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Wirtschafts-News vom 15. April 2016

Michael Weyland informiert

(Michael Weyland) Die deutschen Autohersteller werden in ihren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen bis 2020 Tausende zusätzliche Ingenieure einstellen. Der Bedarf an klassischen Technikern dürfte dabei allerdings stagnieren, zeigt eine Prognose der Unternehmensberatung PwC - gefragt sind stattdessen Softwareingenieure und sonstige IT-Spezialisten.

"Wie praktisch jede Branche erfasst die digitale Revolution auch die Automobilindustrie.  Diese Entwicklung spiegelt sich im Recruiting der F&E-Abteilungen.  Wir gehen davon aus, dass es sich hier in den nächsten Jahren bei 60 Prozent aller neuen Stellen um IT-Jobs handeln wird", sagt man bei PwC in Deutschland.

Momentan beschäftigen die F&E-Abteilungen der deutschen Autobauer etwa 16.000 IT-Spezialisten. Am Ende des Jahrzehnts werden es der PwC-Prognose zufolge schon 19.000 sein. Signifikant steigen dürfte im gleichen Zeitraum auch die Zahl der Elektrotechnikingenieure, nämlich von momentan knapp 27.000 auf dann gut 30.000. Die Nachfrage nach klassischen Autoentwicklern wie beispielsweise Maschinenbauern oder Fahrzeugtechnikern ebbt hingegen ab. Zu Beginn des Jahrzehnts entstammte noch jeder zweite F&E-Mitarbeiter diesen Berufsgruppen. Bis 2020 dürften es nur noch rund 44 Prozent sein. In absoluten Zahlen ausgedrückt wären das gut 38.300 (momentan sind es etwa 37.700).

Auf den ersten Blick vollzieht sich der technische Wandel in der Automobilindustrie weniger abrupt als in anderen Branchen. Das liegt auch darin begründet, dass die Elektronik im Fahrzeugbau schon seit den 1990er-Jahren eine immer größere Rolle einnimmt - der Kunde sich also längst an hochtechnisierte Fahrzeuge gewöhnt hat.  Trotzdem rechnet man für die kommenden Jahre mit deutlichen Entwicklungssprüngen. So dürften bis 2020 über 90 Prozent aller Innovation in der Automobilindustrie auf Elektronik und Software zurückzuführen sein. 2010 waren es gerade einmal 70 Prozent.

Schon jetzt lässt sich absehen, dass die Autobauer einfache Tätigkeiten ähnlich wie die klassischen IT-Konzerne nach Indien oder Osteuropa auslagern werden und global intensiv in IT-Zentren investieren. "Die in Deutschland angesiedelten F&E-Abteilungen hingegen suchen extrem kreative und innovative Fachkräfte - und müssen sich beim Recruiting an Standards gewöhnen, wie man sie bislang vor allem aus der IT-Branche kennt", sagt man bei PwC. Dazu zählten vergleichsweise hohe Einstiegsgehälter von 80.000 Euro und mehr genauso wie die Forderung nach flachen Hierarchien oder hochflexiblen Arbeitszeiten. 

Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden unter:
http://www.was-audio.de/aanews/News20160415_kvp.mp3

 


Veröffentlicht am: 15.04.2016

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