Startseite  

24.07.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Morgengruß von Helmut Harff: Feuchter Händedruck

Helfen wird selten belohnt

Man will helfen. Wer hilft, macht das zu meist gern. Man hat ein gutes Gefühl dabei. Man tut gern etwas für seine Mitmenschen. Man engagiert sich gern, ist zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird. Wer nicht hilft, stellt sich außerhalb der Gemeinschaft. Wer anderen Hilfe verweigert, mit dem möchte man nichts zu tun haben. Wer sich nicht hilfsbereit zeigt, grenzt sich selber aus.

Helfen wird in unserer Gesellschaft groß geschrieben. Überall hört, ließt und sieht man von Menschen, die anderen helfen. Die einen tun das in Vereinen, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder in anderen Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz oder dem Technischen Hilfswerk. Wer dort Hilfe leistet, bekommt zumindest in Teilen seine Ausrüstung, wird von der Arbeit freigestellt und bekommt im besten Fall sogar so etwas wie eine Aufwandsentschädigung. Die gesellschaftliche Anerkennung und auch die von offizieller Seite ist fast selbstverständlich.

Doch wie sieht es bei allen anderen aus, die helfen? Wie sieht es bei denen aus, die nicht organisiert aktiv werden? Wie steht es um die, die sich "einfach so" um Flüchtlinge kümmern? Wie steht es um die, die Dinge spenden, die ihre Zeit, ihr Wissen unorganisiert zur Verfügung stellen? Die können schon über ein Danke, über einen feuchten Händedruck froh sein. Nur ganz, ganz wenige kommen in den Genuss, dass ihnen ein öffentlicher Dank, gar eine Einladung zum Bürgerempfang beim Bürgermeister oder gar beim Bundespräsidenten zuteil wird.

Die meisten, die helfen, bliebt allein das Gefühl, etwas gutes getan zu haben. Das ist sicherlich eine gute Motivation. Bei wenigen trägt die lange, bei den meisten sicherlich nur für einige Zeit. Diese Helfer können sich dann von Politikern angesprochen fühlen, die sich in Sonntagsreden bei all den Helfern so gern und wortreich bedanken. Dann wird gern auch mit einer Träne im Augenwinkel und gefalteten Händen darauf hingewiesen, dass unser Gemeinwesen nur deshalb funktioniert, dass es die vielen unbekannten Helfer gibt.

Was ist aber mit denen, die ihre Sachen beispielsweise in Kleiderkammern schaffen, die Geld oder Sachwerte spenden? Klar, auch die können sich von den Sonntagsreden angesprochen fühlen. Doch reicht das aus? Muss es nicht viel mehr Anerkennung für all die Menschen geben, die mit ihrem Engagement, mit ihrem Geld, mit ihrem Wissen, mit ihrer Zeit dafür sorgen, dass die staatlichen Defizite nicht noch stärker zutage treten, als sie es ohnehin tun?

Ich habe bei meinem Vater einmal ein unscheinbares Heftchen gefunden, in dem Marken eingeklebt waren. Draußen war etwas vom Nationalen Aufbauwerk zu lesen. So etwas gab es in den Anfängen der DDR. Mein alter Herr erzählte mir dann, dass er mit Kollegen half, im Berliner Tierpark das damals zerstörte Elefantengehege aufzubauen. Dafür gab es die Marken in dem Heftchen. Er wunderte sich, dass er das noch habe, denn die Marken konnten - so seine Erinnerung - damals in knappe Waren eingetauscht werden. Das ging in der überbürokratischen DDR damals wohl alles ziemlich einfach.

Ich finde so einen Helferpass gar keine schlechte Idee. Es muss ja dafür keine Waren geben. Vielleicht kann man sich ja eine andere Form der Honorierung einfallen lassen. Wichtig ist ja nicht der materielle Gegenwert, sonder einfach die Tatsache, dass die Helfer für ihre so wichtige Arbeit eine Anerkennung erhalten. Dann macht Helfen noch viel mehr Spaß.

Jetzt mache ich mir erst einmal mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.  Und: Danke für all das, was Sie für andere Menschen tun.

 


Veröffentlicht am: 15.01.2016

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit