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Morgengruß von Helmut Harff: Oh Gott

... meint der Atheist...

Letztens hörte ich einen Satz in einem Radiointerview, der mich stutzen und schmunzeln ließ, der mich aber auch nachdenklich machte. Da meinte einer: Gott sei Dank bin ich nicht mehr in der Kirche. Meinte der Mann das wirklich, was er da sagte? Wohl kaum. Sicherlich kam auch der Interviewte nicht wirklich auf die Idee, dass Gott gewollt hätte, das er aus der Kirche austritt.

Oh Gott, oh mein Gott, wie oft sagt man so etwas ohne darüber nachzudenken. Wahrscheinlich haben das selbst Superatheisten wie Erich Honecker oder Stasichef  Erich Mielke gedacht, als die Mauer vor 26 Jahren aufging. Die nicht gerade als kirchenfreundlich einzustufende DDR konnte ihre christliche Basis eben nicht leugnen. Ein Beispiel: 1988 kam mit riesigem Erfolg ein Film mit dem Titel "Einer trage des anderen Last" in die Kinos. Der Filmtitel ist ein Zitat aus dem Galaterbrief (Galater 6,2). Das sagt zumindest einiges.

Doch nicht nur die untergegangene DDR hat christliche Wurzeln. Das trifft auf den übergroßen Teil von uns, von der deutschen Bevölkerung zu. Unser gesamtes Zusammenleben, unsere Rechtsauffassungen, unsere Moralvorstellungen, unser Leben sind christlich geprägt. Da spielt es überhaupt keine Rolle, ob einer getauft wurde, ob er Kirchensteuer bezahlt, ob er an Gott glaubt oder nicht. Oh Gott, oder da sei Gott vor - das kam und kommt mehr oder weniger bewusst bestimmt jedem über die Lippen.

Welches Kind hat nicht häufig einiges von den zehn Geboten gehört? Wem wurde nicht geprädigt "Du sollst nicht lügen (falsch Zeugnis reden)" oder "Du sollst nicht stehlen"? Wem ist nicht klar, dass man Vater und Mutter ehren soll - auch wenn die Realität anders aussieht?

Wir können unsere christlichen Wurzeln nicht leugnen, auch wenn wir Gott sei Dank nicht der Kirche angehören. Wir stöhnen doch wieder Oh Gott, wenn wir die Betriebskostenabrechnung bekommen und viel nachzahlen müssen.

Doch warum stehen wir nicht zu unseren Wurzeln? Warum überlassen wir  das Feld des Glaubens anderen Menschen, Menschen die gerade in Scharen bei uns eine christliche Aufnahme erhoffen? Es ist - so zumindest meine Meinung - unser Bild von Gott, der nicht immer ein freundliches Wesen zu sein scheint. Er ließ die Pest, den Dreizigjährigen Krieg, die Mördenbanden von Stalin und Hitler und den Krebstod meiner Mutter zu. Wie soll ich den anbeten. Das frage sicherlich nicht nur ich mich.

Eine Antwort darauf gab vor kurzem die ehemalige Bischöfin Margot Käsmann. Für sie ist Gott keine Gestalt, die da irgendwo sitzt und alles lenkt. Für sie ist Gott etwas, was ihr Kraft gibt, schwere Dinge zu durchleben, zu überstehen. Gott, so sagte es mal der Sänger und Comedian Bernd Stelter, ist jemand, bei dem er sich jeden Abend bedankt. Er bedankt sich für Dinge, die gut gelaufen sind, an die er sich gern erinnert. So geht man deutlich beruhigter ins Bett, als wenn man Gott als immer verfügbare Beschwerdestelle ansieht, die zumindest nie Wiederworte gibt.

Wieso ich heute dieses Thema aufgegriffen habe? Viele in diesem Land haben Angst vor dem Islam. Doch Angst ist die falsche Antwort. Besinnen wir uns auf unsere christlichen Wurzeln. Nicht das wir jetzt wieder Kreuzritterheere losschicken. Wir sollen auch nicht die andere Wange hinhalten, wenn uns jemand schlägt. Es darf auch nicht heißen "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Dann wären bekanntlich bald alle blind und ohne Zähne. Wenn wir wieder lernen Christen zu sein - damit meine ich nicht, dass wir alle wieder Kirchensteuerzahler werden sollen - können wir sicherlich auch entspannter mit Menschen umgehen, die ihren Glauben leben.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Oh Gott, hoffentlich ist mein Ei nicht zu hart geworden.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles und gesegnetes Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 26.09.2015

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