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Von Winterspeck, gsunden Haxn und einem gscheiten Skianzug

Expertentipps zur Vorbereitung auf die Skisaison

Jedes Jahr im Herbst stehen Hobbyskifahrer vor den gleichen Fragen: Skifahren oder doch lieber Sonnenbaden wegen mangelnder Fitness? Material kaufen oder leihen? Die teure Hightech-Jacke oder das alte Lieblingsmodell? Zum Saisonstart im Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn gibt Helmut Schneider, Leiter einer Skischule in der renommierten Wintersportregion Zell am See-Kaprun, Tipps zur Vorbereitung.

Fit machen für den Winter


„Grundsätzlich gilt, dass jeder, der zwei gsunde Haxn hat und damit aufrecht gehen kann, auch Skifahren kann“, beginnt Helmut Schneider seine Ausführungen. Trotzdem empfiehlt er eine Vorbereitung für Muskulatur und Kreislauf, da nicht nur die sportliche Belastung ungewohnt sein kann, sondern auch die dünne Luft in 3.000 Metern Höhe: „Der Freizeitskifahrer sollte zwei bis drei Monate vor dem Urlaub mit regelmäßigem Radfahren starten. Zwei bis drei wöchentliche Einheiten von jeweils 30 bis 60 Minuten Dauer sind ausreichend.“ Fortgeschrittenen Fahrern rät der Kapruner zu Übungen für die Rumpfstabilisation. Muskulatur im Bauch- und Rückenbereich ist wichtig, um bei hohen Geschwindigkeiten und in engen Kurven die Kontrolle über die Ski zu behalten.

Die richtige Ernährung für kalte Tage auf dem Gletscher

„Ein wenig Winterspeck auf den Rippen isoliert zwar, aber ein guter Skianzug wäre doch gscheiter. Wie bei jeder anderen Sportart wird auch das Skifahren durch Übergewicht maßgeblich erschwert“, erklärt Helmut Schneider, auf zusätzliche Pfunde durch die gute Küche in Zell am See-Kaprun angesprochen. Von einer Ernährungsumstellung vor dem Skiurlaub rät er trotzdem ab. „Das würde den Kreislauf durcheinander bringen und unnötig belasten. Eine solche Umstellung muss langfristig vonstattengehen, wofür den meisten Hobbysportlern die Zeit fehlt.“ So bleibt nur, das ganze Jahr über auf eine ausgewogene Ernährung mit Nährstoffen wie Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten sowie Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen zu achten. Ein leicht verdauliches, kohlenhydratreiches Frühstück sollte, so der Experte, zwei bis drei Stunden vor einem langen Tag auf den Brettern eingenommen werden.

Material: Kaufen, leihen oder die alten Bretter aus dem Keller?

Für jeden Freizeitfahrer ist das Mieten von Skiausrüstung die beste Wahl. „Das Leihmaterial ist stets aktuell, wird nach jedem Kunden gepflegt und ist somit immer in bestem Zustand“, erklärt Helmut Schneider. Außerdem ist für alle Leistungsstufen der passende Ski vorhanden und die Sportler können alles wieder tauschen, sollte etwas nicht den Erwartungen entsprechen. Vom Aktivieren alter Ausrüstung aus dem Keller rät der Experte ab. „Es sei denn, diese ist gepflegt worden. Wie beim Auto sind auch bei den Skiern und der Bindung regelmäßige Wartungen notwendig, damit beides sicher funktioniert.“ Der Kauf einer eigenen Ausrüstung im mittleren Preissegment rechnet sich ab zwei bis drei Wochen Skiurlaub pro Jahr. Nach insgesamt 80 bis 100 Skitagen sollten Freizeitfahrer dann über eine Neuanschaffung nachdenken. 

Die richtige Skijacke

Grundsätzlich gilt es, auf gute Passform und die damit einhergehende  Bewegungsfreiheit sowie auf gut sitzende Abschlüsse zum Schutz vor Schnee, Regen und Kälte zu achten. Auch wasser- und windabweisendes Material, atmungsaktive Unterwäsche und die altbekannte Zwiebeltechnik sind wichtig: Die Ausrüstung sollte aus mehreren dünnen Schichten bestehen, wodurch man schnell auf Wetterumschwünge reagieren kann. „Und zu guter Letzt muss das Outfit natürlich gefallen, sonst zieht man es ja nicht an“, sagt Helmut Schneider. Die Wahl zwischen günstig, Hightech- oder Luxusmodell habe geringen Einfluss auf das spätere Skifahrerlebnis, so der Experte.

Trends im Skisportwinter 2015/16

Der Kunstschneeanteil in Europas Skigebieten steigt und so weichen immer mehr Wintersportler in Tiefschneegebiete abseits der Pisten aus. All Mountain Ski, die in allen Revieren angenehm zu fahren sind, liegen dementsprechend im Trend. Damit einhergehend sieht der Kapruner eine neue Entwicklung: der durch ortskundige Guides betreute Urlaub: „Der Skilehrer kennt das Skigebiet und kann die Gäste, ohne sie zu überfordern, sicher durch Tiefschneegebiete führen“, erklärt er auf den Offpiste-Trend angesprochen. So empfiehlt Schneider für Freerider das Kitzsteinhorn, wo Experten Beratung zu Themen wie Lawinensicherheit und passenden Routen anbieten.

Alternativen zum alpinen Skisport

Die Ferienregion Zell am See-Kaprun bietet bei schlechten Pistenbedingungen zahlreiche alternative Outdooraktivitäten an. „So haben wir mit dem Ronachkopf in Thumersbach einen Berg, der nur für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer zugänglich ist“, schlägt Helmut Schneider vor. Die Tour auf den Ronachkopf ist eine landschaftlich schöne und einfache Strecke mit 500 Höhenmetern und 2.500 Metern Länge. Für Langläufer ist die Höhenloipe auf der Schmittenhöhe rund um den Speicherteich Plettsaukopf interessant. Sie bietet eine tolle Aussicht auf die gesamte Region. Auch geführte Winterwanderungen auf der Schmittenhöhe und Nordic Walking rund um den Zeller See sind beliebte Alternativen zum normalen Skibetrieb.
 
Weitere Informationen zum Wintersportangebot in Zell am See-Kaprun unter:
www.zellamsee-kaprun.com/skifahren-snowboarden
www.zellamsee-kaprun.com/alternativer-wintersport

Foto: © Zell am See-Kaprun

 


Veröffentlicht am: 27.10.2015

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