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Automobil-News vom 14. November 2015

Michael Weyland informiert

Foto: Johnson Controls

Stellen Sie sich doch mal folgendes vor: Sie besuchen einen Automobilzulieferer, dürfen dort das eine oder andere besichtigen und stehen plötzlich vor einem Gebilde, das wie eine Garage aussieht. Die vermeintliche Garage wird geöffnet und was steht drin? Ein…. Autositz! Was im ersten Moment vielleicht wie ein Gag wirkt, ist aber zumindest bei Johnson Controls absolut ernst gemeint! Es ist ein Prüfstand und zwar einer vom Feinsten. Michael Kerber, Abteilungsleiter des Akustik-und Komfortzentrums bei Johnson Controls

Michael Kerber:
Es handelt sich da um eine Schwingprüfanlage und mit einer Schwingprüfanlage erzeugen sie halt Vibrationen, und diese Vibrationen werden dann unseren Mustern zugeführt, d.h., unsere Prüfmuster werden mechanisch belastet durch diese entsprechenden Vibrationen und natürlich werden dadurch auch Fragestellungen beantwortet bezüglich des sogenannten Schwingungskomforts. D.h., Schwingprüfanlagen sind ein klassisches Mittel, ein klassisches Prüfgerät, um auch Komfortuntersuchungen durchzuführen.

Michael Kerber beim Selbstversuch. Foto: Johnson Controls

Wie kann man sich das denn am besten vorstellen?
Michael Kerber:
Der eine oder andere hat sicherlich schon einmal einen Fahrsimulator gesehen, wo sie halt eine Formel-1-Teststrecke simulieren. Im Grunde genommen ist das Prinzip, dass wir hier haben, wirklich sehr vergleichbar. In der Praxis sieht das so aus, dass wir Beschleunigungswerte in einem wirklichen Auto aufzeichnen - mit der entsprechenden Sensorik - und hier dann über bestimmte Verfahren auf diesem Prüfstand so wiedergeben. D.h., wenn Sie sich mit einem Fahrzeugsitz auf dem Prüfstand befinden, empfinden Sie genau die gleichen Schwingungen wie im Fahrzeuginnenraum.

Ganz so einfach ist es aber dann natürlich doch nicht.

Foto: Johnson Controls

Michael Kerber:
Der Prüfstand, den wir hier haben, ist ein so genannter 6-axialer-Shaker, mit sechs Freiheitsgraden und ich denke mal, die drei wichtigsten Bewegungsrichtungen wird jeder Hörer noch kennen. Das ist einmal nach oben und nach unten, nach links und rechts, vorne und hinten - das sind dann drei so genannte Freiheitsgrade und wir brauchen noch zusätzlich die Drehbewegung um die x-Achse, um die y-Achse und um die z-Achse und wenn wir dann all diese Bewegungsrichtungen dann alle miteinander kombinieren, haben wir ein sehr natürliches Signal, was Sie in der gleichen Form auch in ihrem Fahrzeug finden.

Foto: Johnson Controls

Rund zwei Millionen Euro investierte der Automobilzulieferer in die Prüfanlage, die umfassende Komfort- und Lebensdauertests von beispielsweise 100.000 Kilometern Fahrstrecke erlaubt. Durch Einbau in eine spezielle Klimakammer lassen sich unterschiedliche klimatische Bedingungen simulieren. Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein paar beeindruckende Zahlen!

Michael Kerber:
Dieses Schwingfundament hat eine Masse von ungefähr 240 Tonnen, der gesamte Aufbau des Prüftisches wiegt dann noch mal ca. 25 Tonnen , also wir sprechen hier von zwischen 265 und 270 Tonnen Gesamtmasse, die in Bewegung versetzt werden!

Und das alles nur, damit wir Autofahrer gut sitzen!

Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden unter:
http://www.was-audio.de/aanews/autonews20151113_kvp.mp3

 


Veröffentlicht am: 14.11.2015

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