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Morgengruß von Helmut Harff: Heiliges Jahr

... und ein etwas ratloser Protestant

Heute öffnet Papst Franziskus die sogenannte Heilige Pforte des Petersdoms, eine üblicherweise zugemauerten Kirchentür. Und ich? Ich stehe davor wie der Ochs vor dem neuen Tor.

Ich erfahre auf op-online.de, dass die Tradition der Heiligen Jahre bis ins Jahr 1300 zurück reicht. Während eines Heiligen Jahres gewährt der Papst den Gläubigen unter bestimmten Bedingungen einen vollständigen Erlass ihrer Sünden. Zuletzt hatte Papst Johannes Paul II. vor 25 Jahren ein Heiliges Jahr ausgerufen. Damals strömten etwa 30 Millionen Gläubige nach Rom. Bislang wurden 26 ordentliche Heilige Jahre gefeiert, die alle 25 Jahre stattfinden. Das von Franziskus ausgerufene "Jubiläum der Barmherzigkeit" ist ein außerordentliches Heiliges Jahr.

Sündenvergebung? Das riecht nach Ablasshandel, der ja einer der Auslöser der Reformation war. Ich glaube jedoch nicht, dass das jetzige Oberhaupt der katholischen Kirche den Ablasshandel wieder einführen will. Ihm geht es - so ist zumindest überall zu lesen - um die Barmherzigkeit.

Doch Barmherzigkeit gegenüber wem? Wen sollen die zu "Missionaren der Barmherzigkeit" ernannten 800 Priester von ihren Sünden frei sprechen? Franziskus verfügte, dass während des Heiligen Jahres auch Häftlinge in der Gefängniskapelle einen Ablass ihrer Sünden erlangen können. Gilt das für alle Häftlinge oder nur für die, die der Papstkirche angehören?

Ich hoffe, die Barmherzigkeit von Papst Franziskus, die Barmherzigkeit der katholischen Kirche, die Barmherzigkeit der Katholiken reicht nicht nur für sie selber, sondern für alle Menschen, ob die nun im katholischen Sinne gläubig sind oder nicht. Ich frage mich aber auch, reicht die Barmherzigkeit für die Menschen, die im Namen Allahs sich und andere Menschen ermorden? Reicht die Barmherzigkeit für Moslemhasser wie dem US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, für rechtsradikale Mörder wie die von der NSU? Reicht die katholische Barmherzigkeit auch für geschiedene Kirchenmitglieder, für gleichgeschlechtlich liebende und für solche, die abgetrieben haben? Reicht die Barmherzigkeit für solche Menschen, die der katholischen Kirche den Rücken gekehrt haben, die an nichts mehr als an sich und weltliche Güter glauben?

Ich bin gespannt, was da bis zum 20. November 2016 - dem Ende des heute beginnenden Heiligen Jahrs - alles passiert. Dabei meine ich nicht nur in der katholischen Kirche, sondern in einer Welt, die alles andere als barmherzig ist.

Ich finde,, wir alle - ob Katholik oder nicht ist völlig egal - sollten uns das Thema  des Heilige Jahres zueigen machen. Barmherzigkeit ist das Gegenteil von Strenge, von Rechtsschutzversicherung und Angst vor Fremden. Barmherzigkeit ist etwas, was kein Geld kostet. Vielleicht kostet es etwas Überwindung barmherzig zu sein. Vielleicht üben wir erst einmal bei uns und sind uns gegenüber barmherziger, weniger streng. Wenn wir merken, dass Bramherzigkeit uns selbst gut tut, können wir auch zu anderen barmherzig sein.

Ich bin auch gespannt, wie ich reagiere, wenn jemand mir gegenüber seine Barmherzigkeit zeigen will. Muss das überhaupt jemand? Will ich das überhaupt? Wie gehe ich damit um?

Jetzt mache ich mir mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Seien Sie barmherzig - sich selbst und vielen anderen gegenüber.

 


Veröffentlicht am: 08.12.2015

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