Startseite  

23.10.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Sturz vom Kamel

Es gibt kein Schmerzensgeld

Wenn ein am Zügel geführtes Kamel mit einem Touristen auf dem Rücken plötzlich scheut und den Reiter abwirft, haftet der Reiseveranstalter nicht auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) das Amtsgericht München. Hat das Tier gescheut, ohne dass der Kamelführer etwas dagegen hätte tun können, kann der Urlauber keine Forderungen stellen.

Hintergrund


Das im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) niedergelegte Reiserecht gibt Urlaubern viele Möglichkeiten an die Hand, von ihrem Reiseveranstalter Entschädigungen zu erhalten, wenn vor Ort etwas schief geht. Bei Verletzungen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, vom Verantwortlichen Schmerzensgeld zu fordern. Grundsätzlich muss ein Reiseveranstalter dabei für Fehler der Menschen am Urlaubsort einstehen, die in seinem Auftrag Leistungen erbringen – sei es der Hotelier oder ein Kamelführer in der Wüste.

Der Fall: Ein Münchner hatte für 589 Euro eine knapp zweiwöchige Ägyptenreise mit Nilkreuzfahrt gebucht. Vor Ort buchte er noch einen Landausflug dazu, zu dem auch ein Ausritt auf einem Kamel gehörte. Hier kam es zu einem Unfall: Das Kamel stolperte, scheute und stellte sich mit den Vorderbeinen auf. Der Urlauber stürzte zu Boden. Er erlitt dabei einen Rippenbruch mit Thorax-Prellung. Zu allem Übel ging auch noch seine Kamera kaputt. Die ärztliche Versorgung im örtlichen Krankenhaus kostete 13 Euro. Der Urlauber verklagte nach der Rückkehr seinen Reiseveranstalter. Er habe sich während zwei Dritteln der Reisezeit vor Schmerzen kaum bewegen und auch keinen Sport – wie etwa Tauchen – ausüben können. Er habe damit seine Urlaubszeit nutzlos aufgewendet. Er forderte 3.378 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Das Urteil: Das Amtsgericht München (Urteil vom 24.06.2015, Az. 111 C 30051/14) wies die Klage ab. Nach Informationen des D.A.S. Leistungsservice sah das Gericht hier kein Verschulden des Kamelführers. Das Kamel sei ohne ersichtlichen Grund und unvorhersehbar gestolpert und habe gescheut. Es sei nicht ersichtlich, was der Kamelführer hätte tun oder lassen können, um dies zu verhindern. Der Unfall sei allein der Gefahr zuzuschreiben, die von dem Tier selbst ausging – und dafür müssten weder der Kamelführer noch der Reiseveranstalter haften.

 


Veröffentlicht am: 12.07.2016

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit