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23.04.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Angst

... und Ratlosigkeit

Ich wollte, nein, ich habe es mir gestern Abend gemütlich gemacht. Das Bier war angenehm temperiert und die selbst gemachten Kartoffelchips dufteten verführerisch. Ich freute mich auf ein entspanntes Fußballspiel.

Nun gut, bei dem Spiel der Deutschen gegen die Franzosen blieb ich nicht lange entspannt. Was unsere Nationalkicker da ablieferten war nun wirklich nicht dazu angetan, sich zu entspannen. Mich wunderte nur, dass den Franzosen einfach kein Tor gelingen wollte.

Dann knallte es irgendwann im Stadion und irgendwie kam mir das komisch vor. Feuerwerk, selbst illegal hergestelltes, klingt anders, zeigt nicht eine solche Wirkung. Kein Problem, wozu gibt es das Handy. Schnell las ich davon, dass da vor dem Stadion ein Sprengsatz hochgegangen sein soll. Ein Sprengsatz? Ein Terroranschlag? Das war es dann wohl mit dem Freundschaftsspiel. Ich rechnete jeden Augenblick mit einem Spielabbruch. Ich war viel zu aufgeregt, als dass ich noch an mein Bier und meine Chips dachte. Auch das Tor der Franzosen konnte mich nicht mehr richtig aufregen. Damit hatte ich ohnehin gerechnet.

Dann die Nachrichten und es war schon von 18 Toten in Paris die Rede. Klar, dass Spiel würde nicht mehr angepfiffen werden. Denkste, es ging weiter, als ob nichts gewesen wäre. Das habe ich bis jetzt nicht verstanden. Verstanden habe ich dann nur noch, dass es keine Spiel-Nachberichterstattung gab, dass keine Spieler interviewt wurden. Eine angemessene Reaktion der Fernsehmacher, denen nicht nur das Entsetzen anzusehen hatten. Man sah und man hörte, dass da auch Angst mit im Spiel war. Verständlich, wenn man bedenkt, dass es auch einen Anschlag auf ein Rockkonzert gegeben hat. Was, wenn die Terroristen sich das Stadion auch als Ziel ausersehen hätten?

Schnell war dann zu hören, dass hier eine größere Organisation hinter den Anschlägen stecken muss. Das glaube ich nicht unbedingt. Es ist nun wirklich keine intellektuelle Herausforderung, einige Verrückte so zu organisieren, dass sie zeitgleich ihr mörderisches Ziel in die Tat umsetzen. Das perfide am Terror ist ja, dass man mit geringstem Aufwand sehr viel Schaden anrichten kann. Ich meine nicht nur den direkten Schaden, die Toten und Verletzten. Ich meine den langfristigen Schaden. Terroranschläge haben immer wieder dazu geführt, dass sich das Leben von vielen Menschen nachhaltig verändert hat. Man denke an den Mord an dem österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, der zum ersten Weltkrieg führte, man denke an das Treiben der Rote Armee Fraktion, die die alte Bundesrepublik nachhaltig veränderte.

Was folgt nun den mörderischen Anschlägen in Paris? Angst? Sicherlich! Furcht vor Fremden? Ziemlich wahrscheinlich! Gibt es so etwas, was man als Rechtsruck bezeichnen kann? Ich vermute es ganz stark. Ich bin gespannt, wie viele Menschen sich am Montag bei der nächsten Pegida-Veranstaltung einfinden. Ich bin auch gespannt, wie sich das auf die nächsten Wahlen in Frankreich und das Abschneiden der Font National auswirken wird. Ich bin auch gespannt, wie nach den Morden in Paris die Arbeit von Geheimdiensten bewertet wird. Ich bin ebenfalls gespannt, ob man jetzt seine Paris- oder Frankreichreise kostenlos stornieren kann. Wird erstmals eine Reisewarnung für ein westeuropäisches Land oder eine derer Regionen ausgesprochen?

Ehrlich, mir wird immer schlechter, um so mehr ich darüber nachdenke, was so eine Terror-Nacht mit uns machen wird. Wenn ich das alles etwas weiter denke, dann bekomme ich Angst. Es ist keine wirklich konkret zu definierende Angst und das macht sie noch unerträglicher.

Ich kann jetzt nichts essen. Ich denke an die Menschen in Paris, an die, die diese Nacht nicht überlebten, die Verletzten, die dabei Gewesenen aber auch die Angehörigen und die Freunde der Terroropfer.

Irgendwie fällt es mir heute schwer, ihnen ein genussvolles Frühstück zu wünschen. Ich wünsch uns und Ihnen, dass wir so etwas wie in Paris nie erleben müssen.

 


Veröffentlicht am: 14.11.2015

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