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24.09.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Modesplitter – Teil 2

Es grünt so grün...

Nicht gelb, sondern grün ist dieser Tage die Farbe am ehemaligen Postbahnhof in Berlin. Zwischen der Mercedes-Benz-Arena und dem Ostbahnhof gelegen, werden hier keine Postsendungen mehr umgeladen. Hier dreht sich alles um grüne, um Öko-Mode. Die Aussteller hoffen allerdings, dass sehr bald die Post alle Hände voll damit zu tun hat, ihre Mode in die Geschäfte beziehungsweise direkt an die Haustüren der Kunden und Kundinnen zu bringen.

Die Aussichten dafür sind gar nicht schlecht, um es noch freundlicher zu sagen, sie werden immer besser. Das liegt weniger an den Kunden, als an den Machern und Anbietern von sogenannter grüner Mode. Was grüne Mode nämlich ist, sieht so ziemlich jeder anders. Die einen bieten vegane Mode an, andere haben solche aus Bio-Baumwolle oder aus recycelten Materialien. Wie ich in vielen Gesprächen erfuhr, ist das den meisten Käufern zwar nicht egal, ist aber nicht das Hauptverkaufsargument.

Die meisten Menschen achten eher auf das Preis-Leistungsverhältnis, auf eine Top-Passform, auf schönes Design, auf angenehme Stoffe. Wenn dann die Mode auch noch Bio oder Grün ist, wenn die Stoffe aus biologischem Anbau kommen und die Bauern und Hersteller egal wo auf der Welt fair für ihre Arbeit und ihre Produkte bezahlt werden, dann ist das sozusagen das i-Tüpfelchen auf den Einkaufsbummel.

Das gesagte trifft auf immer mehr Mode, wie sie auf der Ethical Fashion Show Berlin gezeigt wird, zu. Vielfach ist es einfach chice Mode, sind es Teile, die man gern anfasst, die mit ihrem Design überzeugen. Nichts mehr von wegen grünem Schlabberlook. Ich wette, dass man auf der Straße, im Club oder im Büro nicht erkennt, ob da jemand Mode von einem der Hersteller, die sich auf der  Ethical Fashion Show präsentieren, trägt oder ob das konventionell produzierte Teile sind.

Vorbei ist auch die Zeit, in der grüne Mode irgendwo in einem privaten Hinterzimmer gefertigt wird und dann  zu überhöhten Preisen zumeist an die Frau gebracht wurde. Die Preise entsprechen den gängigen Vorstellungen. T-Shirts aus Bio-Baumwolle und zu fairen Bedingungen produziert, bekommt man schon für unter 20 Euro, Businesshemden liegen deutlich unter 100 Euro. Klar, dass Designerstücke auch mal teurer ausfallen.

Probleme sehe ich noch immer, wenn es um Anzüge geht. Selbstverständlich sind die auch auf der  Ethical Fashion Show zu sehen. Doch tragen möchte ich die zumeist nicht. Die ähneln noch den Anzügen wie sie einst Don Johnson in der Kultserie „Miami Vice“ trug. Im Gegensatz zu heute war damals Knitterlook angesagt.

Noch schwieriger wird es, wenn man nach grüner Arbeitskleidung fragt. Hier kann man (noch) nicht auf technische Fasern und Stoffe verzichten.

Doch insgesamt kann ich ein positives Fazit in Sachen grüner, in Sachen Bio-Mode ziehen. Die ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, ist chic, ist tragbar und sie ist bezahlbar.

Nun gibt es noch ein schnelles Frühstück und dann geht es auf die nächste der unzähligen Modemessen und –events hier in der Hauptstadt.

Ich wünsche ihnen ein genussvolles Frühstück. Fragen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf ruhig mal nach grüner, nach zertifizierter Mode.

 


Veröffentlicht am: 20.01.2016

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