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Morgengruß von Helmut Harff: Weltmeister

Nein, ich weiß das die EM vor der Tür steht

Wir freuen uns, wenn wir Weltmeister sind. Eher still freuen wir uns, wenn wir wieder einmal bestätigt bekommen, dass wir Exportweltmeister sind. Schon mehr berührt uns, wenn wieder einmal jemand errechnet hat, dass wir Reiseweltmeister sind. Grenzenlos ist der Jubel, wenn wir Fußball-Weltmeister sind.

Und wie ist es, wenn wir Umwelt-Weltmeister sind? Sind wir nicht? Stimmt, wären wir aber gern. Wir trennen Müll, vermeiden Verpackungen, verzichten auf Energie aus Atomkraftwerken, aus Kohle, Gas und Öl. Wir richten Öko- und Tempo-30-Zonen in den Städten ein und versuchen unseren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten.

Doch was passiert? Der Klimawandel wird durch uns nicht aufgehalten und wir haben einen riesigen ökologischen Fußabdruck. Denn schlussendlich ist uns die Umwelt egal. Wir wollen keine Windräder, wir wollen keine Stromtrassen, wir wollen freie Fahrt für freie Bürger, wir vollen keine Tempolimits, wir vollen keine vernünftigen Autos, wir wollen große Wohnungen, wir begrünen die Dächer unsere Garagen um in die für jedes Familienmitglied ein Auto zu stellen.

Wir verzichten jetzt auf Plastiktüten für unseren Einkauf  und finden uns toll. Doch dass wir die umweltzerstörenden Einkaufsbehälter nicht nur einmal, sondern x-mal verwendet haben, wird vergessen. Nun wird es diese Tüten bald nicht mehr geben und wir kaufen dafür wieder Mülltüten oder zum Transport solche aus Stoff. Die wandert dann jede Woche in die Waschmaschine. Hat mal jemand darüber nachgedacht, ob der Verzicht auf Platiktüten unseren ökologischen Fußabdruck nicht noch erhöht?

Ja, und dann sind wir ein Volk von Fahrradfahrern, die allerdings auf das Auto nicht verzichten wollen. Wir fahren nicht nur zu groß dimensionierte Autos, sondern auch Fahrräder, wie wir sie eigentlich gar nicht brauchen. Heute sind das Hightech-Geräte mit 24-Gangschaltung, Scheibenbremsen und einer Beleuchtung, wie wir sie vor noch gar nicht so langer Zeit nicht einmal am Auto hatten. Von den nicht wirklich umweltfreundlichen E-Bikes mal ganz zu schweigen.  Man sehe sich mal Fotos aus den 1920er Jahren an, auf denen Männer in die Fabriken strömten. Da ist kein Auto zu sehen, dafür aber unzählige Fahrräder. Die hatten keine Gangschaltung und dennoch fuhren damals mehr mit den Rad zur Arbeit als heute.

Wir wären so gerne Umweltweltmeister, doch irgendwie klappt das nicht. Da sind wir lieber Reiseweltmeister. Das belastet vor allem dann unsere Umwelt nicht sichtbar, wenn wir die schönste Zeit des Jahres im Ausland verbringen. Dort ist alles toll für uns hergerichtet, dort sind die Leute auch ohne Mindestlohn zu uns freundlich, dort schmeckt das Schnitzel ebenso gut wie zu Hause und dort müssen wir keine Müll trennen. Bis her ist auch noch niemand auf die Idee gekommen, dass wir unseren Müll wieder mitnehmen müssen. Ja, demnächst versauen keine deutschen Platik-Einkaufstüten mehr die Ozeane. Doch was ist mit all den Plastik-Sonnenölflaschen, mit all den Trinkflaschen, mit all den anderen Dingen, die wir so gern am Strand "vergessen"?

Es ist wirklich schwierig Umweltweltmeister zu werden. Und wir würden doch am heutigen Weltumwelttag so gern hören, dass uns dieser Titel zusteht.

Was bleibt? Hoffen wir auf die Jungs von Jogi Löw und darauf, das wir Europameister werden. Das wäre ja auch schon was.

Jetzt geht es in Garten frühstücken.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntags-Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 05.06.2016

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