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Morgengruß von Helmut Harff: Liebe Oma

Und Heintje hatte recht...

Der kleine adrette holländische Junge Heintje trällerte vor Jahrzehnten „Oma so lieb, Oma so nett, ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt...“. Er rührte damit nicht nur Omas zu tränen, sondern sorgte bei Stones- und Beatlesfans für Hörstürze.

Und doch, eigentlich gaben im alle recht, wenn er weiter sang: „... wär's auf der Welt so traurig und leer, denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr". Wie ich gerade heute auf die Oma komme? Ich habe gestern in der Bahn zwei vielleicht zehnjährige Jungen über ihre Omas reden hören. Der eine hatte -  heute gar nicht so selten – gleich drei Omas, der andere nur eine. Sie hatten augenscheinlich ihre Omas sehr gern, denn sie lobten sie alle über den grünen Klee.

Fast lachen musste ich, als der Knabe mit einer Oma erzählte, dass die noch gar nicht so alt sei, erst 50. Die Oma, so hörte ich weiter, kenne sich aus, spiele mit ihm Computerspiele, habe ihm ein Smartpohne geschenkt und habe sogar einen jüngeren Freund. Der Junge platzte fast vor Stolz auf seine Oma.

Das machte mich fast ein wenig neidisch. Klar, mit 60 hat man kaum noch das Glück, eine Oma zu haben und flott ist die meist auch nicht mehr. Ich hatte nur eine Oma. Die war toll – kein Wunder, war ich auch sieben Jahre lang ihr einziger Enkel. Es ist schön, Omas Liebling zu sein. Wobei, entgegen Heintjes Oma-Song durfte ich nicht alles bei ihr. Ich hatte eine Oma mit Prinzipien und einer eigenen Porzellan-Kakaotasse. Darauf war ich ganz besonders stolz. Oma vertraute mir eine ihrer geliebten Sammeltassen an. Wer nicht mehr weiß was das sind, fragt doch am besten die Oma.

Oma, das wollen heute viele Frauen nicht mehr sein. Immer wieder ist zu hören: „Mach mich nicht so früh zur Oma“. Das nehmen sich die Frauen zu Herzen und bekommen ihrerseits erst Kinder in einem Alter, in dem man vor dreißig Jahren schon zur Oma gemacht wurde. Ob die ihre Enkel noch aufwachsen sehen? Ob in späterer Zeit noch ein Junge davon schwärmt, dass seine Oma erst 50 ist und auf der Höhe der Zeit?

Und die Opas? Wenn man bei Google nach einem Opa-Lied sucht, wird man nicht viel finden. Opas werden nicht besungen. Opas sitzen heute nicht mehr mit der Pfeife im Mund im Opasessel. Opas sind da, basteln mit einem, gehen mit zum Fußball oder zum Ballettunterricht. Opas sind toll, aber Omas sind eben Omas.

Wobei, nicht nur die Mütter, auch die Väter werden ja immer älter. Die Opas von heute sind ja stolz darauf, wenn sie noch einmal Nachwuchs zeugen. Selbst wenn der sich als Frühreif herausstellt und jung selber Vater wird, sein Kind wird wohl ohne Opa aufwachsen. Er wird dann nur noch aus dem Kinderbuch erfahren, dass es so etwas wie Oma und Opa gab. Das sollten sich all die spätberufenen Eltern mal überlegen, wenn sie nach der Karriere ihr Leben mit einem Kind komplettieren wollen.

Man hört dann immer, dass sie jetzt ihrem Kind viel mehr bieten können, als in jungen Jahren. Viel mehr bieten? Auch eine Oma und einen Opa? Die kann kein übervolles Spielzimmer, die kann kein Kleiderschrank voll Markenklamotten ersetzen. Wie soll so ein Kind und seine Kinder die Liedzeile „Oma so lieb, Oma so nett, ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt...“ verstehen? Wohin soll es gehen, wenn es Kummer hat, wer steckt dem Kind mal einen Euro zu, von dem sonst niemand etwas weiß, wem vertraut man seine Geheimnisse, seinen Liebeskummer an?

Ich bin nun wirklich schon ziemlich groß geworden, doch meine Oma vermisse ich bis heute.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück – vielleicht mit der Oma oder zumindest mit einem leisen Dankeschön an sie.

 


Veröffentlicht am: 14.10.2015

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