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Morgengruß von Helmut Harff: Lärm

… stört nicht immer

„Musik wird oft nicht schön gefunden, Weil sie stets mit Geräusch verbunden“ meinte Wilhelm Busch in Dideldum! Der Maulwurf. Das gilt sicherlich bis heute und wer irgendwo in einer Bahn von zumeist nicht guten Musikern beschallt wird, kann Busch nur recht geben. Auch mich nervt das fast noch mehr als lautstark telefonierende Mitbürger.

Doch das ist noch Krach, den man ertragen kann. Das gilt für die Musik überhaupt. Man kann sie meiden, das Radio leiser drehen oder den Sender wechseln. Doch es gibt viele andere Geräusche, denen wir nicht oder nur sehr schwer entkommen können. Dagegen hat vor allem die Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA e.V.) und hat 1989 den Tag gegen den Lärm ins Leben gerufen. Der wird heute zum 19. Mal begangen und steht unter dem Motto „So geht leise!“. Das Ereignis ist alljährlich zeitlich mit dem „International Noise Awareness Day“ (USA) abgestimmt.

Nun ist das mit dem Lärm so eine Sache. Der eine beklagt sich über den Lärm, der andere findet ihn nicht als störend. Ich denke hier an den Biker oder den Besitzer eines getunten Autos. Beide sorgen dafür, dass ihr fahrbarer Untersatz einen richtig schönen Sound hat. Das Röhren der Motoren wird von vielen anderen aber als Lärmbelästigung angesehen. Der Motorenfan regt sich seinerseits aber maßlos und lautstark darüber auf, wenn der Nachbar den Laubsauger oder die Bohrmaschine anschaltet, obwohl die viel leiser sind, als die frisierten Auspuffanlagen.

Ich beobachte auch immer wieder, dass sich sogar junge Leute bei der Einfahrt einer Bahn oder beim Ertönen eines Sondersignals auf einem Rettungs- oder Polizeifahrzeug die Ohren zuhalten. Das werden sie in der nächsten Nacht im Club bei harten Rhythmen bestimmt nicht tun. Lärm ist eben nicht gleich Lärm.

Doch ohne Lärm, ohne Geräusche geht es nicht. Hier wie überall macht es die Dosis. Wie wir auf Lärm reagieren, hängt vor allem auch davon ab, ob wir den Krach mögen oder nicht. Das zeigte schon das Auto-Beispiel. Man kann auch das Konzert eines großen Symphonieorchesters nehmen. Wer die Musik mag, wird die Lautstärke genießen. Ein gleich lautes Flugzeug oder ein Presslufthammer, wird dagegen als massiver Eingriff, als Lärmbelästigung, als lärmende Umweltbelastung angesehen.

Noch etwas finde ich beim Thema Lärm interessant. Lärm, die Beschallung mit Krach, aber auch mit Musik, wird als Waffe, noch lieber aber als Foltermittel eingesetzt. Doch es gibt auch die Folter mit absoluter Stille. Die Abwesenheit von jedem Geräusch wird also von den meisten Menschen als genauso störend wie der ungewollte Lärm empfunden. Wir Menschen sind schon komisch.

Doch in der Tat ist es so, dass Lärm krank macht – und das, ohne das wir es bemerken. Dabei wird von unserem Körper nicht nach angenehmen und unangenehmen ohne Geräuschpegel unterschieden. Wir merken es zumeist erst, wenn es zu spät ist. Insofern ist das Motto des diesjährigen Tages gegen den Lärm ein sehr gutes. Es lautet: „So geht leise!“

Ich mache mich jetzt an das Frühstück: Das Summen der Kaffeemaschine, das „Krachen“ beim Biss ins backfrische Bäckerbrötchen, das Geräusch beim Aufklopfen des Eies, dass sind alles tolle Geräusche, die ich an jedem Morgen genieße. Dazu läuft das Radio – ohne geht es ohnehin nie.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und wenig Lärmbelästigung.

 


Veröffentlicht am: 27.04.2016

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