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24.05.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Meinungsfreiheit

Ein sehr hohes Gut, das teuer bezahlt wird

Ich sehe nahezu jeden Morgen bei Google nach, was an dem jeweiligen Tag in der Geschichte so passiert ist. Ich erfuhr, dass heute der „Tag der Autoren hinter Gittern“ des „Writers-in-Prison-Committee“ begangen wird. Seit 1980 erinnert die internationale Schriftstellervereinigung P.E.N. an diesem Tag an Kollegen, die weltweit allein dafür verfolgt, inhaftiert und ermordet werden, weil sie Dinge sagen, schreiben und zeigen, die Machthabern oder irgendwelchen anderen Gruppen nicht gefallen.

Ich will jetzt gar nicht irgendwelche Zahlen bemühen, wie viele Kolleginnen und Kollegen in welchen Ländern in Gefängnissen sitzen, ermordet wurden oder nur noch im Exil arbeiten können. Ich bewundere den Mut all der Journalisten, Schriftsteller, Filmemacher und anderen Autoren, die wohl wissend um die Gefahren immer wieder die Finger in die Wunden legen, die kritisch berichten.

Ich verstehe, dass Diktatoren, dass Politiker, Religionsführer und sonstige Typen, die Dreck am Stecken haben, es auf den Tod nicht leiden können, wenn man ihnen ihre Worte und Taten vorhält. Wer will das schon. Ich verstehe aber die Dummheit dieser Menschen nicht. Wissen sie nicht, dass man auf Dauer die Menschen nicht mundtot machen kann? Wissen sie nicht, dass sich auf Dauer so ihre Regime, ihre Herrschafts- und Machtansprüche nicht erhalten lassen?

Nehmen wir nur die vergleichsweise "harmlose" DDR. Der Umgang mit kritischen Autoren, Filmemachern und nicht immer systemtreuen Künstlern war mehr als nur ein Sargnagel. Es nützte nichts, Wolf Biermann auszubürgern. Es zeigte sich, wie so eine Maßnahme nach hinten los geht und am Ende dazu führt, dass sich die Künstler, darunter eben viele Autoren und auch einige Journalisten, an die Spitze der Bewegung setzten, die zumindest ein Ende der SED-Diktatur einforderten und auch durchsetzten. Das sollten sich alle, die Autoren und Journalisten mundtot machen wollen, immer wieder in Erinnerung rufen.

Was ich allerdings auch nicht verstehe, ist die Medienkritik, die schon vor Jahrzehnten in der Bundesrepublik an Medien und Medienmachern geübt wurde. Da war schon in den 1960er Jahren von Ratten - bezogen auf Journalisten - und Lügenpresse - bezogen auf den Springerverlag - die Rede. Da wurden schon mal angeblich zu kritische Journalisten verfolgt, Redaktionen durchsucht.

Ich verstehe also auch heute die nicht, die auf Demos "Lügenpresse" skandieren. Sie sollten nicht nur am „Tag der Autoren hinter Gittern“ mehr als nur froh sein, dass wir in Deutschland eine Pressefreiheit genießen, um die man uns fast überall auf der Welt beneidet. Diese Pressefreiheit ist ein sehr hohes Gut. Wie hoch, dass merkt man leider zumeist erst dann, wenn diese Pressefreiheit mit Füßen getreten wird, wenn Autoren dafür verfolgt, inhaftiert und ermordet werden.

Noch ein Tipp an alle, die da Lügenpresse schreien, die von gleichgeschalteten Medien reden: Gründen Sie ihre eigenen Zeitungen, bauen sie ihre eigenen Internetportale auf, ziehen sie eigene Rundfunksender auf. Wenn Sie glauben etwas zu sagen zu haben, dann tun sie es. Sie müssen sich nur an das Grundgesetz halten. Doch das Recht auf freie Meinungsäußerung ist wirklich sehr weit gefasst. Nur meckern ist nun mal auch in Deutschland der bequeme Weg, der jedoch zu nichts führt.

Übrigens: Heute erfuhr ich zum Beispiel auch noch, dass vor 125 Jahren der Anführer der  Hunkpapa-Lakota-Sioux Tȟatȟáŋka Íyotake - besser bekannt als Sitting Bull (englisch für „Sitzender Bulle“) in der Standing Rock Reservation erschossen wurde. Der war auch andere Ansicht, als die Weißen, die das Land seines Volkes besetzt hatten.

Ich mach mir jetzt mein Frühstück und freue mich, dass mir keiner von offizieller Seite reinredet, bei dem, was ich hier so schreibe.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 15.12.2015

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