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26.09.2017

 

 

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Eine Frau, die weiß, was sie will!

... in der Komischen Oper Berlin

Lange ist es her, da war ich über Jahre fast jeden Tag in der Komischen Oper. Ich habe dort gearbeitet oder besser gesagt gelebt - als Requisiteur. Ich war, wie man so sagt, mit der Komischen Oper verheiratet.

Doch wie das im Leben so ist, man trennt sich und verliert sich aus den Augen. Nun haben wir uns wieder gefunden. In der Komischen Oper behaupten Dagmar Manzel und Max Hopp in der Regie von Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky "Eine Frau, die weiß, was sie will!".

Das Stück aus der Feder von Oscar Straus kehrt genau wie ich an das Haus an der Behrendstraße zurück, das damals noch Metropoltheater hieß. 1932 verkündete die Operettendiva Fritzi Massary in der Titelrolle "Jede Frau hat irgendeine Sehnsucht..." - dem zweiten Ohrwurm aus der Straus-Operette. Der Komponist stammt zwar aus Wien, hat aber mit den Walzerkönigen Strauss nichts zu tun.

Damals jubelte das Publikum trotz schon auftretender antisemitischer Rufe. Wie damals gab es jetzt lang anhaltenden Applaus, auch wenn sich das Publikum während des Stückes leider etwas zurückhaltend gab. Ich habe mich aber - wie wahrscheinlich viele - ebenfalls nicht getraut, bei den alten Hits mitzuklatschen.

Das hätte die beiden Protagonisten Dagmar Manzel und Max Hopp sicherlich gefreut. Die beiden, die nicht nur zwanzig verschiedene Charaktere darstellten, sondern auch noch zwischen den männlichen und weiblichen Rollen pendelten oder die gleichzeitig verkörperten, sind schlichtweg eine Sensation.

Nicht gerade einen ruhigen Job hatten die Ankleider und Maskenbildner hinter der Bühne, die eigentlich nur ein schmaler Steg nebst Wand und Tür war. Es war typisch Komische Oper, dass man die Stars hinter dem Vorhang zum Schlussapplaus genau vor den bat. Das Publikum geizte auch hier nicht mit Applaus. Viel Jubel gab es verdienter Maßen ebenfalls für das Orchester unter der musikalischen Leitung von Adam Benzwi.

Den gab es auch für die Mitarbeiterin des Hauses, die nach dem Schlussapplaus vor den Vorhang trat und darauf verwies, dass sowohl Komponist Oscar Straus und der Librettist Alfred Grünwald, aber auch der Uraufführungsstar Fritzi Massary die Nazizeit nicht überlebt hätten, wären sie nicht als Flüchtlinge in den USA aufgenommen worden. Ich hoffe, dass die Spenden für die Stadtteilmütter, die von der Komischen Oper unterstützt werden, reichlich geflossen sind.

Mein Tipp: Versäumen Sie es auf keinen Fall in der Komischen Oper "Eine Frau, die weiß, was sie will!" zu genießen. Sie werden fröhlich pfeifend das ehemalige Metropoltheater verlassen. Die nächste und zumindest für diese Spielzeit letzte Vorstellung ist für den 4. März 2016 angesetzt. Ich hoffe, das Stück bleibt auf dem Spielplan.

Fotos: Iko Freese/drama-berlin.de
Text: Helmut Harff

ACHTUNG: Zusatzvorstellung am 12. Februar 2016, 20 Uhr! Noch Karten vorhanden!

 


Veröffentlicht am: 10.02.2016

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