Startseite  

23.09.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Entschädigung auch bei Triebwerksausfall

EuGH stärkt erneut Fluggastrechte

Fluggäste haben bei Annullierungen oder großen Verspätungen von Flügen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Ein Triebwerksausfall ist kein „außergewöhnlicher Umstand”, der die Fluggesellschaft von ihrer Entschädigungspflicht befreit. Dies bekräftigte laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) der Europäische Gerichtshof.

Hintergrund


Die Europäische Fluggastrechte-Verordnung von 2004 gewährt Fluggästen bei Annullierungen und großen Verspätungen ihres Fluges eine Entschädigung. Diese ist abhängig von der Länge der Flugstrecke und der Zeit, um die sich die Ankunft verzögert. Die Höhe der Entschädigung liegt zwischen 250 und 600 Euro. Ausnahme: Die Annullierung oder Verspätung beruht auf einem „außergewöhnlichen Umstand”, für den die Fluggesellschaft nichts kann. Dies sind zum Beispiel Naturkatastrophen oder Terroranschläge. Technische Probleme zählen meist nicht zu den außergewöhnlichen Umständen. Es gibt dabei jedoch Ausnahmen.

Der Fall:
Eine Niederländerin wollte mit der KLM von Quito in Ecuador nach Amsterdam fliegen. Eines der Triebwerke des Flugzeugs ließ sich jedoch nicht starten. Der Flug erfolgte am nächsten Abend mit einem anderen Flugzeug, die Ankunft verspätete sich um 29 Stunden. Die Fluggesellschaft verweigerte die Entschädigung, weil ein „außergewöhnlicher Umstand” vorgelegen habe, der sich auch bei Durchführung aller zumutbaren Maßnahmen nicht hätte vermeiden lassen. Am Triebwerk seien die Kraftstoffpumpe und die hydromechanische Einheit ausgefallen. Beides wären keine Verschleißteile, ihre durchschnittliche Lebensdauer sei nicht überschritten gewesen.

Das Urteil: Der Europäische Gerichtshof (Urteil vom 17.09.2015, Az. C-257/14) entschied zu Gunsten der Reisenden. Technische Probleme könnten zwar zu den „außergewöhnlichen Umständen” zählen – aber nur, wenn sie auf einem Vorkommnis beruhten, das nicht Teil der normalen Tätigkeit eines Luftfahrtunternehmens und von diesem nicht beherrschbar sei. Dies sei zum Beispiel bei versteckten sicherheitsrelevanten Fabrikationsfehlern der Fall, auch bei Schäden durch Sabotage oder Terroranschläge. Ein vorzeitiges Auftreten von technischen Mängeln an einem einzelnen Flugzeug sei zwar unerwartet, aber deswegen noch kein „außergewöhnlicher Umstand”. Die Wartung der Triebwerke und die Gewährleistung eines reibungslosen Betriebs gehörten zur normalen Tätigkeit einer Fluggesellschaft und seien von dieser auch zu beherrschen. Der Gerichtshof stellte auch klar, dass ein mögliches Verschulden des Herstellers nicht bedeute, dass der Ausgleichsanspruch der Reisenden gegen die Fluggesellschaft entfalle.

 


Veröffentlicht am: 09.10.2015

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit