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Morgengruß von Helmut Harff: Erziehungsberechtigt

Wer erzieht eigentlich wen?

Gestern war wieder einmal Gregor Gysi - ja der von den Linken - Gast in einer TV-Talkshow. Klar führte er das große Wort. Klar war er wieder rethorisch brillant. Klar gehörte der Satz des Abends ihm. Der Anwalt und Ex-Politiker stellte fest, dass zuerst die Eltern die Kinder, dann die Kinder die Eltern und zum Schluss der Partner den Partner erzieht.

Recht hat der Gregor. Das sage ich schon sehr lange. Ich bin mir sicher, dass ich meine Eltern erzogen habe - nach dem sie es bei mir versucht haben. Na ja, alles haben sie sicher nicht falsch gemacht. Andererseits, welche Eltern können schon von sich behaupten, bei der Erziehung alles richtig gemacht zu haben. Das ist garantiert unmöglicher als die Quadratur des Kreises oder der Bau eines Perpetuum mobile. Wer das dennoch von sich behauptet, lügt oder hat keine Kinder. Dann kann man schließlich nichts falsch machen.

Klar, die Basis für das gesamte Leben wird vor allem von den Eltern gelegt. Was die versauen oder versäumen, das ist später nur schwer wieder gerade zu rücken. Unmöglich ist das nicht, schließlich sind die Eltern ja auch nicht allein dafür verantwortlich, wie wir uns entwickeln, was aus uns wird.

Ich stimme mit Herren Gysi völlig überein, dass ab einem bestimmten Alter - vielleicht so mit 14? - die Erziehungsberchigten zu den zu Erziehenden werden. Dann ist die Zeit der Kinder gekommen. Die haben bereits ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Sie wissen, wie Erziehung läuft. Sie sind aber selbstverständlich genau wie ihre Eltern zumeist keine ausgebildeten Erzieher und kopieren daher vieles, was die Eltern ihnen bei der Erziehung vorgelebt haben.

Eltern sollten sich zumindest teilweise den Erziehungsversuchen ihres Nachwuchses nicht entziehen. Kinder kopieren zwar oft die Eltern und übertreiben gern. Doch sie zeigen ihren Eltern auch, was nun angesagt ist, wie die Jugend tickt, wohin die Reise geht. Eltern, die sich das sagen lassen, die nicht auf ihre alten Ansichten pochen, haben so die Chance, die gerade aktuelle Zeit zu verstehen. Das der Nachwuchs da häufig über die Stränge schlägt und seine Grenzen austestet, ist nun mal so. Vielleicht sollte es in der Schule einige Stunden zum Thema "Wie erziehe ich meine Eltern" geben. Doch das bleibt wohl ein frommer Wunsch, denn noch lernt man ja nicht einmal, wie man ein Kind erzieht. So werden Erziehungsfehler von Generation zu Generation weiter gegeben. Es sei denn, eine Generation - wie die 68. - versucht mal wirklich andere Wege zu gehen. Bei den heutigen Jugendlichen ist das leider nicht zu befürchten.

Und dann ist da die gegenseiteige Erziehung der Partner. Wer da meint, er habe gegenüber seiner Frau, gegenüber seinem Mann einen Erziehungsauftrag, der irrt. Wer seinen Partner erziehen will, der riskiert seine Beziehung. Wenn beide in einer Beziehung den Erzieher in sich entdecken, dann müssen sie viel Spaß am Streiten und noch viel mehr Spaß an der Versöhnung haben, wenn die Bezieung nicht nur von kurzer Dauer sein soll. Lässt sich aber einer erziehen, so ist das auch nicht gut für eine Beziehung, weil sich einer dem anderen unterordnet. Eine glückliche Beziehung auf Augenhöhe ist etwas anderes.

Und die Enkel? Wie meinte Opa Gysi? Die Enkeln muss man als Großeltern nicht erziehen, die kann man einfach genießen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück - ganz ohne einen Erziehungsauftrag.

Ihnen  wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 30.04.2016

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