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Morgengruß von Helmut Harff: Mit dem Rad

… oder dem Auto

Fahrrad oder Auto – das ist ein seit Jahrzehnten geführter Streit, der immer wieder ausartet. Die Lager stehen sich immer wieder feindselig gegenüber. Viel Ideologie, viel irrationaler Glaubenskrieg vernebeln eine sachliche Diskussion.

Wenn dann, wie heute im Interview mit Andreas Hombach vom oberbergischen Stadtmöblierer WSM zu lesen ist, dass  mehr Radverkehr eine der Lösungen für die Verkehrsprobleme unserer Zeit darstellt, dann stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Wie bitte soll der Radverkehr unsere Verkehrsprobleme lösen? Will Herr Hombach seine Produkte künftig mit dem Rad zu den Kunden transportieren? Das geht nicht? Geht doch. Ich habe schon 20 und mehr Leute auf einem großen Rad gesehen. Die schaffen was weg.

Klar wird er das nicht meinen. Doch das Rad als Autoersatz? Das wird ja gern propagiert. Doch mal ehrlich, wer hat schon mal seinen Getränkevorrat für die Woche mit dem Rad transportiert? Wer ist schon mal im Anzug ins Theater mit dem Rad gefahren? Wer fährt sein krankes Kind mit dem Rad zum Arzt? Wer steigt aufs Rad um ins Büro zu fahren, wenn es draußen in Strömen regnet oder das Thermometer 10 Grad unter Null anzeigt? Ja, es gibt so verrückte, aber es gibt ja auch Mitbürger, die tragen nie Schuhe, essen nur was die Natur ihnen überlässt oder verzichten auf alles was mit Strom betrieben wird. Sollen wir deshalb alle unsere Schuhe wegwerfen, nie mehr einkaufen gehen oder unser Stromnetz lahm legen?

Das wird kein vernünftiger Mensch tun. Es wird auch kein vernünftiger Mensch wirklich meinen, dass das Rad die Alternative zum Auto ist. Das meint nicht einmal Andreas Hombach, der im Gespräch darauf verwies, dass Autofahrer auch Radfahrer sind. Hier stimmt die Richtung. Es geht um Auto u n d Rad. Klar kann man vieles mit dem Rad erledigen. Man könnte sogar noch viel mehr mit dem Rad erledigen, wenn der Drahtesel nicht nach Schönheit oder – zumeist nicht gebrauchter – Superausstattung gekauft wird. Wenn Radnutzer dagegen auf Dreiräder – auch als Transportrad bekannt – umsteigen würden, wäre beispielsweise auch der Einkauf kein Problem. Ich fahre so ein Rad und bekomme damit den Wochenendeinkauf für zwei Personen weg.

Noch wichtiger ist allerdings, dass sich alle Verkehrsteilnehmer mit Respekt begegnen. Wenn sich jeder im Verkehr so benimmt, wie das Gesetz es vorschreibt und wie man es von anderen erwartet, so würde vieles reibungsloser laufen. Hier sehe ich vor allem die Radfahrer in der Pflicht. Ich kenne wirklich keine Verkehrsteilnehmer die so viel und so bewusst sich über die Regeln – die geschriebenen und ungeschriebenen – hinweg setzten, wie die Radfahrer. Ob bei rot über die Ampel fahren, den Fußweg zum Radweg umfunktionieren, auf der verkehrten Straßenseite fahren – Radfahrer lassen so gut wie nichts aus. Ich habe häufig den Eindruck, dass mit Vergnügen und ganz bewusst Regeln ignoriert werden, man sein vermeintliches Recht auf Biegen und Brechen durchsetzen will. Das Ergebnis sind dann viel zu häufig verbogene Räder und gebrochene Knochen. Manche überleben das auch nicht.

Ich fahre immer so, dass ich heil durch den Straßenverkehr komme. Lieber einmal zurück stecken, lieber mal ein, zwei Minuten warten, als im Krankenhaus oder auf dem Friedhof landen.

Ich finde, es gibt den so viel beschworenen Kampf zwischen Auto und Rad ebenso wenig, wie das Rad eine alternative zum Auto ist. Nicht Auto oder Rad, sondern Auto und Rad – oder auch Rad und Auto – das ist die Lösung. Wenn man sich zu einem stressfreien Miteinander durchgerungen hat, wird man auch sehr schnell praktikable Lösungen finden, wie sich beide mit den Fußgängern den zumeist knappen Straßenraum teilen können.

Ich mache mich jetzt auf zum Bäcker – zu Fuß.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und einen schönen Tag zu Fuß, mit dem Rad, dem  Auto oder dem Motorrad.

 


Veröffentlicht am: 20.04.2016

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