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26.03.2017

 

 

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Breslau lohnt

Allein der Marktplatz ist eine Reise wert

"Die Blume Europas" nannte man Breslau einst. Das heutige Wroclaw blüht schöner als je zuvor. Mehr als 1.000 Jahre alt ist die Stadt an der Oder, aber dennoch jung und vital geblieben. Mehr als 100.000 Studenten prägen das Stadtbild, entsprechend groß ist das Freizeitangebot.

Der 215 x 175 Meter große Rynek ist der zweitgrößte Marktplatz in Polen und einer der schönsten dazu. Er ist umsäumt von Bürger- und Patrizierhäuser mit prächtigen Fassaden. Überwiegend werden diese Häuser jetzt von Restaurants, Cafés und Bars genutzt.

Der Mittelpunkt des Marktplatzes bildet das gotische Rathaus, das zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bauten in Europa zählt. Die repräsentativen Räume werden heute für Kunstausstellungen genutzt, doch der Keller mit seinen labyrinthartigen Räumen erfüllt noch die gleiche Funktion wie vor 700 Jahren: als größte Schankstube der Stadt.

Während in den fein herausgeputzten Gassen der Altstadt zwischen dem Marktplatz und der barocken Universität das Leben tobt, ist die nahe gelegene Dominsel eine Oase der Ruhe und Einkehr. Vor 1.000 Jahren begann hier die Besiedlung der Stadt, bis heute ist sie das religiöse Zentrum mit dem gotischen Dom und mehreren anderen Kirchen. Ein wenig wirkt es, als habe man die Zeit angehalten, wenn zur Dämmerung ein Laternenanzünder dort seine Runde dreht.

Gleich neben der Dominsel starten kleine Boote zu ihrer Tour. Die Oder und ihre Nebenflüsse prägen die Stadt, sie bilden insgesamt 12 Inseln und werden von mehr als 100 Brücken überquert. Viele Uferwege sind beliebte Strecken für Spaziergänger und Radfahrer. Zum hohen Erholungswert tragen auch zahlreiche Parks bei. Der größte, der Scheitniger Park, wurde im 19. Jahrhundert nach Plänen des berühmten Berliner Gartenarchitekten Peter-Joseph Lenné angelegt.

Am Rande des Parks liegt eines der zahlreichen Bauwerke, die Breslau zum Mekka der Klassischen Moderne machten. Die Jahrhunderthalle wurde 1913 von Max Berg mit der größten freitragenden Kuppel der damaligen Zeit gebaut. Sie hat einen Durchmesser von 130 Metern. Der funktionalistische Bau, damals als "Hutschachtel" verspottet, genießt seit einigen Jahren den Status als Welterbe der UNESCO. Bis zu 10.000 Teilnehmer können dort Sportveranstaltungen, Rockkonzerte oder Megaaufführungen der Breslauer Oper erleben.

Einen Gang durch die mehr als 1.000-jährige wechselhafte Geschichte der Stadt kann man im ehemaligen Königspalast am Rande der Altstadt unternehmen. Der barocke Bau war zeitweilig die Residenz des Preußenkönigs Friedrich II. Heute beherbergt er das höchst interessante Historische Museum der Stadt. Unweit davon liegt die ehemalige Synagoge zum Weißen Storch, ein klassizistisches Bauwerk nach Entwürfen des bekannten Architekten Carl Ferdinand Langhans, dem Sohn des Erbauers des Brandenburger Tors. Das
ehemalige jüdische Viertel rund um die Synagoge hat sich in ein beliebtes Ausgehviertel verwandelt.

Neben der Schönheit der Bauten begeistert auch das kulturelle Angebot viele Besucher aus dem In- und Ausland. Klassikliebhaber zieht es im Herbst in die Kirchen der Stadt und in die barocke Aula Leopoldina. Dort erklingen beim traditionellen Festival Wratislavia Cantans die schönsten Oratorien, Kantaten und Symphonien. Im Sommer lockt die Breslauer Oper mit großen Inszenierungen im Freien. Seit 50 Jahren lauscht man im Frühjahr dem Jazz an der Oder. Im Jahr 2016 präsentiert sich die niederschlesische Metropole als "Kulturhauptstadt Europas" mit einem bunten Strauß von Veranstaltungen. Vom !7. Januar bis 17. Dezember werden rund 350 Events aus den Bereichen Architektur, Film, Literatur, Musik, Theater, Performance und Visuelle Kunst geboten.

Mit dem Nationalen Musikforum ist am 4. September 2015 einer der größten und prestigeträchtigsten Kulturneubauten im Nachbarland Polen seiner Bestimmung übergeben worden. Das neue Gebäude weckt von außen wie von innen Assoziationen an Musikinstrumente. So wurden große Teile der Außenfassade mit edlem Holz verkleidet, das dem mächtigen Bauwerk eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Im Inneren lässt der Kontrast von Wänden mit schwarzem Corian-Acrylstein und weißen Balkonen an ein Klavier denken. Goldfarbene Einfassungen an den Seiten des Orchestergrabens wecken Assoziationen an Blechblasinstrumente.  Für die Akustik zeichnet mit der US-amerikanischen Firma Artec eine der weltweit besten ihres Faches verantwortlich. Durch das Box-in-box-System wird der Konzertsaal von den Geräuschen der Außenwelt komplett abgeschirmt. Im großen Saal gibt es zudem spezielle Akustikkammern mit Toren, um den Ton zu verstärken oder zu dämpfen. Die akustische Decke kann nach Bedarf gesenkt oder angehoben werden und beeinflusst so ebenfalls den Klang im Raum.

Eine wichtige Rolle kommt den neuen Nationalen Musikforum im Jahr 2016 zu. Während des Kulturhauptstadtjahres finden dort zahlreiche bedeutende Konzerte statt. Unter anderem hat sich der chinesische Pianist Lang Lang für den 16. Februar 2016 angekündigt. Das London Symphony Orchestra gastiert dort am 25. Mai und die Wiener Philharmoniker geben sich am 30. Mai die Ehre. Zu den Höhepunkten des Kulturhauptstadtjahres gehört die große Gala zur Verleihung des Europäischen Filmpreises im Dezember 2016.

Übernachtungen bei der An- oder Abreise nach Breslau sind den den inzwischen entstandenen zahlreichen Schlosshotels im Hirschberger Tal zu empfehlen. Ganz besonders liebenswert ist das Schloss Lomnitz mit Hotel, Restaurant und Gutshof mit Leinen- und Hofladen.

Die Geschichte von Lomnitz geht bis weit in das Mittelalter zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten Schloss und Gut mehrmals seinen Besitzer. Von 1835 bis 1945 war die Anlage im Besitz der Familie von Küster, nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Schloss enteignet und ging in den Besitz des polnischen Staates über. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gelang es der Familie, das zu einer Ruine verfallene Große Schloss zurückzuerwerben und langsam erwachte durch unermütlichen Einsatz neues Leben in den alten Mauern. Märkte werden veranstaltet, Kulturevents initiiert und ein sehenswertes Museum wurde eingerichtet.

Der 9 ha große Lomnitzer Park wurde im Stil eines englischen Landschaftsparks unter der Mitwirkung Peter Josefs Lenne von 1843 – 1847 angelegt. Mit dem am anderen Flussufer des Flusses Bober gelegenen Schlosspark von Schildau / Wojanow (auch dort ist lädt ein attraktives Schlosshotel Gäste ein) bildet er eine sehr eindrucksvolle Gesamtkomposition, die von herausragender Bedeutung ist. In idealer Weise sind hier Natur und Kultur miteinander verwoben.

Weitere Informationen: www.polen.travel/de/

Autoren: Jörg Raach/Julia Kratzer
Fotos:
POT

 


Veröffentlicht am: 24.09.2015

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