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25.09.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Todesraser

Beobachtungen am Potsdamer Platz

Ich eile gerade von Termin zu Termin in Berlin. Der Grund: Viele Veranstalter laden auch außerhalb des Messegeländes unter dem Funkturm zu ITB-Terminen. Da sind gutes Schuhwerk und funktionierende Nahverkehrsverbindungen gefragt. Das Auto lässt man dann besser stehen und mit dem Fahrrad sind die Distanzen auch nicht zu bewältigen. Angesichts des heutigen Regenwetters ist der Drahtesel – sei er auch noch so komfortabel – keine Alternative.

Gestern wartete ich auf meinen Bus am Potsdamer Platz und wurde auf dem Weg dorthin dreimal fast Opfer eines Verkehrsrowdys. Nein, mich wollte kein Autofahrer überfahren. Es waren jedes mal  Kamikaze-Radler, die mal bei rot über die Kreuzung fuhren, mal auf der falschen Fahrbahnseite unterwegs waren oder mal einfach so quer über den Platz radelten.

Diese Radler gefährden ja nicht nur harmlose Fußgänger, sondern auch sich und andere unbeteiligte  - zumeist Autofahrer. Da mein Bus auf sich warten ließ, beobachtete ich die Radfahrer. Was ich sah, schockierte mich. Mehrmals dachte ich, den oder die auf ihrem Rad hat es jetzt erwischt. Doch augenscheinlich wissen die Autofahrer um die Selbstmord-Radler. Währen die gestern nicht so vor- und umsichtig unterwegs gewesen, hätte es mindestens vier oder fünf schwerverletzte oder gar tote Radfahrer gegeben. Wie die ahnen, dass Radler schon mal quer über die Kreuzung rasen und dabei sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer gefährden, ist für mich ein Rätsel.

Richtig wütend wurde ich, als eine Radfahrerin mal so bei rot über die sehr stark befahrene und nicht gerade übersichtliche Kreuzung fuhr. Die potentielle Selbstmörderin hatte hinter sich auf dem Rad noch ein kleines Kind zu sitzen. Das ist für mich im höchsten Maße eine Kindesgefährdung und ein Fall für das Jugendamt.

Allerdings taugen auch viele Fußgänger nicht als Vorbild. Wer einfach mal so mit der Karte oder dem Smartphone vor den Nase über die Straße bummelt, sollte sich nicht darüber aufregen, wenn neben ihm ein Auto mit quietschenden Bremsen hält, sondern sich dafür bedanken, überlebt zu haben. Merkwürdig fand ich auch die Anziehungskraft, die Fahrradwege – die sind farbig und eindeutig markiert – auf Fußgänger haben. Die Bürgersteige am Potsdamer Platz sind nun wirklich breit und trotzdem zieht es Einheimische wie Touristen nahezu magisch auf die Radwege. Warum das so ist? Keine Ahnung. Vielleicht brauchen die Ignoranten einfach eine Brille oder eine Nachhilfestunde in Sachen Verhalten im Verkehr.

Bei vielen Radfahrern dürfte da eine Stunde nicht reichen. Ich bezweifele allerdings, ob da Schulungen überhaupt helfen. Hier rufe ich lieber nach der Staatsmacht in Form von Polizei und Ordnungsamt. Die haben zumindest so lange ich die Szenerie am Potsdamer Platz beobachtet, um das Areal einen weiten Bogen gemacht beziehungsweise in ihren Wagen weggeschaut. Die Radfahrer scheinen zu wissen, dass Polizisten ihren fahrbaren Untersatz nur sehr ungern verlassen um Verkehrsrowdys aus dem selbigen zu ziehen.

Ich finde, wer für mehr und bessere Fahrradwege eintritt, wer das Fahrrad als Ersatz für das Auto propagiert, wer als ein gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer gelten will, soll zuerst einmal eines tun: Sich an die Regeln halten und sich nicht wie ein Rowdy, sondern wie ein verantwortungsvoller Zeitgenosse benehmen. Wer das nicht kann, hat aus meiner Sicht keine Berechtigung, die Klappe weit aufzureißen.

Ach ja: Die diszipliniertesten Verkehrsteilnehmer  waren die Autofahrer. Die fuhren weder sich noch andere um, übten sich nicht in Kamikazeaktionen. Wenn überhaupt, huschte mal der eine oder andere bei gelb über die Kreuzung. Auch nicht gerade die feine englische Art.

Ich mache mich jetzt auf zur ITB. Da bin ich zum Pressefrühstück eingeladen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Seien Sie achtsam im Straßenverkehr.

 


Veröffentlicht am: 10.03.2016

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