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Aufgespießt: Nachbarschaft

... gehasst und geliebt

(Helmut Harff/Chefredakteur) Früher, als es noch einen Arbeiter-und Bauernstaat namens DDR gab, war Gemeinschaft wichtig. Ich meine nicht die Anstehgemeinschaft, schlicht Schlange stehen, ich meine auch nicht die Gibst Du mir-gebe ich Dir-Gemeinschaft.

Die DDR versuchte ihre Menschen immer in Kollektive zusammen zu fassen, die man eben gern auch Gemeinschaft nannte. Gemeinschaft kann man ruhig auch im Sinne von einer christlichen Gemeinschaft verstehen. Man glaubt eben genau wie in der Kirche an Heilsversprechungen, an das Jenseits, an das Leben in ferner Zukunft. Dieses Leben - das wurde nur verklausuliert gesagt - wird genießen können, wer sich heute plagt, wer sich der Gemeinschaft anschließt, sich in ihr plagt. Der Slogan dafür lautete: Wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben. Wann dieses Morgen sein sollte, das wusste wohl niemand.

Eine solche Gemeinschaft war die staatlich geförderte Hausgemeinschaft. Man sorgte gemeinsam - wer auch sonst bei den niedrigen Mieten - dafür, dass das Haus nicht verfiel, der Vorgarten schmuck aussah, die Treppe gefegt, gewischt und gebohnert wurde, die Nutzungszeiten von Waschküche und Trockenboden gerecht verteilt wurden und die Mittags- und Nachtruhe eingehalten wurde. Manchmal wurde auch dafür gesorgt, dass die Fahnen zu großen Anlässen und Feiertagen raus gehangen wurden.

Mir war das genau wie die Besäufnisse - sprich Hausgemeinschaftsfeiern - immer sehr suspekt. Ich wollte mir immer aussuchen, mit wem ich was mache. Und, es waren immer wieder Leute darunter, die ich nicht mochte.

Wieso ich darauf komme? Hausgemeinschaften gibt es auch heute, nicht von außen organisiert, sich viel eher selber findend. Da nimmt der eine die Post des anderen entgegen, man hilft sich in vielen Fällen, kümmert sich um alte Mitbewohner, fegt auch schon mal die Treppe.

Höhepunkte im Leben einer Hausgemeinschaft sind aber die Katastrophen. So eine ereilte unser Haus heute früh. Ursache war ein veritabler Rohrbruch im Keller. Das der nicht zu wirklich schweren Schäden führte, verdanken wir einem Nachbarn beziehungsweise seinem Hund. Der wollte Gassi gehen und Herrchen hörte das Rauschen im Keller. Kurze Zeit später fanden sich alle im Keller ein, in dem der Hausmeister schon dabei war den Wasserstrom zu stoppen.

Dann zeigte sich die Gemeinschaft beim Trockenlegen des Kellers. Alle griffen zu geeigneten Gerätschaften, die ordentlich im Kellergang hingen und im nu war das Wasser entfernt. Alle waren froh und verschwanden zum Frühstück in die eigenen vier Wände. Man traf sich dann Tür an Tür noch einmal um festzustellen, dass der Hausmeister den Schaden beseitigt hat und alle wieder Wasser haben.

Sicherlich werden wir uns jetzt beim Treffen im Treppenhaus noch etwas freundlicher anlächeln. Hausgemeinschaft, wenn gelebt und nicht angeordnet, ist wirklich etwas gutes.

 


Veröffentlicht am: 26.10.2015

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