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Morgengruß von Helmut Harff: Gott ist groß

... die Rufer längst nicht immer

Wer heute nicht nur einfach Straftaten verüben will, wer nicht nur Rauben, Brandschatzen und Morden will, der muss vor allem die richtigen Zeichen setzten, die richtige Parole drauf haben, um wirklich medial wahr genommen zu werden.

Die einen heben die Hand zum "Führergruß", schmieren Hakenkreuze an die Wand, rufen Deutschland den Deutschland und hängen zu Hause eine Reichskriegsflagge auf. Schon sind sie Rechtsradikale und bekommen ihren Platz in den Nachrichten und auf den Titelseiten. Ihre Taten werden von den Sicherheitsorganen sogar in einer eigenen Statistik geführt. Menschen, die andere Sprüche drauf haben und als die Guten gelten, gehen auf die Straße und sorgen für noch mehr Aufmerksamkeit.

Andere rufen - in welcher Sprache auch immer - Gott ist groß, bekennen sich zum IS oder zu sonstigen Vereinigungen, die wir auf die Liste der Bösen gesetzt haben, besuchen Extremisten-Internetseiten und stellen - so sie dazu in der lage sind - noch ein Bekennervideo ins Internet. Wenn sie wirklich brutal genug sind, erfahren selbst die Menschen in der Mongolei von ihren Taten. Der Höhepunkt ist, wenn sich sogar der UNO-Sicherheitsrat mit ihren Wahnsinnstaten befasst.

Nun sind Leute, die mit einem Spruch auf den Lippen Dinge tun, die man eben nicht oder gerade nicht tut, alles andere als ein heutiges Phänomän. Sicherlich riefen die arabischen Truppen schon bei der Eroberung des oströmischen Reiches "Allahu Akbar". Sicherlich riefen die Kreuzritter bei ihren Feldzügen zur Eroberung von Jerusalem "Gott ist groß". Mit diesem Spruch sind mit Sicherheit auch viele auf den Scheiterhaufen gestiegen.

Wer es nicht so mit Gott hat, der hat, will noch einmal Aufmerksamkeit erringen, einen anderen Ruf auf den Lippen. Augenscheinlich brauchen Menschen im Angesicht von Straftaten, von Morden und Amokläufen solche Sprüche, um sich selber Mut zu machen, um ihre Tat vor wem auch immer  - vor Gott? - zu rechtfertigen.

Die Öffentlichkeit, die Politiker, die Medien und sicherlich der eine oder andere "normale Bürger" reagieren heute vor allem schon dann reflezartig geschockt, wenn jemand bei seinen Taten "Allahu Akbar" oder "Deutschland den Deutschen" ruft. Doch wie würden wir beispielsweise reagieren, wenn der Polizistenmörder in Frankreich oder der Amokläufer von Orlando anderes gerufen hätte. Wie hätte Frankreich reagiert, wenn der junge Mann bei seinen Taten gerufen hätten "Frankreich ist groß" oder er hätte "Es lebe Präsident Hollande" gerufen? Was, wenn der Olando-Mörder mit dem Ruf "Wählt nicht Trump" um sich geschossen hätte? Was wäre, wenn das NSU-Trio bei seinen Taten immer eine Single mit dem Titel "Ein kleiner grüner Kaktus" hinterlassen hätte?

Wären wir dann genauso geschockt? Würde es dann Demos gegen den deutschen Schlager geben? Nein, wir würden diese Mörder für das halten, was sie immer waren, was sie sind und was sie immer sein werden - durchgeknallte Mörder. Und genau so sollten wir sie behandeln. Wir sollten Ihnen nicht diesen medialen Platz geben, um den es ihnen in den meisten Fällen geht. Damit machen wir diese Mörder viel größer als die armen Würstchen sind. Noch schlimmer, wir bereiten so - gewollt oder nicht - den Boden für weitere Morde, für Nachahmungstäter. Da sei, in welcher Sprache auch immer Gott vor.

Mein Spruch lautet jetzt wie jeden Morgen "Es lebe das Frühstück".

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 15.06.2016

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