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Morgengruß von Helmut Harff: Raucherbein

... kontra Säuferleber

Nun hat der Deutsche Bundestag einen historischen Schritt zur Erhaltung der Volksgesundheit beschlossen. Auf Zigarettenschachteln müssen demnächst gaaaaaanz groß sogenannte Schockbilder platziert werden. Raucherbeine, vor Teer triefende Lungen und was sonst so ein Kettenraucher mit sich rumträgt.

So einen Beschluss kann sich Deutschland leisten, denn die Staatskasse ist ja gut gefüllt und da kann man auf die rund 3,7 Euro pro verkaufter 19-Zigarettenschachtel verzichten. Vielleicht muss man das ja gar nicht, denn Raucher sind ja nicht doof - zumindest nicht alle - und sie wissen, dass Rauchen nicht gesund ist. Was sollen also diese Bildchen? Soll man sie sammeln? Gibt es vielleicht schon Panini-Sammelalben für Raucher-Schockfotos? Gibt es überhaupt so viele Fotos, dass man damit ein Sammelalbum voll bekommt?

Ich stelle mir auch gerade vor, dass Raucher dann nicht mehr zu einer bestimmten Marke greifen, sondern an der Tanke einmal Raucherbein oder einmal offener Fuß verlangen. Ob die Werbestrategen der Tabakindustrie schon an solchen Kampagnen arbeiten? Das gäbe auch ganz neue Perspektiven für das verpönte Produkt Placement. So könnte man in den beliebten Arztserien vermehrt Raucherbeine und andere Schockfotomotive behandeln. Die Bilder vom kaputten Bein auf dem Bildschirm ähneln dann denen auf der Zigarettenschachtel mehr als auffällig.

Was ich allerdings nicht verstehe, ist, dass man nur Zigarettenschachteln zu Sammelobjekten machen will. Warum beschließt man nicht auch, Bier- und Schnapsflaschen mit ähnlichen Motiven aufzuhübschen? Eine Säuferleber ist mindestens so fotogen wie eine Raucherlunge. Ich habe aber eine Idee, warum man (noch?) davor zurück schreckt. Man stelle sich vor, bei einem Auftritt eines Politikers - für Politikerinnen gilt das auch - in einem Bierzelt stehen lauter Flaschen und Gläser rum, auf denen unter dem Bild einer Säuferleber steht "Saufen macht dumm". So etwas wäre auch bei Staatsbesuchen mehr als peinlich.

Wobei, wenn man Politiker mit so einem Bierglas in der Hand sehen würde, wäre das schon abschreckend. Wer will schon so doof sein wie ein Politiker, der sich augenscheinlich den Verstand gerade wegsäuft. Womöglich gäbe es dann nur noch Kaffee bei Politikerauftritten. Kaffeeklatsch statt Bierzelt? Dann würde es sicherlich nicht nur in Bayern bald keine gestandenen Mannsbilder in der Politik mehr geben. Na, es gäbe wirklich schlimmeres.

Schockfotos könnte man noch auf Kondome platzieren. Hier denke ich an Fotos von alten Menschen, die kinderlos auf fremde Hilfe angewiesen sind und in ihren Betten fixiert liegen. Auch auf Haarwuchsmittel und Antifaltencremes kann ich mir solche Fotos vorstellen. Da zeigt man dann haarlose und faltige Menschen, die im Alter völlig verarmt unter der Brücke schlafen, weil sie frührer so viel Geld für das sinnlose Zeug ausgegeben haben und nicht für ihr Alter vorgesorgt haben.

Wo könnte man dann noch Schockfotos platzieren? Vielleicht auf Wahlplakaten? Nee, da sind die ja schon seit Jahren sehr groß drauf. Die zeigen ja schon Merkel, Seehofer oder Gabriel. Hier zeigt sich, dass Schockfotos wirksam sind. Seit man diese Schockfotos überall auf Plakaten sieht und man auf Inhalte verzichtet, üben sich die Bürger vermehrt in Verzicht - und gehen nicht mehr wählen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück und freue mich, dass die Politik so fürsorglich für uns sorgt. Ob Schockbilder schon zur deutschen Leitkultur gehören?

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 26.02.2016

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