Startseite  

30.04.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Lodz - Ein „Muss“ für Architekturliebhaber

Genussreisen in Polen



Mit rund 850.000 Einwohnern ist Lodz die zweitgrößte Stadt Polens, aber touristisch noch weitgehend unentdeckt. Sehr zu unrecht. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der rasante Aufstieg zu einem der bedeutendsten Textilzentren der Welt.

Lodz entwickelte sich zum "Manchester des Ostens". In kaum einer anderen europäischen Stadt lässt sich die Geschichte der industriellen Revolution besser ablesen wie in Lodz. Die Stadt entwickelt sich zunehmend zum Dienstleistungszentrum mit einer sehr aktiven Kulturszene.

Ein Markenzeichen der Lodzer Architektur sind die knapp z.T. schon umgenutzten Fabrikareale und über 160 Villen, die wohlhabende Textil-Fabrikanten im 19. und 20. Jahrhundert hier errichteten. Gleichzeitig entstanden auch Arbeitersiedlungen, große urbane Komplexe mit Apotheken, Schulen und anderen Einrichtungen. Für Architekturliebhaber, die nach Lodz kommen, ist eine Besichtigung der öffentlich zugänglichen Bauten auf jeden Fall ein “Muss”. An vielen der Anlagen nagt seit langem der Zahn der Zeit, einige aber wurden renoviert und beherbergen nun Museen.

Tourismusunternehmen bieten sehr interessante, mehrstündige Führungen mit diesem Themenschwerpunkt an. Besonders sehenswert ist die Residenz von Izrael Poznanski. Der Palast des Textilbarons ist mit prächtigen Möbeln, Musikinstrumenten, Spiegeln und Bildern ausgestattet. Mehrere Räume des Museums wurden zu Ehren Artur Rubinsteins eingerichtet. Sie enthalten Fotos, Auszeichnungen, Kleidungsstücke und andere persönliche Gegenstände des 1887 in Lodz geborenen Pianisten.

Zu besichtigen ist auch die Villa des Industriellen Karl Scheibler, in der heute das “Museum für Kinematographie” untergebracht ist. Ganz in der Nähe befindet sich die Lodzer Filmhochschule, zu deren Absolventen der Regisseur und Schauspieler Roman Polanski zählt. Dort werden während des Studienjahrs vom Oktober bis September jeden Abend bei freiem Eintritt Filme gezeigt.

In der zentralen Fußgängerzone der Stadt,  der Piotrkowska-Straße, kann man die Lodzer Version des amerikanischen “Walk of Fame” bewundern. Auf beiden Seiten des Bürgersteiges wurden sternförmige Bronzeplatten in den Boden eingelassen. Sie tragen die Namen bekannter polnischer Regisseure und Schauspieler, ein Stern für Roman Polanski ist natürlich auch vorhanden. Die Piotrkowska-Straße ist mit über 4 Kilometern Europas längste Handelsstraße und bekannt für ihre unzähligen Cafés, Bars und gemütlichen Restaurants. Durch die zahlreichen Stadtpalais und schönen Geschäftshäuser ist sie  zugleich auch die schönste Straße der Stadt.

Lodz ist ein multikulturelles  Geschichtsdenkmal. Ehemalige Industriegelände und bedeutende Friedhöfe stehen unter Schutz. Die  Industrielandschaft von Lodz  wurde kürzlich zum nationalen Geschichtsdenkmal Polens erklärt. Die vom polnischen Präsidenten unterzeichnete Verordnung führt fünf bedeutende architektonische Ensembles der vergleichsweise jungen Stadt auf, die gemeinsam für das multikulturelle und postindustrielle Stadtbild stehen.

Lodz  hatte sich im 19. Jahrhundert innerhalb kurzer Zeit vom Dorf zur Textilmetropole entwickelt. Bis zum Zweiten Weltkrieg bestimmten Juden, Polen, Deutsche und Russen ihr Antlitz. Nach 1945 entwickelte sich Lodz  zum bedeutendsten Zentrum der polnischen Filmwirtschaft. Das nationale Geschichtsdenkmal umfasst so unterschiedliche Objekte, wie die Fabrik- und Residenzkomplexe der Industriellen Izrael Poznanski, Ludwig Geyer und Karl Wilhelm Scheibler, die Flaniermeile  Piotrkowska mit dem Platz Wolnosci sowie den alten christlichen Friedhof mit einem katholischen, evangelischen und orthodoxen Teil. Mit dem Neuen Jüdischen Friedhof gehört auch die größte jüdische Nekropole Europas zum neuen Geschichtsdenkmal.

Die Liste des Geschichtserbes umfasst auch das Hotel andel's. Das Designhotel mit Pool auf dem Dach des eindrucksvollem Fabrikgebäudes entstand auf dem Gelände der einstigen Textilwarenfabrik von Izrael Poznanski und wurde bereits mit mehreren renommierten Auszeichnungen bedacht.

Der innerstädtische Fabrikkomplex wurde zum modernen Kultur- und Handelszentrum manufaktura umgewandelt. Auf dem Gelände befinden sich auch das Museum für Zeitgenössische Kunst ms2, das Städtische Museum sowie ein Museum zur Geschichte der Anlage. Der revitalisierte Gebäuden-Komplex der ehemaligen aus mehreren Abteilungen bestehenden Textilfabrik, die im 19. Jh. von dem Unternehmer - Israel Poznanski gebaut wurde, ist heute einer der wertvollsten post-industriellen Objekte in Polen. Revitalisiert wurden: Spinnerei, zwei Webereien, Färberei, Bleicherei mit Appreturabteilung, Druckerei, Gießerei, Gas- und Elektokraftwerk.

Das Einkaufs- und Unterhaltungszentrum Manufaktura bietet den Besuchern: Cinema City Orange ? IMAX, Museum der Fabrik, Museum der Stadt Lodz in Poznanski-Palast, Kunstmuseum, für die Jüngsten - Experimentarium und Kinderplaneta, und eine Kletterwand, Kegelbahn und die Dutzende Kultur- und Unterhaltungsveranstaltungen. Nicht zuletzt kann der Besucher hervorragende Küche und gute Biere in den zahlreichen Restaurants auf dem Areal der Manufaktura genießen (besonders hervorzuheben sind dabei die Restaurants des Hotels andel's by Vienna House und das Lokal Galicja, in dem Küche aus dem Gebiet des ehem. östereichischen Kronland Galizien auf hohem Niveau geboten wird.

Im Zentrum „Off Piotrkowska“ in einer Seitenstraße der Flaniermeile Piotrkowska, einer ehem., 1889 erbauten Baumwollfabrik, ist ein inzwischen sehr angesagter Inplace entstanden. Hier haben Kreative Design-, Foto- und Architekturbüros ihren Sitz, Cafés, ein Musikclub und Restaurants ziehen junge Besucher an.

Jedes Jahr im Oktober  findet in Lodz „Light Move Festival“ statt, während dessen die Gebäude in der zentralen Fußgängerzone unter Musikbegleitung mit Laser und 3 D Mapping bespielt werden. Im Dezember findet das Internationale Filmkunstfestival CAMERIMAGE statt. Es ist das weltweit größte Treffen der Kameramänner, Filmemacher, Studenten, die an Workshops teilnehmen, und Filmfans aus der ganzen Welt. Die Lodzer Theater gehören zu den besten in ganz Polen.

Das Große Theater (poln. Teatr Wielki) organiesiert seit vielen Jahren das Internationale Balletttreffen (poln. Międzynarodowe Spotkania Baletowe). Das Powszechny Theater ist für das Festival der Angenehmen und Unangenehmen Künste bekannt, sowie Studententheater für zahlreiche Vorstellungen der zeitgenössischen Dramaturgie. Das sich des internationalen Rufes erfreuende Zentrale Textilmuseum (poln. Centralne Muzeum Włókiennictwa) veranstaltet jährlich den Wettbewerb „Triennale des Kunststoffs” (poln. Triennale Tkaniny Artystycznej).

Quellennachweis und Informationen zur Stadt unter:
www.turystyczna.lodz.pl
www.lodzkie.travel
www.manufaktura.com

Allgemeine Informationen über Reisen nach Polen gibt es beim Polnischen Fremdenverkehrsamt.

Text und Fotos: Jörg Raach

 


Veröffentlicht am: 11.07.2016

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Logo yorxs

 

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| Geld & Genuss
| gentleman today
| Frauenfinanzseite
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| geniesserinnen.de
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit