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Morgengruß von Helmut Harff: Schwul? Moslem? Reich?

Wen interessiert es...

Am Donnerstag wählten die Londoner ihr neues Stadtoberhaupt. Die Briten entschieden sich nicht für den in der Wolle gewaschenen Milliardär Zac Goldsmith, sondern für Sadiq Khan. Augenscheinlich muss es korrekt heißen, den Moslem Sadiq Khan.

Ehrlich, ich finde die Betonung seiner Religion so unsinnig wie ein Kropf. Wieso lese ich nicht bei der Nennung seines Herausforderes, welcher Religion der angehört? Ist der Christ oder Jude - worauf sein Nachnahme hindeuten könnte? Nein, sein Namenszusatz ist Milliardärssohn.

Doch was interessiert das? Kann ein Milliadär eine Supermetropole besser regieren als ein Moslem oder umgekehrt? Kann das ein Schwuler besser als einer, der noch nie eine Beziehung hatte? Ist ein Einwandererkind in London so etwas besonderes, dass man das schon fast zum Namenszusatz von Sadiq Khan macht? Nein, denn ein großer Teil der Londoner sind zugewandert. Es gibt garantiert mehr Menschen mit pakistanischen Wurzeln in der britischen Hauptstadt, als Milliadäre.

Ich finde immer, wenn man bei einem Menschen seine Religion, seine Herkunft, seine sexuelle Ausrichtung so in den Vordergrung stellt, dass man dem Betroffenen damit unrecht tut - zumindestens immer dann, wenn das mit seinem Job eigentlich gar nichts zu tun hat.

Wir Berliner haben das er erlebt mit dem Ex-Bürgermeister Wowereit. Der ist nun mal schwul. Das hat weder dem Amt noch der Stadt geschadet. Es sind nicht Millionen Menschen aus der Stadt weggezogen, die eigentlich Schwule ablehnen. Schwul sein wurde auch nicht zur ersten Bürgerpflicht erklärt. Es spielte in der Stadtpolitik einfach keine Rolle. Nun wird die Stadt von einem Hetero regiert und der Flughafen ist noch immer nicht offen. Wer wen wie liebt ist einfach für den Job völlig irrelevant.

Das gilt auch in jedem anderen Job. Keiner fragt seinen Müllmann, seine Verkäuferin, seinen Zahnarzt, seinen Automechaniker, wie er liebt, wohin er seine Gebete richtet. Warum soll auch ein schwuler Moslem oder ein strenggläubiger Katholik nicht einen gleich guten Job machen?

Was mich bei einem Bürgermeister - ob in London, Berlin oder in Forst/Lausitz - interessiert, ist, ob er befähigt ist, sein Amt auszufüllen. Mich interessiert, ob er ein Moderator ist, ober er mit Geld umgehen kann, ob er seine Stadt und vor allem die Menschen liebt. Das kann sicherlich ein Milliarden-Erbe genau wie ein in London geborener Moslem. Nur ist für den Job eines Londoner Bürgermeisters nun mal weder das eine, noch das andere interessant.

Ich frage mich, ob die Kollegen, die nun immer auf die Herkunft des neuen Londoner Bürgermeisters rumreiten oder diese zumindest erwähnen, auch immer mit einem Namenszusatz genannt werden wollen. Die wollen sicherlich nicht lesen "Diese Nachricht spricht ... eine Lesbe" oder "Diese Meldung schrieb ..., der aus der Kirche ausgetreten ist". Das ist verständlich. Verständlich ist für mich nicht, warum man es dann bei Menschen tut, die in der Öffentlichkeit stehen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich eine genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 07.05.2016

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