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20.09.2017

 

 

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«Entartete» Kunst

... im Kunstmuseum Bern

In der Ausstellung «Moderne Meister. ‚Entartete‘ Kunst im Kunstmuseum Bern» steht erstmals die Erwerbungsgeschichte der eigenen Sammlung im Zentrum. Gezeigt werden Meisterwerke von Pablo Picasso bis August Macke unter dem Blickwinkel ihrer Herkunft, die in ein dunkles Kapitel der Geschichte führt.

So gibt es darunter Werke, die von den Nationalsozialisten als «entartet» aus deutschen Museen entfernt wurden. Die Ausstellung soll exemplarisch Einblick in die eigene Forschung geben und das komplexe Thema der Provenienzfrage anschaulich vermitteln.

Das Kunstmuseum Bern verfügt über eine bedeutende Sammlung von Werken der Klassischen Moderne. Diese Werke hat das Museum nur zu einem geringen Teil selbst erworben. Die meisten wurden dem Haus geschenkt, vererbt oder als Stiftungsgut zur Verfügung gestellt. Wie alle öffentlichen Sammlungen stellt sich dem Kunstmuseum Bern damit die Aufgabe, die Geschichte seiner eigenen Werkbestände zu erforschen und darzustellen. Dass das Kunstmuseum Bern als Erbe von Cornelius Gurlitt eingesetzt wurde, macht diese Auseinandersetzung für Bern besonders dringlich.

Die Ausstellung soll zeigen, wie die international herausragende Sammlung von Werken moderner Meister im Kunstmuseum Bern zusammengesetzt ist. Und über welche Wege Werke, die während der Diktatur der Nationalsozialisten im Deutschen Reich diffamiert und als «entartet» veräussert und teilweise zerstört wurden, ins Kunstmuseum Bern gekommen sind. Zugleich gibt diese Sammlungssichtung den Anlass, nach den Umständen zu fragen, die letztlich zu starken Kulturgutverlusten sowohl deutscher Museen als auch privater Sammler geführt haben.

Hintergrund Seit 1938 galt im Deutschen Reich ein «Gesetz über Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst», das im Nachhinein die Beschlagnahme deutscher Museen legitimierte, die seit 1937 rücksichtslos durchgeführt wurden. Die als «entartet» klassifizierte Kunst wurde zu zigtausenden aus deutschen Museen beschlagnahmt und entweder möglichst gewinnbringend verkauft oder zerstört. Dabei handelte es sich um Werke von jüdischen Kunstschaffenden sowie um Kunst, die in den Augen der Nationalsozialisten als «jüdisch» oder «bolschewistisch» beeinflusst galt. Was vom Deutschen Reich als «Entartete Kunst» diffamiert und ausgesondert wurde, wurde in der Schweiz als «Werke moderner Meister» geschätzt und angeboten. Der Titel der Ausstellung ist angeregt durch eine historisch bedeutsame und gut erforschte Auktion, die im Juni 1939 in der Galerie Fischer in Luzern stattgefunden hat: «Gemälde und Plastiken moderner Meister aus deutschen Museen».

Ausstellung Im Vordergrund der Ausstellung steht die Auseinandersetzung mit Kunstwerken, die im Deutschen Reich als «entartet» galten und die nach 1933 in den Besitz des Kunstmuseums kamen. Darunter Werke von Franz Marc, Ernst Barlach, August Macke und vielen weiteren namenhaften Künstlern. Gezeigt werden 70 Objekte, darunter eine Auswahl von 53 Gemälden, Papierarbeiten und Plastiken Moderner Meister aus der eigenen Sammlung - chronologisch nach Sammlungseingang geordnet. Sieben der ausgestellten Werke waren bis 1937 Teil von Museumssammlungen in Deutschland.

Die Ausstellung gliedert sich in einzelne thematische Bereiche, die versuchen Antwort zu geben auf Fragen wie: «Was sollte ‚Entartete‘ Kunst sein?», «Wie reagierte die Schweiz kulturell auf die Bedrohung durch Deutschland?» oder «Wie wurden Kunstwerke aus deutschen Museen in der Schweiz verkauft?». Weitere Bereiche sind Künstlern gewidmet, die unter der Diktatur in Deutschland zu leiden hatten und in besonderer biografischer Beziehung zur Schweiz standen, so Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee und Otto Dix.

Der zur Ausstellung und im Rahmen eines umfassenden Forschungsprojektes entstandene Katalog dokumentiert 525 Werke der Sammlung des Kunstmuseum Bern nach dem derzeitigen Stand des Wissens bezüglich ihrer Provenienzen. Zugleich macht das Forschungsprojekt deutlich, dass noch viel Arbeit zu leisten ist, um die Wege sämtlicher Kunstobjekte vom Künstleratelier bis ins Kunstmuseum Bern darzulegen. Die Ausstellung sowie der Katalog «Moderne Meister – ‚entartete’ Kunst im Kunstmuseum Bern» stellen somit den Auftakt der bevorstehenden umfangreichen Provenienzforschung des Kunstmuseum Bern dar.

Katalog

Moderne Meister
«Entartete» Kunst im Kunstmuseum Bern
Herausgeber: Matthias Frehner, Daniel Spanke
Mit Beiträgen von Claudia Blank, Bettina Brand-Claussen, Matthias Frehner, Meike Hoffmann, Andreas Hüneke, Georg Kreis, Franz Müller, Daniel Spanke, Esther Tisa Francini und Christoph Wagner.
Ausgabe in deutsch und englisch, gebunden, 376 Seiten, Prestel Verlag
Preis an der Museumskasse: 49 CHF (Änderung vorbehalten)

Rahmenprogramm

Öffentliche Führungen: Sonntag, 11h: 10. April, 1./22. Mai, 5./26. Juni, 3./10./17./24./31. Juli, 7./14./*21. August Dienstag, 19h: 19. April, 10./31. Mai, 14. Juni, 5./26. Juli, 9./16. August *mit dem Kurator Daniel Spanke

Reihe «Kunst und Religion im Dialog» Sonntag, 17. April, 15h Daniel Spanke im Dialog mit Brigitta Rotach (Haus der Religionen).

Gespräche in der Ausstellung Dienstag, 10. Mai, 18h: Magdalena Schindler, Kunstmuseum Bern, im Gespräch mit Esther Tisa Francini, Provenienzforscherin am Museum Rietberg Zürich

Sonntag, 22. Mai, 13h: Ausstellungskurator Daniel Spanke im Gespräch mit Franz Müller, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft

Dienstag, 31. Mai, 18h: Beat Schüpbach, Kunstmuseum Bern, im Gespräch mit Matthias Frehner, Direktor Sammlungen Kunstmuseum Bern

Sonntag, 5. Juni, 13h: Beat Schüpbach, Kunstmuseum Bern, im Gespräch mit dem Kunsthistoriker Andreas Meier

Sonntag, 3. Juli, 13h: Andreas Meier im Gespräch mit Herbert Winter, Präsident Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund

Sonntag, 21. August, 13h: Ausstellungskurator Daniel Spanke im Gespräch mit Wolfgang Henze, Mitinhaber der Galerie Henze&Ketterer in Wichtrach

Volkhochschulkurs Mittwoch, je 15h–16h: 18. und 25. Mai, 1. und 8. Juni 2016 Anmeldung: Volkshochschule Bern: T 031 320 30 30, info@vhsbe.ch

Einführungsveranstaltung für Lehrpersonen Dienstag, 26. April, 18h Mittwoch, 27. April, 14h Anmeldung: T 031 328 09 11, vermittlung@kunstmuseumbern.ch

 


Veröffentlicht am: 10.04.2016

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