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Highlight aus der DTM vor 30 Jahren

BILSTEIN blickt zurück

Mit der internationalen TCR ist seit kurzem endlich wieder eine wirklich seriennahe und bezahlbare Tourenwagen-Serie am Start. Einige der Rennen finden dabei sogar im prestigeträchtigen Umfeld der Formel 1 statt und bilden somit einen attraktiven Kontrast zur Königsklasse mit ihren High-Tech-Boliden. Dem Zuschauer bietet sich in der TCR ein besonders abwechslungsreiches Feld, in dem er Autos verschiedenster Marken und Typen wiederfindet.

BILSTEIN rüstet dort die Boliden von VW, SEAT, Alfa und Opel entsprechend dem Reglement mit 2-Wege-Dämpfern aus, die in Zug- und Druckstufe einstellbar sind. In ihrer Gesamtheit erinnert die Tourenwagenserie fast ein wenig an die frühe DTM, die 1986 aus der Deutschen Produktionswagen Meisterschaft hervorging. Sieger des Debütjahrs war ein echter Exot, den damals wie heute wohl nur die wenigsten auf dem Zettel hatten. Ganz im Gegensatz übrigens zu den verbauten BILSTEIN-Gasdruckstoßdämpfern, die wie bei der TCR bei zahlreichen Teams und Fahrzeugen Verwendung fanden.
 
Die bereits beschriebene Außenseiterrolle kommt natürlich nicht dem bis heute weltberühmten Kurt Thiim zu, der vor drei Dekaden drei von neun Rennen gewann und sich den Meistertitel holte. Gemeint ist vielmehr sein fahrbarer Untersatz – ein Rover Vitesse, also die sportliche Spitzenversion des kruden Rover SD1. In einem Feld, das gespickt war mit Mercedes 190 2.3-16, BMW 325i und 635 CSi, Opel Manta GSE, Ford Sierra XR4 Ti, Volvo 240 turbo und vielen weiteren Autos wirkte der Brite auf Anhieb fremd. Selbst dann, wenn man andere partizipierende Exoten wie den Ford Mustang, den Chevrolet Camaro oder den Nissan Silvia zum Vergleich heranzieht.
 
Das lag nicht nur daran, dass der schnelle Brite hierzulande im Straßenbild allenfalls in homöopathischen Dosen vertrieben war, sondern auch an seinem unkonventionellen Design und dem schlichten Alter der Konstruktion. Der SD1 trägt den Titel „Auto des Jahres 1977“ – muss man mehr sagen? Ach ja, als weiterer Hemmschuh wäre auch noch die hintere Starrachse zu erwähnen, die bei vielen Konkurrenz-Fahrzeugen längst einer Einzelradaufhängung gewichen war. Selbst der Vorgänger Rover P6 war in vielen Details moderner „gestrickt“. Doch in Verbindung mit einem solide gemachten Dämpfer-Setup inklusive BILSTEIN-Komponenten zeigte der Vitesse seinem meist deutlich jüngeren Umfeld noch einmal so richtig die Zähne.
 
Dieser Vergleich soll den genialen SD1, der als DTM-Bolide über 280 km/h Spitze lief und teilweise mehr als 350 PS leistete, in keiner Weise abwerten, sondern vielmehr zeigen, wie spannend, abwechslungsreich und voller Überraschungen die Tourenwagen-Szene vor 30 Jahren war. Auch die Seriennähe verblüfft: So waren im Cockpit des Rennwagens sogar noch die Edelholzverkleidungen zu finden. Und dann beweist der Sieg des Vitesse auch noch, was man seinerzeit allein mit einem guten Fahrer und einem gelungenen Fahrwerksetup bewirken konnte.

Immerhin hat Kurt Thiim den Briten gleich dreimal in einer Saison zum Sieg geprügelt – ein Zufallstreffer scheidet somit aus. Nach diesem grandiosen Höhepunkt seiner Karriere konnte der SD1 dann getrost in den Ruhestand treten: Noch im selben Jahr wurde er durch den moderneren, aber auch etwas beliebigen Rover 800 ersetzt. Kurt Thiim allerdings war noch eine lange und erfolgreiche Karriere beschieden.

Aber auch andere Namen der DTM-Saison 1986 sind uns bis heute im Gedächtnis: Joachim Winkelhock genauso wie etwa Roland Asch, Kurt König, Bernd Schneider oder Kris Nissen. Nur Volker Weidler, der mit seinem Mercedes 190E 2.3-16 damals hinter Thiim Zweiter wurde, geriet etwas in Vergessenheit.

 


Veröffentlicht am: 06.07.2016

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