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Morgengruß von Helmut Harff: Geht doch

Die Politik kann, wenn sie will...

Gestern zeigte sich mal wieder, dass die Politik in Berlin kann, wenn sie nur will. Nein, es geht nicht um Flüchtlinge, es geht nicht um Griechenland, es geht nicht um Europa. Es war eine Meldung, die fast unterging in all dem Flüchtlingsdrama. Es ging um die Deutsche Bahn.

Wie Bahnchef Rüdiger Grube wissen ließ, hat im Bahn-Aufsichtsrat die Politik sich dafür stark gemacht, dass ein Ritus unterbrochen wird. Ich meine den Ritus, mit jedem Fahrplanwechsel auch die Fahrpreise zu erhöhen. Das wird es diesmal nicht geben, das wollte die Politik nicht.

Grund für das Machtwort im Aufsichtsrat war die weiterhin hohe Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn. Mir, wie allen Bahnfahrern fallen sicherlich noch viel mehr Gründe ein, die eine Fahrpreiserhöhung verbieten. Ich glaube allerdings, dass in der weiteren Begründung dieses Schrittes die Wahrheit liegt. Es hieß nämlich, dass jedes Prozent Fahrpreiserhöhung ein Prozent weniger Bahnfahrer bedeutet.

Genau in diesem Fahrgastschwund liegt wohl auch der Hase im Pfeffer. Bei jedem Problem der Bahn, bei jedem Streik, bei ausfallenden Zügen, bei nicht funktionierenden Klimaanlagen und ähnlichen Problemen kehren die Reisenden der Bahn den Rücken. Sie steigen auf das eigene Auto, aber noch viel mehr auf Fernbusse um. Hier steigt die Nachfrage immer mehr. Zu Spitzenzeiten sind die Busse längst ausgebucht, sind die Kapazitätsgrenzen schnell erreicht. Fährt man auf den Autobahnen zwischen den großen Städten des Landes, so sieht man immer wieder die Überlandbusse.

Noch hätte die Bahn aus meiner Sicht eine Chance sich gegen die Bus-Konkurrenz durchzusetzen. Man muss ein sehr überschaubares Tarifsystem einführen. Es kann und darf nicht sein, dass sich die Fahrpreise fast im Minutentakt ändern. Es ist einfach kaum nachzuvollziehen, dass ich als Frühbucher nur einen Bruchteil dessen bezahlen muss, als wenn ich kurz entschlossen reisen will. Hier muss sich sofort etwas im Sinne der Kunden - also in Richtung billigerer Tickets auch für Kurzentschlossene ändern.

Die Bahn muss sehr schnell und nicht erst in Jahren für einen funktionierenden Internetzugang auf allen Strecken und in allen Zügen - auch in Tunneln - sorgen. Das Ganze bitte kostenlos und ohne Fahrpreiserhöhungen. Offene und gut bestückte Speisewagen müssen wieder selbstverständlich werden. Fehlen Speisewagen im ICE muss es Fahrpreisabschläge geben.

Noch hat die Bahn gegenüber den Fernbussen einen Vorteil. Letztere fahren nur größere Städte und Ballungszentren an. Die Bahn muss in der Fläche bleiben, muss ihre Nebenstrecken weiter bedienen beziehungsweise eingestellte Strecken wieder aktivieren. Das kostet Geld, doch anders wird die Bahn im Personenverkehr immer mehr in die Defensive geraten. Die Politik hat ein erstes richtiges Zeichen gesetzt. Weitere müssen im Sinn der Bahnfahrer, aber auch im Sinne der Deutschen Bahn folgen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 16.09.2015

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