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25.11.2017

 

 

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Das Künstlerduo „Les Deux Garçons“

Ausstellungen in Maastricht, Brüssel, Hamburg und Miami

Das erfolgreiche Künstlerduo „Les Deux Garçons“ aus der niederländischen Provinz Limburg wird in der aktuellen Ausstellung „Pure“ im Maastrichter Museum aan het Vrijthof mit dem vielsagenden Titel „am wenigsten niederländische Niederländer“ bedacht.

Doch auch das dort ausgestellte Werk „Tirer“ („ziehen“) – drei identische Kettenzug-Handgriffe von Toilettenspülkästen mit Beschriftung in niederländischer, französischer und deutscher Sprache – illustriert die grenzüberschreitende Arbeitsweise und Lebensform von Michel Vanderheijden van Tinteren und Roel Moonen.

Von ihrem Wohnhaus und Atelier in Landgraaf (Parkstad Limburg) aus ist der Rest der Welt im wörtlichen wie im übertragenen Sinne zum Greifen nah, und das wirft Früchte ab: Ihre aufsehenerregende Kunst wird international hoch geschätzt (und verkauft), für 2016 stehen weitere Ausstellungen zum Beispiel in Brüssel, Hamburg und Miami auf dem Plan. Damit ist die Ausstellung „Pure“ die letzte Möglichkeit, das Werk von Les Deux Garçons in ihrer limburgischen Heimat zu sehen.

Am richtigen Ort

Obwohl Vanderheijden van Tinteren und Moonen dank ihres großen Erfolgs sogar in internationalen Königs- und Adelskreisen verkehren, gilt ihre Begeisterung in erster Linie der Region, in der sie leben und arbeiten. Sie finden sogar, dass die besondere Lage von Landgraaf, dicht an der belgischen und der deutschen Grenze, ein wichtiger Grund für ihren Erfolg ist: „Von hier aus kommt man in ein paar Stunden überall hin, nach Brüssel, Paris, Düsseldorf, Köln, Antwerpen, ganz egal. Aachen und Hasselt liegen praktisch um die Ecke. Wir sprechen die Sprachen der Region, und das erleichtert uns den grenzüberschreitenden Kontakt“, so Vanderheijden van Tinteren. „Außerdem spiegeln sich die Einflüsse der verschiedenen uns umgebenden Kulturen und prachtvollen Städte in unserer Arbeit wider. Überall, wo wir hinkommen, kaufen wir Material, das uns inspiriert. Wir sind echte Kinder des internationalen Schmelztiegels der Provinz Limburg. Darüber sind wir sehr froh. Wir werden oft gefragt, ob wir nicht lieber in eine europäische Großstadt umziehen wollen, aber dort würde uns Limburg viel zu sehr fehlen. Wir schlagen gerne internationale Seitenpfade ein, aber Landgraaf ist der richtige Ort für uns.“

Botschaft

Oder, wie auf einem der Wandtexte in der Ausstellung „Pure“ zu lesen ist: „Deutsche Gründlichkeit, belgische Lebensfreude und die direkte Mentalität der Niederländer bilden den roten Faden für das Werk ‚Tirer‘“. Dies gilt jedoch ebenso gut auch für viele andere Werke von Les Deux Garçons, vornehmlich Gesamtkunstwerke aus Bronze, Objets trouvés, präparierte Tiere (häufig in Form von siamesischen Zwillingen, die wie eine Marke des Duos dafür stehen, dass jeder Mensch angeborene und erlernte Charaktereigenschaften hat) und Collagen, aber auch Performances, Bühnenbilder und Kostüme. Die von den beiden kreativen Köpfen geschaffenen Kombinationen sind oft ikonische, mitunter aber auch auf Widerstand treffende Bilder, besonders im Bereich Taxidermie. „Wir wollen niemals schockieren, sondern eine Botschaft vermitteln“, so Moonen. „Zum Beispiel, dass wir uns als Mensch immer weiter von der Natur entfernen. Warum schockiert uns eine Konservendose mit dem Auge eines Tieres darin, eine Dose mit Pastete aber nicht? Diesen Trigger wollen wir im Kopf des Betrachters auslösen.“ Vanderheijden van Tinteren ergänzt: „So steht zum Beispiel unser gekreuzigter Eisbär an der Mauer [ebenfalls in der Ausstellung „Pure“ zu sehen, die Red.] für die Erderwärmung, deren Opfer der Eisbär ist. Er trägt also die Sünden des Menschen, und das haben wir versucht, in ein Bild zu übersetzen.“

Eigene Religion

Eines der bekanntesten Werke von Les Deux Garçons ist die Pietà mit zwei Schimpansen (eine Reflexion der Pietà von Michelangelo). „Sie ist schlichtweg das Symbol für die Religion von Les Deux Garçons“, so Vanderheijden van Tinteren. „Wir sind in Limburg geboren und aufgewachsen, und natürlich wurden wir zuhause katholisch erzogen. Im Laufe der Zeit haben wir jedoch immer mehr an Darwins Evolutionstheorie geglaubt, und schließlich haben wir diese unterschiedlichen Einflüsse in einer eigenen ‚Religion‘ miteinander vereint.“ So entstand die Inspiration für das Werk, das einen sichtbar um einen verstorbenen Artgenossen trauernden Schimpansen zeigt. Dieses Werk könnten die Künstler nach eigenen Angaben regelmäßig verkaufen: Es ist offenbar populär, doch gleichzeitig auch intensiv. „Es ist eine unserer beeindruckendsten Arbeiten, daher können wir die Kontroverse, die sie umgibt, gut verstehen. Dies ist auch der Grund, warum das Werk erst im letzten Saal der aktuellen Ausstellung im Museum aan het Vrijthof gezeigt wird. Wahrscheinlich kann man es erst dann ertragen“, so Roel Moonen. Übrigens ist dieses einzige Exemplar der Pietà – genauso wie 80 % der anderen in der Ausstellung „Pure“ gezeigten Werke – eine Leihgabe, da sie vor einiger Zeit nach Baltimore verkauft wurde. Der repräsentative Überblick über das Werk des Künstlerduos ist noch bis zum 6. Juni 2016 im Museum aan het Vrijthof zu sehen. In der nicht weit entfernt liegenden Galerie DIS hängen gleichzeitig vierzig Collagen von Les Deux Garçons.

PURE

Die Anfang Mai 2016 eröffnete Ausstellung „PURE“ ist bereits jetzt, nach der Hälfte ihrer Dauer, mit gut 7.000 Besuchern ein „großer Erfolg für unser kleines Museum“, so Daphne Schrader, Mitarbeiterin im Bereich Marketing und Kommunikation im Museum aan het Vrijthof. „Wir sind sehr stolz auf die leidenschaftlichen und positiven Reaktionen unserer Besucher.“ Das Museum aan het Vrijthof ist ein privates Museum, das seit seiner Gründung 2012 stets auf der Suche nach dem Besonderen ist. Alle drei bis vier Monate wird eine neue Sonderausstellung gezeigt, häufig mit einem internationalen Charakter. Überraschende Kombinationen, ungewöhnliche Betrachtungswinkel und unkonventionelle Kooperationen stehen im Fokus. Auf diese Weise will das Museum einen echten Mehrwert für die Region, die Besucher und die Bewohner der Stadt darstellen.

Foto von Les Deux Garçons:
Bureau Strictua

 


Veröffentlicht am: 18.05.2016

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