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26.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Bürgerrecht lesen

Das ist nicht selbstverständlich

Wir in Deutschland haben viele Rechte. Eines davon ist so selbstverständlich, das es selbst heute am Internationalen Tag des Buches kaum erwähnt wird: Wir haben das Recht, jedes Buch zu lesen, dass jemals gedruckt oder online gestellt wurde.

Das Recht auf Buch ist alles andere als selbstverständlich. Nicht erst in der Nazizeit wurden Bücher verbrannt, wurden Bücher verboten, standen sie auf dem Index. Das gab und gibt es bis heute von Seiten der Religionsführer und in unzähligen Staaten. Bücher, die nicht zum freien Verkauf  gedruckt wurden, kannte man sogar in der frühen Bundesrepublik. Wer in der DDR aufgewachsen ist, weiß, wie schwer es war, begehrte und verbotene Bücher zu bekommen.

Das ist in vielen Ländern dieser Welt bis heute so und schlimmer. Milliarden Menschen haben nur ein eingeschränkes Recht am Buch. Hunderte Millionen haben einfach kein Geld für Bücher und viel zu viele Menschen lesen keine Bücher, weil sie schlicht nicht lesen können.

Damit enthalten die Machthaber den Menschen in ihren Machtgebieten ein wichtiges Bürgerrecht vor – das Recht zu lesen, sich zu informieren, sich zu bilden, sich zu unterhalten.

Die Mächtigen hatten seit je her Angst vor gesagten und vor allem vor geschriebenen Worten, vor Büchern. Sie setzten sie auf einen Index, verboten und verbrannten sie. Manchmal diente der angebliche Papiermangel als Begründung, Bücher nicht oder nur in sehr geringer Auflage zu drucken und so das Volk in Unwissenheit zu halten.

Lesen, das Recht auf Bücher, ist wie schon gesagt, ein Bürgerrecht. Menschen sind nur wirklich frei, wenn sie freien Zugang zu Büchern haben. So gesehen leben wir wohl in einem der freiesten Länder. Bücher sind Allgemeingut, jeder hat Zugang zu Büchern. Für die meisten Deutschen gehört das Buch zum Leben. Das ist eine Errungenschaft, auf die wir nicht nur am Internationalen Tag des Buches sehr stolz sein können.

Das Recht auf Lesen, auf den ungehinderten Zugang zu allen Büchern, das müssen wir mit Vehemenz für alle Menschen einfordern. Wer ließt, wer Zugang zum Wissen, zum literarischen Welterbe, zu aktuellen Titeln hat und diesen Zugang auch nutzt, der hat wirkliche Teilhabe am menschlichen Wissen, an der Kultur aller.

Ich will keineswegs behaupten, dass Bücher, das Lesen aus Menschen bessere Menschen macht. Da lehrt die Geschichte leider etwas anderes. Ich plädiere nur dafür, dass alle Menschen das Recht auf Bücher, das Recht auf Lesen haben müssen. Wenn das nicht „gefährlich“ wäre, wieso wird dann so vielen Menschen genau dieses Recht verwehrt? Wenn Bücher nicht „gefährlich“ wären, wieso verbrennt man sie denn, wieso steckt man ihre Autoren ins Gefängnis oder ermordet sie?

Ich bin froh, dass ich das Recht habe, zu lesen was ich will. Dieses Recht ist mindestens zu wichtig wie die Reise-, Rede- und Versammlungsfreiheit.

Jetzt werde ich erst einmal frühstücken.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und immer ein tolles Buch zu Hand.

 


Veröffentlicht am: 23.04.2016

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