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23.11.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Technik-Muffel

Was, wenn was nicht funktioniert...

Sie haben es gestern und vorgestern sicherlich gemerkt, wir waren fast 20 Stunden offline. Von einer Minute zur anderen ging nichts mehr. Ich runzelte die Stirn und hatte keine Ahnung was Sache ist. Nach einem Schockmoment dann die Mail vom Provider. Man teilte mir mit, dass irgend etwas mit dem Server nichts stimmt, dass er überlastet sei oder so.

In der Mail wurde ich aufgefordert, irgendwas zu tun, um das Problem zu beheben. Toll dachte ich, doch welches Problem meinen die. Ich habe nichts dergleichen in der Mail gelesen. Was blieb war ein dringender Hilferuf an meinen Freund und Mitstreiter. Er hat im Gegensatz zu mir einen technischen Verstand. Dass der gut funktioniert, kann er sogar mit einem Uni-Abschluss belegen. Mich haut bei technischen Dingen jeder mittelmäßig begabte Viertklässler in die Pfanne.

Ehrlich, ich will mich auch gar nicht mit den Dingen beschäftigen, die ich ohnehin nicht begreife. Ich will auch nichts an der Elektrik des Autos reparieren. Davon hat auch der Chef der Autowerkstatt abgeraten, in der das kaputte Blinklicht wieder gerichtet wurde. Er erklärte mir, dass heute keine Mechanik am Auto ohne Elektronik und umgekehrt laufen würde. Das leuchtete mir ein, macht mich aber nun auch nicht zu einem Autoexperten.

Wenn ich ehrlich bin, nervt mich schon, dass ich bei den technischen Dingen heute das Handtuch werfen muss. Das war nicht immer so. Früher bastelte ich selber Radios und kleine Sender. Alles was mit Strom zu tun hatte, war meines. Ich werkelte mit Schraubenzieher und Lötkolben. Da waren für mich die Dinge greif- und überschaubar.

Und heute? Da bin ich froh, wenn ich ein Gerät programmieren kann und freue mich über jede Anleitung zum Zusammenbau von Ikea-Möbel. Die verstehe ich noch. Doch wenn mein Provider etwas von mir will, wenn mein Auto mir erzählt, was gerade nicht funktioniert, dann strecke ich die Waffen.

Was machen? Die Fachleute Hand anlegen lassen. Doch was, wenn gerade keiner zur Hand ist, wenn man beispielsweise auf den Menschen an der Hotline angewiesen ist? Früher habe ich versucht, mit meinem mehr oder weniger ausgeprägtem Halbwissen so zu tun, als ob ich wüsste, worüber ich rede. Wenn man diese Dialoge auf Youtube veröffentlichen würde, würden das sicherlich tausende mit viel Vergnügen sehen wollen.

Heute mache ich das anders. Entweder ich rufe den besten Freund an oder fahre in die Werkstatt. Geht es gar nicht anders, ist der Hotline-Mensch dran. Ehrlich, der tut mir nicht leid. Gäbe es technische Analphabeten wie mich nicht, wäre er Kunde im Jobcenter. Also sage ich im gleich, dass er in der nächsten Stunde weder was essen kann, noch das er aufs Klo gehen kann, denn ich lege erst auf, wenn er begriffen hat, was mein Problem ist und ich begriffen habe, wie das Problem zu lösen ist. Zufrieden bin ich selbstverständlich erst, wenn sich mein Problem in Wohlgefallen aufgelöst hat. Das kann dauern und führt auf jeden Fall bei dem Typen am anderen Ende der Telefonleitung zu An- und Ausfällen.

Ich muss sagen, dass die meisten viel Geduld haben und es sogar vorkommt, dass wir beide uns auf eine Sprache einigen, die beide auch verstehen. Ich gebe mir Mühe sachlich zu sein und er bemüht sich, kein Fachschinesisch zu sprechen. Toll, wenn das klappt. Klappt das beispielsweise in der Werkstatt, so kann ich mit einem Danke einen Obolus in die Kaffeekasse geben. Doch bei einer Hotline? Mehr als ein Danke ist schlecht möglich. Manchmal wünsche ich mir die Ansage, dass ich - so ich zufrieden war - die Taste "8" für ein Trinkgeld von drei oder die Taste "9" für ein Trinkgeld von fünf Euro drücken kann. Ich versichere, dass es schon einige Telefonate gab, nach denen ich die Taste "9" gedrückt hätte.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Ich bin froh, dass die Kaffeemaschine, der Smoothiemacher und der Toaster einwandfrei funktionieren.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 19.02.2016

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