhilfe schaffen. Doch Vorsicht: Wenn die Arzneien an einem ungeeigneten Ort liegen, wirken sie womöglich bei Bedarf nicht mehr richtig. Verdorbene Pillen, Salben oder Säfte können sogar gesundheitsschädlich sein.

Was bei Aufbewahrung und Weiterverwendung angebrochener Medikamente zu beachten ist, erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Experte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung.

In vielen deutschen Haushalten lassen die Zustände in der Hausapotheke zu wünschen übrig: Zu hohe oder zu niedrige Temperaturen, direktes Licht oder Nässe – diese Faktoren können leicht dazu führen, dass die Wirksamkeit der Medikamente verloren geht. „Pharmazeutische Mittel sind sehr empfindliche Produkte“, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. „Trotzdem befindet sich das Arzneischränkchen bei den meisten Leuten im Badezimmer, also am denkbar ungünstigsten Ort. Denn ein feuchtes, warmes Klima kann die Qualität der Präparate beeinträchtigen.“

Besser geeignete Standorte sind lichtgeschützte, trockene und kühle Plätze, zum Beispiel im Flur oder Schlafzimmer. Wichtig ist, dass die Hausapotheke nicht zu nah bei den Heizkörpern hängt und sich abschließen lässt, damit Kinder nicht an die Arzneien herankommen. „Ein weiterer häufiger Fehler ist, Medikamente auf der Ablage oder im Handschuhfach des geparkten Autos liegen zu lassen“, erläutert der DKV Experte. „Im Sommer kann es dort sehr schnell sehr heiß werden – und dann sind viele Medikamente bereits nach kurzer Zeit nicht mehr verwendbar.“

Manche Medikamente müssen in den Kühlschrank

Für viele Medikamente ist eine Raumtemperatur zwischen 15 und 25 Grad ideal. Es gibt aber auch Arzneien, die in den Kühlschrank gehören, darunter vor allem Zäpfchen und flüssige Mittel wie Augentropfen, Insulin oder Impfstoffe. „Wichtig ist, die Präparate nicht in der Tür des Kühlschranks zu lagern, weil dort keine konstant niedrigen Temperaturen herrschen“, rät Dr. Wolfgang Reuter. „Sie sollten aber auch nicht an der Rückwand stehen, weil sie gefrieren und so ihre Wirksamkeit einbüßen können.“ Zwar ist bei einigen Medikamenten eine Lagerung im Gefrierfach erforderlich. Bei den meisten Mitteln zerstört Frost jedoch die Wirkstoffe. Wer unsicher ist, sollte auf dem Beipackzettel nachlesen.

Für den Fall, dass Fragen aufkommen, lohnt es sich, das Präparat zusammen mit der Beilage in der Originalverpackung aufzuheben – zum einen, weil darauf wichtige Hinweise zu finden sind, zum anderen, weil sie zusätzlichen Lichtschutz bietet. Flüssige Mittel sollten unbedingt in ihrem Fläschchen bleiben. Wer sie umfüllt, riskiert, dass Keime mit dem Medikament in Kontakt kommen und es kontaminieren. Nur bei korrekter Aufbewahrung ist sicher davon auszugehen, dass die Arzneien bis zum Verfallsdatum qualitativ einwandfrei bleiben.

Vorsicht bei Augentropfen und rezeptpflichtigen Medikamenten

Leicht verderbliche Medikamente, wie zum Beispiel Augentropfen, erfordern besondere Sorgfalt: Ratsam ist, zunächst einen Blick auf Packung und Beilage zu werfen – dort finden sich Angaben, wie lange das Präparat nach Anbruch noch verwendbar bleibt. Hilfreich ist, das Öffnungsdatum auf der Schachtel zu notieren. Außerdem rät der DKV Experte: „Um eine Verunreinigung auszuschließen, ist bei jeder Entnahme auf hygienische Bedingungen zu achten. Vor allem darf der verbleibende Inhalt des Präparats nicht mit den Händen in Kontakt kommen.“ Auch sollten Flaschen und Röhrchen immer fest verschlossen lagern.

Bei rezeptpflichtigen Medikamenten, zum Beispiel hochdosiertem Schmerzmittel, ist nach der Therapie eine Entsorgung der sichere Weg. Wer das Mittel später erneut einnimmt, ohne mit seinem Arzt Rücksprache zu halten, gefährdet seine Gesundheit. Eine gute Idee ist in jedem Fall, das Arzneischränkchen einmal pro Jahr zu prüfen und verfallene Mittel wegzuwerfen.

 


Veröffentlicht am: 16.09.2015

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