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Morgengruß von Helmut Harff: Sonntagsstaat

Haben Sie so etwas noch?

Sonntagsstaat, das ist ein Wort, das viele junge Menschen kaum noch kennen, das sie so gut wie nie verwenden. Das hat nichts mit dem verbreiteten politischen Desinteresse zu tun. Sonntagsstaat hat nämlich nichts mit Sonntagsreden von Politikern, sondern mit Mode, mit Kleidung zu tun.

Auf Wikipedia kann man dazu lesen:  "Sonntagsstaat ist die Bezeichnung für eine besonders repräsentative Kleidung, die vom Besitzer nur für besondere Anlässe – wie beispielsweise den sonntäglichen Kirchgang – getragen wird. Der Wortbestandteil Staat stammt von dem plattdeutschen Adjektiv staatsch, das für ‚ansehnlich‘ und ‚prachtvoll‘ steht."

Zu Beginn gleich einmal ein Geständnis: Als Kind hasste ich den Sonntagsstaat. Den durfte man nicht beschmutzen, man hatte sich ordentlich zu bewegen. Es machte einfach keinen Spaß im Sonntagsstaat spazieren oder irgend jemand besuchen zu gehen. Das hat mich für lange Zeit geprägt. Es gab keinen Sonntagsstaat. Alles was nur den Anschein erweckte, ein Sonntagsstaat zu sein, wurde aus meinem Kleiderschrank verband. Als Berliner hatte ich auch keine Tracht im Schrank, die man als Sonntagsstaat tragen könnte.

Wo sollte man auch eine so herausragende Kleidung tragen? Man ging nicht im Anzug in die Kirche - da war man ja soooo alternativ. Auf dem Campingplatz, im Boot? Wenn ich mich überhaupt chic anzog, so zum Date oder für einen Theaterbesuch. Wobei man vor 30, 40 Jahren auch da eher in Jeans oder in schwarzen Klamotten - die Jünger von Heiner Müller wissen was ich meine - ging. Hemd und Hose waren Oper und Ballett vorbehalten.

Und heute? Da ist meine zumeist getragene Sonntagskleidung die aus dem Sporthandel, die man auf dem Rad trägt. Und doch, ich habe wieder einiges "für gut" im Ankleidezimmer zu hängen. Ich habe schon länger Spaß daran, mich im Sonntagsstaat zu präsentieren. Ich fühle ich wohl im Anzug. Schlüpfe ich aus dem Alltagsdress und in den Sonntagsstaat, so verändert sich irgend etwas in mir. Ich fühle mich auf eine ganz besondere Art anders. Es ist eben nicht der Alltag, es ist etwas besonderes - und das macht mir Spaß.

Sonntagsstaat, das ist etwas, was man - wie das Wort ja verrät - nicht immer trägt. Man unterstreicht mit seinem Sonntagsstaat, dass der Anlass, zu dem man ihn trägt, eben etwas nicht alltägliches ist. Wobei ich meinen Sonntagsstaat weniger am Sonntag, als anlassbezogen trage.

Mal genauer zu sehen, was man zu diesem oder jenem Anlass anzieht, dass macht Spaß - mir zumindest. Erledige ich meinen Wocheneinkauf, so reicht es, "irgend etwas" anzuziehen. Ziehe ich mich an, weil ich shoppen gehen will, so reicht das, was ich dann anziehe schon nahe an den Sonntagsstaat heran. Will ich gut essen gehen, will ich ins Konzert, ins Theater, aber auch zu einer Feier, einem Empfang, dann ist Sonntagsstaat angesagt.

In so einem Sonntagsstaat erschienen gestern gut 50 Gäste im ****S-Hotel Dvorak im tschechischen Karlovy Vary und feierten das 25-jährige Jubiläum des Kurhotels.

Wenn ich jetzt im Dvorak zu Frühstück gehe, reicht wieder legere Kleidung.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und den einen oder anderen Anlass, an dem Sie sich in den Sonntagsstaat werfen.

 


Veröffentlicht am: 18.12.2015

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