Startseite  

23.07.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Radfahren in der Südpfalz

Eine fantastische Rundtour zwischen Natur und Genuss

Im Osten der Rhein, im Westen der Pfälzer Wald und die Nordvogesen – das ist die Südpfalz mit ihrer landschaftlichen Vielfalt. Entlang der Felder duftet es nach den verschiedenen Kräuter- und Gemüsesorten, die das ganze Jahr über angebaut werden und in den Weinbergen kann man den Trauben, aus denen der hervorragende Wein der Region gewonnen wird, beim Reifen zusehen.

In den Rheinauen locken Erholung und Abenteuer zugleich. Um all das zu erleben, habe ich mich im Frühjahr aufgemacht und diesen Teil der Pfalz mit dem Fahrrad erkundet. Ich habe über die abwechslungsreiche Natur gestaunt, die regionalen Leckereien probiert und mich von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Pfälzer anstecken lassen.

Mein Plan: Eine fantastische Rundtour durch die Südpfalz, die in Knittelsheim, also im Landkreis Germersheim, starten und wieder enden soll. Im Gepäck: Alles, was man für ein paar schöne Tage auf dem Fahrrad braucht. Als Unterkunft hatte ich mich für das Waldhaus Knittelsheimer Mühle entschieden, das idyllisch im Wald liegt und eine optimale Unterkunft für Radtouristen ist, da ich dort Fahrräder und E-Bikes bequem leihen kann. Am Morgen geht es nach einem stärkenden Frühstück direkt los, denn vor mir liegt eine Rundtour von 60 Kilometern und ich möchte mir auch die Zeit nehmen, die unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten entlang der Strecke anzuschauen, die mir als besonders sehenswert empfohlen wurden.

Meine Tour startet direkt vor der Haustür auf dem Queichtalradweg, dieser führt direkt an der Mühle vorbei. Nach etwa zehn Kilometern, auf einem gut ausgebauten Radweg durch Felder und ein Wäldchen, komme ich schon in die Kreisstadt Germersheim. Ein wirklich geschichtsträchtiger Ort mit tollen alten Gebäuden und einer Festung aus dem 19. Jahrhundert. Ich nehme mir die Zeit und mache einen Rundgang durch die Festungsanlage. Am Weißenburger Tor geht es los, in dem auch ein Besucherzentrum untergebracht ist. Leider reicht meine Zeit nicht für eine öffentliche Festungsführung, bei der auch die unterirdischen Gänge besichtigt werden können. Aber auch bei einem  Rundgang auf eigene Faust bekommt man einen Eindruck von der weitläufigen Anlage.

Beeindruckt von den imposanten Bauten geht es dann wieder weiter, denn es liegen noch gut 50 Kilometer vor mir. In Germersheim wechsle ich vom Queichtalradweg auf die Veloroute Rhein, die ein Teil des internationalen Radfernwegs ist. Ich bin wirklich fasziniert, als ich die Stadt verlassen habe und durch die Rheinauen radle. Obwohl ich weiß, dass ich in der Pfalz bin, hat das hier etwas von Amazonas, Urwald und Abenteuer. Die Vielfalt der Pflanzen ist einfach unglaublich und mir begegnen Störche und Gänse auf meinem Weg, die hier ihren Rückzugsort gefunden haben. Nach jeder Wegbiegung wartet ein neuer kleiner See oder eine weitere Verzweigung der zahllosen kleinen Altrheinarme. Ab und zu halte ich an und steige auf den Deich, um einen noch besseren Blick auf die verschlungenen Altrheinarme zu erhaschen.

Diese beeindruckenden Bilder nehme ich mit, als ich nach Leimersheim komme. Hier begegnen mir viele Radler. Das liegt daran, dass hier die Rheinfähre anlegt, die die Pfalz mit Baden verbindet. So langsam meldet sich der kleine Hunger und ich kehre in der Rheinschänke Leimersheim ein. Ein traditionelles Lokal mit Biergarten, das für E-Biker ideal ist, denn im Garten befindet sich gleich eine Ladestation zum Auftanken. Da ich in der Pfalz bin, will ich auch die regionale Küche probieren und entscheide mich für einen Pfälzer Teller, der die Spezialitäten Saumagen, Leberknödel und Bratwurst vereint.

Eine deftige Mahlzeit, die mir hervorragend schmeckt und die mich für die weitere Fahrt stärkt, denn ich habe meine Route erst zur Hälfte geschafft. Deshalb trinke ich meine Rieslingschorle aus, die mir die nette Bedienung zum Gericht empfohlen hat, und schwinge mich wieder aufs Rad. Aber eine Anekdote muss ich hier noch loswerden: In der Pfalz wird die Schorle traditionell aus einem Schobbeglas getrunken, einem 0,5-Liter-Glas. Und, da die Pfälzer ja für ihre Geselligkeit bekannt sind, wird meist mit mehreren Leuten aus einem Glas getrunken. Am besten aus einem Dubbeschobbe. Dabei handelt es sich um ein Schobbeglas mit Einbuchtungen, damit es nicht aus der Hand rutschen kann.

Bei Neupotz wechsle ich dann auch wieder den Radweg, fahre jetzt auf dem Riesling-Zander-Weg und komme an einem traumhaften Baggersee mit fast schon türkisblauem Wasser vorbei. Hübsche kleine Buchten und ein paar versteckte Plätze sind zu erkennen und ich bin sicher, dass es hier im Sommer super ist, wenn man während einer Radtour Halt machen und sich erfrischen kann. Schade, dass es dafür jetzt noch etwas zu frisch ist. Ich komme auch direkt an der Anlegestelle des Römerschiffs Lusoria Rhenana und am gemütlichen Anglerheim vorbei, perfekt geeignet für eine Erfrischung. Neupotz selbst ist bekannt für seine Schlemmermeile und Fischspezialitäten, die ich bestimmt zu einem anderen Zeitpunkt besuchen werde in Verbindung mit einer Besichtigung des Rheinauen- und Hochwasserschutz-Informationszentrums Haus Leben am Strom.

Ich fahre durch Hatzenbühl, die älteste Tabakanbaugemeinde Deutschlands, mache dann einen kleinen Abstecher über den Kraut- und Rübenweg und folge dem Schild zum Hofmarkt Zapf. Hier wird vom Spargel über Erdbeeren bis zum Apfel alles Mögliche angebaut und kann im Hofladen, der über ein außerordentliches Angebot an regionalen Produkten verfügt, gekauft werden. Ich finde auch gleich ein paar Mitbringsel für zu Hause und gönne mir im Hofcafé ein Stück hausgemachten Rhabarberkuchen. Kurz bin ich versucht, der Abzweigung zur „Hof-zu-Hof-Radtour“ zu folgen, bei der man auf einer Strecke von 30 Kilometern die Hofläden der Region abklappern kann. Doch ich bleibe bei meiner Route und fahre auf dem Kraut- und Rübenradweg zurück vorbei an historischen Tabakschuppen Richtung Herxheim. Ich möchte mir nicht zu viel vornehmen, aber diese Tour ist auf jeden Fall beim nächsten Mal dabei.

Von Herxheim geht meine Route weiter entlang der Felder und – wie man in der Pfalz so schön sagt: – durch die „Wingert“, die Weinberge, nach Offenbach bei Landau. Dort treffe ich auf einen alten Bekannten, nämlich den Queichtalradweg, auf dem ich am Morgen gestartet bin. Ich fahre jetzt an der Queich, einem kleinen Bach, entlang. Kurz vor dem Ziel müssen dann aber doch noch zwei kleine Stopps sein, denn an der Eisoase in Ottersheim kann ich nicht vorbei, ohne mir zwei leckere Kugeln in der Waffel zu gönnen. Dort erfahre ich, dass sich ganz in der Nähe auch eine kleine Brauerei befindet, die ein tolles Bier braut. Das hat mich neugierig gemacht und ich fahre auch diese Station noch schnell an. Im Bärenbräu-Biergarten ist um diese Zeit einiges los und ich bin nicht die einzige Radfahrerin. Ich will fast schon enttäuscht weiterziehen, weil alle Tische belegt sind. Doch in der Pfalz ist das kein Thema: Sofort rückt eine Gruppe von Radfahrern enger zusammen und macht mir an ihrem Tisch Platz. „Das macht man hier so“, erklären sie mir. Bei einem naturtrüben Bier, was nach einem solchen Tag genau das Richtige ist, kommen wir über die Region und ihre Vorzüge ins Schwärmen.

Doch dann melden sich meine müden Muskeln und ich fahre noch die letzten Kilometer zurück in die Knittelsheimer Mühle. Nach dem Duschen esse ich noch etwas im gemütlichen Biergarten und bin richtig zufrieden mit meinem Tagesausflug. Die Strecke ist wirklich empfehlenswert und man muss kein Profi-Radfahrer sein, um sie gut meistern zu können. Die Radwege sind hier klasse ausgebaut und für „Genussradler“ wie mich ist es sehr angenehm, dass es kaum Steigungen gibt. Viele schöne Fleckchen laden zum Verweilen und Rasten ein. Ich denke, auch mit Kindern kann man die Tour gut fahren, wenn man ein paar Pausen einlegt. Wer in der Gegend ist, sollte sich dafür einen Tag Zeit nehmen. Ich würde die Strecke jederzeit wieder fahren, wenn es nicht noch so viele andere in der Südpfalz geben würde, die ich noch ausprobieren will.

Routenprofil: Länge ca. 60 km, Zeit ca. vier Stunden reine Fahrtzeit, nahezu keine Steigungen

 


Veröffentlicht am: 28.04.2016

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit