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28.03.2017

 

 

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Wein-, Kultur- und Naturgenuss

Reisen im Norden Baden-Württembergs



Vor allem in den Grenzregionen, dort wo Württemberg, Baden und Franken aufeinander treffen, liefern die (wechselnden) Grenzverläufe Anlass für so manches Kuriosum, zeigen Winzer vor Ort, wie sich die vermeintlichen Gegensätze zwischen beiden Regionen genussvoll vereinen lassen.

Egal ob im Kraichgau, in Hohenlohe oder im Taubertal: Überall wird dem Besucher eine vielfältige Weinkultur geboten. Hinzu kommen höchst reizvolle Rad- und Wanderwege. Die UNESCO-Welterbestätten Kloster Maulbronn und der Obergermanisch-Raetische LIMES, auch das Schloss Weikersheim und die reizvolle Kurstadt Bad Mergentheim sind die kulturellen Höhepunkte in diesem Reisegebiet.

Oberderdingen – Weinbauort zwischen Baden und Württemberg

In Oberderdingen geht man gleich mehrfach über Grenzen: Der Weinbauort zwischen Karlsruhe und Heilbronn liegt am Übergang vom Kraichgau in den Stromberg und exakt an der weinbaulichen Grenze zwischen Baden und Württemberg. Oberderdinger Winzer bewirtschaften Weinberge in beiden Weinregionen. Legt man die alten Klischees und Befindlichkeiten zugrunde, die über Jahrzehnte hinweg entstanden sind, dürfte es dies eigentlich nicht geben: Trauben aus Baden und Württemberg in einem Weingut, fast undenkbar. Doch der Ort hat schon viele Grenzverschiebungen erlebt und wird seit Jahrhunderten vom Weinbau geprägt. Das zeigen nicht nur die Weintrauben im Wappen der Gemeinde. Eine Legende aus der Zeit des 30-jährigen Krieges besagt, dass Oberderdingen nur verschont wurde, weil der Pfarrer seinen Weinkeller öffnete. Nach dem Genuss des örtlichen Weins waren die kaiserlichen Truppen derart milde gestimmt, dass sie den Rückzug antraten. Die Geschichte, ob war oder nicht, zeigt in jedem Fall die friedensstiftende Wirkung, die vom Wein ausgehen kann. Kein Wunder also, dass sich heute Badische und Württemberger Weinstraße in Oberderdingen friedlich begegnen.

Grenzgänger-Touren im Weingut Lutz

Im Oberderdinger Weingut Lutz stehen kulinarische Grenzgänge nicht nur auf der Speisekarte. Winzer Manuel Lutz, der das Weingut in vierter Generation führt, geht in seinen Weinbergen jeden Tag über Grenzen. Sieben Hektar stehen auf badischer Gemarkung, zehn Hektar in Württemberg. Während er im badischen Kraichgau überwiegend Weißweine anbaut, prägen Rotweine seine Weinberge in den württembergischen Hügeln des Strombergs. Mit der besonderen Lage arbeitet das Weingut aber nicht nur im Weinkeller. Auf dem Programm steht auch eine sehr reizvolle„Grenzgänger-Tour“ im Oldtimer-Bus. Dabei kann weinbauliche Vielfalt dieser Grenzregion erlebt werden, an mehreren Stationen in den Weinbergen werden Weinproben mit regionalen Köstlichkeiten angeboten.

Liebliches Taubertal – Ein Fluss verbindet drei Anbaugebiete

Von der Quelle bis zur Mündung wandert die Tauber nicht nur mehrmals zwischen Bayern und Baden-Württemberg hin und her. Sie schlängelt sich auf ihrem Weg durch das Liebliche Taubertal auch durch drei verschiedene Weinbaugebiete auf engstem Raum. Im südlichen Taubertal, rund um Creglingen und Weikersheim, wachsen württembergische Reben. Ein paar Kilometer weiter im Norden beginnt mit Tauberfranken die nördlichste badische Weinbauregion. Doch im Taubertal treffen nicht nur das badische Tauberfranken und die nördlichen Ausläufer Württembergs aufeinander. Mit dem Weinbaugebiet Franken kommt auf bayerischer Seite ein weiteres hinzu, das dem Gemeinschaftsgefühl keinen Abbruch tut.

Man versteht sich als einheitliche Region und vielleicht verwischen auch deshalb die Grenzen hier noch mehr als anderswo. Etwa beim traditionellen fränkischen Bocksbeutel, der auch im badischen Tauberfranken, nicht aber im württembergischen Taubertal zum Einsatz kommt. Das Weingut Hofäcker in Weikersheim bietet grenzüberschreitende Weinerlebnistouren zwischen Franken und Württemberg an. In der „Becksteiner WeinWelt“ der ältesten Winzergenossenschaft Badens, 2014 von der Berliner Wein Trophy als Deutschlands beste Winzergenossenschaft gekürt, können die hier kultivierten Weine probiert und gekauft, auch stimmungsvolle Weinproben im historischen St. Kilian-Keller und Wanderungen im Weinberg können arrangiert werden.

Wander- und Radwege

Ob Strecken- oder Rundwandern, ob Pilger- oder Themenwege – das „Liebliche Taubertal“ bietet allen Wandergästen die richtigen Routen für ausgedehnten Wanderspaß. Aushängeschild ist der 130 km lange Panoramaweg Taubertal von Rothenburg o.d.T. bis Freudenberg am Main. Dieser wurde wiederholt mit dem Qualitätssiegel „Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet.  Dies ist eine Bestätigung des Wandervergnügens im Taubertal. Vier vom Panoramaweg abzweigende Extratouren in die Seitentäler des Taubertals – mit weiteren 93 km Wanderstrecke – führen auch zu herrlichen Fernblicken und bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten der kleineren Städte und Dörfer.

Ein weiteres Wanderhighlight der Ferienlandschaft an Tauber und Main ist der Jakobswanderweg Odenwald, Main- und Taubertal. Er vernetzt auf 170 km von Miltenberg bis Rothenburg ob der Tauber die beiden Jakobspilgerwege Aschaffenburg-Colmar und den fränkisch-schwäbischen Jakobsweg. Er führt zu den Zeugnissen der früheren Pilger in Main- und Taubertal und bietet damit auch einen kulturellen Einblick für die Wanderer.

30 Rundwanderwege auf insgesamt 530 km Länge bieten dem Gast die Möglichkeit, tagsüber das Taubertal mit seinen Nebentälern zu erkunden und abends in die ausgewählte Unterkunft zurückzukehren. Dort können dann ausgiebig die Taubertäler Köstlichkeiten und/oder Well-nessangebote genossen werden. Ein runder Abschluss für einen erlebnisreichen Tag.

Von erlebnisreichen Themen-Radtouren bis zum sportlichen Radfahrspaß ist ein umfassendes Angebot an Tauber und Main für Radtouristen vorhanden. Alle nachstehenden Radtouren haben ihren individuellen Reiz und Charakter. Vorzeigeroute ist der 100 km lange Radweg „Liebliches Taubertal – Der Klassiker“ zwischen Rothenburg ob der Tauber und Wertheim am Main, der vom ADFC als einziger Radweg in Deutschland mit der Höchstwertung von 5 Sternen ausgezeichnet ist. Entlang dieses Radweges finden sich Hörstationen. An diesen Hörstationen können sich die Radfahrer direkt über einen QR-Code oder über die Taubertal-App die Audio-Dateien anhören. Hier kann viel Interessantes und Historisches über das Taubertal entlang des Radweges gelernt werden.

Über das gut ausgebaute Radwegenetz lässt sich das „Liebliche Taubertal“ mit seinen Burgen, Schlössern, Klöstern und Museen auf eine sehr angenehme Art und Weise kennen lernen. Dieses Radangebot wird durch die Radwegekirchen ergänzt, diese bieten dem Radfahrer einen Platz zur Erholung. Der Radweg „Liebliches Taubertal – Der Sportive“ führt auf anspruchsvollen 160 km von Wertheim über Freudenberg und über die Höhenzüge des Taubertals nach Rothenburg o.d.T. Muskelkraft oder der Einsatz von E-Bikes bzw. Pedelecs ist angesagt. Je nach persönlicher Kondition sollte individuell entschieden werden. Der „Main-Tauber-Fränkische Rad-Achter“ verbindet auf über 552 Kilometern die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern. Die Strecke führt bequem durch die Landkreise Main-Tauber, Neustadt/Aisch, Würzburg, Main-Spessart, Miltenberg und Neckar-Odenwald. Radfahrspaß pur ist angesagt. Im Jahr 2016 feiert dieser Radweg sein 25 jähriges Jubiläum.

Weikersheim und Bad Mergentheim

Wie Perlen an einer Kette reihen sich eindrucksvoll mittelalterliche Städte, Gemeinden und Dörfer an Tauber und Main sowie in den Seitentälern und auf den Höhenzügen auf. Burgen, Schlösser, Klöster und Museen, Steinbrücken, von Heiligen beschirmt, Madonnen, Bildstöcke und Wegkreuze auf den Fluren sind Beispiele dieser zu erlebenden Geschichte. Aushängeschilder sind das Schloss Weikersheim (Foto) und das Deutschordensschloss in Bad Mergentheim.  Bad Mergentheim ist Baden-Württembergs größter Bäderstandort, es hat eine sehr reizvolle Altstadt und einen einladenden Kurpark.

Schloss Weikersheim ist die Perle der zahlreichen hohenlohischen Schlösser: Aus einer Wasserburg entwickelte sich hier eine der schönsten Residenzen der Renaissance. Die prachtvoll gestalteten Räume mit ihrer vollständig erhaltenen Inneneinrichtung spiegeln den Glanz vergangener Zeiten wider. Höhepunkt ist der prachtvoll mit Deckengemälden geschmückte Rittersaal und der Schlosspark. Außergewöhnlich ist der Reichtum an Figuren, die vollständig noch aus der Entstehungszeit des barocken Gartens erhalten sind. Sie bevölkern den Garten an allen gestalterisch wichtigen Punkten. Berühmt und eine Seltenheit ist die „Zwergengalerie“, eine Gruppe von Zwergenfiguren im Schlossgarten.

UNESCO-Welterbe Limes


Der Obergermanisch-Raetische Limes trennte nach der letzten Grenzkorrektur um die Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus das Römische Reich von den Germanen. Er wurde im Jahre 2005 von der UNESCO zur Welterbestätte erklärt. Die 164 km lange Grenzlinie führt heute durch den Neckar-Odenwald-Kreis und durch den Landkreis Heilbronn, den Hohenlohekreis, den Landkreis Schwäbisch Hall, den Rems-Murr-Kreis und den Ostalbkreis.

Um den schnurgeraden Verlauf des UNESCO-Welterbes Limes in der Region Hohenlohe erlebbar zu machen, haben die Kommunen Zweiflingen, Öhringen und Pfedelbach das gemeinsame und am Limes einmalige Projekt „Limes Blicke“ ins Leben gerufen. In allen drei Gemeinden wurde ein „Limes Blick“ und damit eine Limesplattform errichtet, die im Zusammenspiel eine Blickbeziehung vom Pfahldöbel bei Zweiflingen quer über das Öhringer Becken bis zu einer Hangkante im Wald bei Pfedelbach-Gleichen möglich machen. Zusammen mit der mittelfristig geplanten Markierung des Limes im Gelände, z.B. durch Bepflanzung mit Bäumen, Sträuchern und anderen Landmarken, können dann von den Plattformen aus fast 11,5 km des Obergermanisch-Rätischen Limes mit bloßem Auge erfasst werden.

UNESCO-Welterbe: Kloster Maulbronn

Mittelalter vom Feinsten bietet Baden-Württembergs erstes UNESCO-Welterbe: das nördlich von Pforzheim gelegene Kloster Maulbronn (Foto) vereint hochkarätige Baukunst und eine außergewöhnliche Geschichte – und bietet obendrein das Erlebnis einer Landschaft, die das Wirken der klugen Mönche bis heute zeigt. Das Kloster Maulbronn, 1147 gegründet, ist ein eindrucksvolles Dokument der Zisterzienserkultur und die besterhaltene Klosteranlage nördlich der Alpen. Die Herzöge von Württemberg, die im 16. Jahrhundert die Herrschaft über Maulbronn besaßen, richteten im Zuge der Reformation hier eine Klosterschule ein. Insbesondere die Gebäude des östlichen Hofs wurden den neuen Anforderungen entsprechend angepasst. Eine Ausstellung im Kloster veranschaulicht die Rolle, die diese Schule für die geistige Elite Württembergs spielte. Hier können per Knopfdruck Stundenpläne der berühmten Klosterschüler Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse verglichen werden. Unter dem Stress des Schulalltags entstanden etliche literarische Werke, mit denen sich die Ausstellung beschäftigt. Hesses Roman „Unterm Rad“ ist wohl das bekannteste.

Autoren: Jörg Raach/Julia Kratzer

Copyright: Weininstitut Württemberg; Tourismusverband Liebliches Taubertal, Peter Frischmuth;  Schloss Weikersheim - © TMBW/ Achim Mende; Kloster Maulbronn von aussen - © Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

 


Veröffentlicht am: 29.10.2015

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