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Morgengruß von Helmut Harff: Was nun

... frage ich mich

Eigentlich wollte ich mich heute der Thematik der Haustiere widmen. Die sind in jedem Jahr in der Urlaubszeit ein Problem. Doch angesichts des neuerlichen Terroranschlages in Frankreich mit mehr als 80 Toten sind mir Hund und Katze ziemlich schnurz egal. Denen kann ich mich immer noch hinwenden. Wer das anders sieht, wer meint, dass die armen Tiere wichtiger sind, als die Terroropfer, der ist nicht besser, als der mörderische LKW-Fahrer von Nizza.

Ja, Nizza und der Terror. Ich bekam gestern eine Einladung zu einer Pressereise nach Marokko. Toll war mein erster Gedanke. Der zweite war weniger euphorisch. Marokko? Gab es da nicht Terroranschläge? Ist es dort nicht gefährlich? Kann, ja darf man da überhaupt hinreisen? Kann, soll man über Marokko als touristisches Reiseziel überhaupt schreiben? Kann man es vertreten, Marokko Reisenden als Urlaubsziel schmackhaft zu machen? Viele Fragezeichen.

Heute früh dann die schockierende Meldung aus Nizza. Ein Verrücker - für mich sind alle Terroristen verrückt - ermorderte mehr als 80 Menschen. Nizza, da fliege ich im Oktober hin. Komisch, als ich den Flug in die französiche Stadt buchte, kamen mir keine Bedenken. Das ist doch Frankreich. Hallo, gab es nicht viel mehr Anschläge in Frankreich als in Marokko oder in anderen südlichen Mittelmeerstaaten oder der Türkei? Wieso mache ich mir Sorgen um eine Reise nach Marokko, fliege aber nach Frankreich, fahre nach London oder Brüssel? Auch da gab es wie in Spanien terroristische Anschläge mit vielen Toten und Verletzten.

Ich weiß nicht, warum ich Europa für sicherer halte, als andere Ecken der Welt? Ist das europäische Überheblichkeit? Bin ich auch von Medien so manipuliert worden, dass ich nicht nach Marokko, aber sehr gern nach Frankreich fahren würde? Ich weiß es nicht, doch wie ich spontan reagiere, das macht mir Angst. Mir machen meine augenscheinlich vorhandenen Vorurteile Angst. Die Vorurteile gelten beispielsweise Menschen aus den sogenannten Maghreb-Staaten. Doch trifft das nicht die falschen? Wie heute immer wieder im Radio betont wird, handelt es sich bei den meisten in Europa "aktiven" Terroristen um Menschen, die hier leben, die hier lieben, arbeiten, studieren. Doch soll ich jetzt Vorurteile gegen alle haben, denen man ihren sogannten Migrationshintergrund unterstellt?

Das kann und darf nicht sein. Es wäre auch völlig unsinnig. Genauso unsinnig ist, den zumeist jüngeren Terroristen zu unterstellen, dass sie am Rande der Gesellschaft leben, dass sie gesellschaftlich abgehängt wurden. Die Attentäter vom 11. September in den USA waren beispielsweise Studenten. Wer würde nun Studenten als gesellschaftlich abgehängt bezeichnen? Wenn man zurück denkt, war zumindest die erste Generation der RAF - den deutschen Terroristen - auch alles andere als gesellschaftlich abgehangen. Ich hörte heute im Radiokommentar die Deutung, dass es sich bei den Terrorristen um Menschen handelt, die sich hier nicht zuhause fühlen. Das könnte ich unterschreiben.

Ja und nun? Mein Opa erzählte mir mal, dass die Soldaten im Ersten Weltkrieg davon überzeugt waren, dass nie eine Granate dahin fallen würde, wo schon eine zuvor explodiert ist. Das war sicherlich Zweckoptimismus. Zu dem neige ich nicht. Ich will mich aber auch nicht im Luftschutzkeller oder auf dem Land verstecken. Also werde ich den Flug nach Nizza nicht stornieren und heute meine Unterlagen für die Marokkoreise mailen.

Doch nun frühstücke ich erst einmal. Meine Gedanken kreisen ganz sicher noch eine Weile um das Thema Terror.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 15.07.2016

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