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Barfuß oder Plattfuß?

Wie sich Fehlstellungen auf den Rücken auswirken und beheben lassen

Viele Menschen leiden unter sogenannten Platt-, Senk- oder Spreizfüßen, X- und O-Beinen oder einer Hyperlordose, auch bekannt als Hohlkreuz. Dahinter stehen angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Fehlstellungen, die unbehandelt das Risiko für Beschwerden in der Rückenpartie erhöhen.

„Eine gestörte Körperstatik führt in vielen Fällen zu disharmonischen Bewegungsabläufen. Dadurch steigen die Belastungen auf die Wirbelsäule, sodass Verschleißerscheinungen und Schmerzen entstehen“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist aus München.

Probleme häufig selbst verursacht 


Die häufigsten Fußfehlstellungen, wie Platt- oder Spreizfüße, stellen sich durch ungünstige Belastungen des Fußskeletts sowie der dazugehörigen Sehnen und Bänder ein. Als Risikofaktoren für Plattfüße, also ein vollständiges Aufliegen des Fußes am Boden, gelten Übergewicht, dauerhafter Bewegungsmangel oder langes Stehen. Spreizfüße hingegen, bei der eine Verbreiterung des Vorfußes auftritt, entwickeln sich durch jahrelanges Tragen von falschem Schuhwerk, bei Frauen insbesondere durch High Heels. Leiden Patienten unter Fußfehlstellungen, nehmen sie in der Gehbewegung unbewusst eine Schonhaltung ein, die zu Verspannungen der Beinmuskulatur führt und über einen längeren Zeitraum Beschwerden im Rücken verursacht. Zu einer ersten Besserung verhelfen meist angepasste Schuheinlagen aus dem Sanitätsfachhandel. Sie stützen die Längswölbung und heben den Fuß wieder an.

Langfristig sorgen jedoch nur Maßnahmen wie spezielle Gymnastik, barfuß laufen oder mäßiger Sport für eine Stärkung der Muskulatur und beheben Symptome“, sagt Dr. Schneiderhan. Zur Behandlung größerer Deformitäten stehen chirurgische Eingriffe zur Verfügung. Als weitere Fehlstellung treten häufig X- und O-Beine auf, bei denen eine Achsenverschiebung zwischen Ober- und Unterschenkel vorliegt, also eine Abweichung von der normalen Beinposition. Dadurch kommt es zu einer übermäßigen Belastung von Knie-, Hüft- und Fußgelenken. Bleibt diese dauerhaft bestehen, entwickeln sich schmerzhafte Verspannungen, die vom Becken bis in die Wirbelsäule ziehen.

X- und O-Beine gehören oftmals zu den angeborenen Fehlstellungen oder werden von Knochenerkrankungen wie Osteoporose begünstigt. Ihre Therapie richtet sich nach Ausmaß und Ursache der Erkrankung. Greifen konservative Methoden nicht mehr, schaffen operative Korrekturen, sogenannte Umstellungsosteotomien, Abhilfe. Liegt die Ursache für Rückenschmerzen nicht in Fuß- oder Beinfehlstellungen, leiden Betroffene möglicherweise unter einem Hohlkreuz. Dabei besteht eine übermäßige Krümmung der Lendenwirbelsäule, welche im Laufe der Zeit zu verschleißbedingten Schmerzen führt. Zur Linderung der Beschwerden tragen körperliche Aktivität, Übungen zur Stärkung von Bauch- und Rückenmuskulatur sowie eine ergonomische Einrichtung des Arbeitsplatzes bei.

Minimalinvasive Methoden helfen in fortgeschrittenen Fällen

Speziell beim Hohlkreuz besteht die Gefahr von schwerwiegenden Folgen für die Wirbelsäule. Bandscheiben nutzen sich durch ungleiche Belastung stärker ab, wodurch das Risiko eines Bandscheibenvorfalls steigt. Weiterhin führt die sogenannte Hyperlordose in manchen Fällen zu einer Verengung des Spinalkanals, was wiederum starke Schmerzen und Taubheitsgefühle in den Beinen mit sich bringt.

Helfen konservative Therapien nicht mehr, kommen je nach Ursache minimalinvasive Eingriffe zum Einsatz. „Bei Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule bietet sich beispielsweise die Behandlung mittels Hitzesonde an, wobei wir Schmerzfasern gezielt veröden“, erklärt Dr. Schneiderhan. Liegt bereits ein Bandscheibenschaden vor, eignen sich Therapien wie Mikrolaser oder Epiduroskopie, um störendes Weichteilgewebe schonend zu schrumpfen. Diese minimalinvasiven Methoden reduzieren sowohl das Risiko für Infektionen als auch für Narbenbildungen sowie Nervenschädigungen und Patienten kehren schnell wieder in ihren Alltag zurück.

Weitere Informationen unter www.orthopaede.com

Foto:
Praxisklinik Dr Schneiderhan

 


Veröffentlicht am: 22.03.2016

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