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24.11.2017

 

 

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Auf Hemingways Spuren

... durch den Montafoner Winter

Das Montafon ist eine der beliebtesten Skiregionen in Österreich und trotzdem nach wie vor ein Geheimtipp: Die ursprüngliche Winterwelt begeisterte schon vor 90 Jahren den Schriftsteller Ernest Hemingway – und heute Menschen, die einen „Winter wie damals“ erleben möchten.

„Am Weihnachtstag in Schruns war der Schnee so weiß, dass es den Augen wehtat, wenn man aus der Weinstube hinausblickte und die Leute aus der Kirche nach Hause kommen sah. Es war dort, … wo sie auf dem Gletscher oberhalb des Madlenerhauses die große Abfahrt machten, wo der Schnee so glatt aussah wie Zuckerguss und so trocken war wie Pulver, und er erinnerte sich an das lautlose Sausen, das die Geschwindigkeit machte, wenn man wie ein Vogel hinunterschoss.“ So restlos begeistert schilderte Ernest Hemingway in den 1920er-Jahren das Montafon.

Bei einem Ortsrundgang durch Schruns im Rahmen des wöchentlichen BergePlus-Porgrammes wandert man heute noch jeden Donnerstag auf den Spuren Ernest Hemingways und erfährt Interessantes über seine Zeit im Montafon. Das 39 Kilometer lange Hochtal zwischen Bludenz und der Silvretta-Bielerhöhe eroberte damals das Herz des weltberühmten Schriftstellers. Das Montafon ist nach wie vor ein Geheimtipp für Menschen, die den Winter in seiner vollen Pracht erleben wollen – auch wenn die mehrfach ausgezeichnete Skiregion mit ihren rund 225 Pistenkilometern zu den beliebtesten in Österreich zählt.

Allein schon wegen der stillen Winterlandschaft mit den Bergpanoramen von Rätikon, Silvretta und Verwall und dem höchsten Dreitausender Vorarlbergs am Talschluss, dem 3.312 Meter hohen Piz Buin, lohnt sich ein Abstecher ins südlichste Tal Vorarlbergs an der Grenze zur Schweiz.

Montafon Anreise
Auto: Deutschland: München (280 km, 3 h), Stuttgart (280 km, 3 h), Frankfurt (490 km, 4,5 h), Köln (650 km, 6 h), Berlin (800 km, 6 h), Hamburg (870 km, 7,5 h)
Schweiz: Zürich (150 km, 2 h), Bern (290 km, 3 h)
Österreich: Innsbruck (130 km, 1,5 h), Wien (630 km, 6 h)
Niederlande: Amsterdam (900 km, 8 h)
Belgien: Brüssel (840 km, 7,5 h)
Luxemburg (640 km, 6 h)
Frankreich: Straßburg (385 km, 4 h), Paris (820 km, 7,5 h)
Flug: Nächste Flughäfen: Friedrichshafen, Memmingen, Innsbruck, Zürich
Bahn: Gute Zugverbindungen bis Schruns

290 Kilometer Pisten und „BergePLUS“ im Montafoner Winter

Die fast 225 Kilometer Pisten in den fünf Montafoner Skigebieten Silvretta Montafon, Golm, Gargellen, Kristberg sowie Silvretta Bielerhöhe zählen zu den beliebtesten ganz Österreichs. Der Winter 2015/16 bringt ein sattes Plus von 65 Kilometer Brandnertaler Pisten auf die neue Montafon Brandnertal Card. Damit gibt es nunmehr 290 Kilometer Gründe, auf das Montafon abzufahren – von den extrabreiten Carver-Pisten oberhalb der Baumgrenze über tiefe Freeride-Reviere bis zu x-large Talabfahrten. Mit dem BergePLUS Winterprogramm lassen sich auch die Winterseiten des Montafon abseits der Pisten erkunden: Einen Gang zurückschalten und dennoch aus sich herausgehen ist bei Schneeschuh-Wanderungen ins Gauertal, in Gargellen oder inmitten der Dreitausender der Silvretta-Bielerhöhe angesagt. Warm ums Herz wird’s bei einer geselligen Eisstock-Partie oder beim abendlichen Lamatrekking auf den Kristberg.

Bei den Ortsrundgängen geht’s um die Montafoner Geschichte(n): um das spätmittelalterliche und rätoromanische Gaschorra (Gaschurn) mit seinen architektonischen Zeitzeugen wie der Tanzlaube, der Lucas Tschofen Stube oder der Kapelle Maria Schnee. Im Montafoner Hauptort Schruns wandeln Sie auf den Spuren der Goldenen Zwanziger Jahre, als der Weltautor Ernest Hemingway zwei Winter lang hier verweilte.

BergePLUS Winterprogramm (bis 25.03.16)
So., 13.20 Uhr: Schneeschuhwanderung: Leichte Tour „Gauertal“ (1-1,5 h), Latschau
Mo., 17 Uhr: Ortsrundgang Gaschurn: Kulturgeschichtliche Dämmerwanderung (1,5 h), Gaschurn
Di., 15 Uhr: Lamatrekking in den Sonnenuntergang (3,5 h), Innerberg
Mi., 16 Uhr: Eisstockschießen im Aktivpark Montafon (1,5 h), Aktivpark Montafon
09.30 Uhr: Schneeschuhwanderung: Tour „Gargellen“ (2 ½–3 h), Gargellen
Do.,     17 Uhr: Ortsrundgang Schruns: Auf den Spuren Ernest Hemingways (1,5 h), Schruns
Fr., 10 Uhr: Schneeschuhwanderung: Tour „Silvretta Bielerhöhe“ (ca. 3 h), Partenen

„Etschas bsondrix“: Geschichte und Tradition des Montafon


Der Begriff Montafon, kommt wahrscheinlich von „Munt tafun“, was so viel wie „durchlöcherter Berg“ heißt und möglicherweise auf den Bergbau zurückgeht. Die elf Orte im Montafon zeichnen sich durch einen maßvoll gewachsenen Tourismus aus, der auf den Besonderheiten der eigenen Identität aufbaut – und nicht auf Tourismustrends, die irgendwo gesetzt werden. Der Montafoner Dialekt ist eine ganz spezielle Mischung aus alemannisch und rätoromanisch. Das allgegenwärtige „Grüass Di“ zählt zum Verständlichsten, das man zu hören bekommt. Die Mundart ist ein äußeres Zeichen einer tief verwurzelten Identität, ebenso das Montafonerhaus, das gehegte und gepflegte Monafoner Braunvieh und das Montafoner Steinschaf.

Einzigartig ist auch die typische „Muntafunr Küche“, in welcher die Käsekultur eine große Rolle spielt, ist doch das Montafon eine Genussregion für Sura Kees. Der würzige Sauerkäse – mit maximal 1,8 Prozent Fettanteil einer der fettärmsten der Welt – ist Grundlage für die Käsesuppe und die Montafoner Keesknöpfli, aber auch für Süßspeisen wie Dörrbira-Strudel mit Sura Keespolma und Apfelrahm. Typisch für das Montafon sind auch der Brösel, ein einfaches Maisgericht, das zum Frühstück verzehrt wird – oder mit Apfelmus als Süßspeise – sowie die Polmanudeln mit Zimt. Im Verein „Bewusst Montafon“ arbeiten Landwirte, Gastronomie und Handel eng zusammen, um sich gemeinsam für regionale Produkte und Rezepte stark zu machen und traditionelle Gerichte neu interpretiert aufzutischen.

Foto: Daniel Zangerl

 


Veröffentlicht am: 02.03.2016

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