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Morgengruß von Helmut Harff: Wau und Miau

Die armen Kreaturen

Haustiere gehören zu unserem Leben seit Menschengedenken. Wir brauchen die Tiere. Wir brauchen Sie zu unserer Ernährung, zu unserem Schutz und zu unserem Vergnügen. Klar, wir Menschen essen - allen veganen Tendenzen zum Trotz - Fleisch. Das ist in unserer Natur so vorgesehen. Klar, wir Menschen schützen uns und unser Eigentum auch mit Tieren. Klar auch, wir Menschen brauchen die Arbeitskraft von Tieren. Augenscheinlich brauchen wir auch Tiere zu unserem Vergnügen.

Gerade in der Urlaubszeit zeigt sich immer wieder, dass wir für unsere lebenden Fleischdepots, für unsere Arbeits- und Schutztiere Vorsorge treffen. Niemand bindet sein Pferd, seine Kuh oder sein Huhn an eine Laterne oder schafft sie in ein Tierheim. Anders sieht es immer wieder bei den Tieren aus, die wir für unser Vergnügen halten. Wenn die - wie beispielsweise in der Urlaubszeit - stören, werden sie in Tierheime abgeschoben oder einfach ausgesetzt. Wie viele Tiere einfach ihrem Schicksal überlassen oder getötet werden, dass weiß wohl niemand.

Dennoch schaffen sich Jahr für Jahr unzählige Menschen nie gezählte Tiere zu ihrem Vergnügen an. Daran hat sich bisher noch kein Tierschützer wirklich gestoßen. Das, obwohl die meisten dieser Tiere alles andere als artgerecht gehalten werden. Viele Tiere werden vermenschlicht, viele dienen als Kind- und Partnerersatz. Man putzt die Tiere raus, bringt ihnen Kunststücke bei, ernährt sie eher tierungerecht. Man stellt die Tiere aus, will Pokale, will für seine Vergnügungstiere gelobt und bewundert werden. Diese Tiere werden in viel zu vielen Fällen nur für das eigene Ego gehalten.

Vergnügungs-Haustiere sind nicht nur überflüssig, sie sind auch teuer. Selbst ein Meerschweinchen soll im Jahr 180 Euro kosten. Bei größeren Hunden geht man von 1.000 Euro aus - pro Jahr. Viel Geld, dass nicht nur Menschen aufwenden, die es übrig haben. Ich beobachte immer wieder, dass Menschen, die den Euro zwei- und dreimal umdrehen müssen, sich Haustiere gönnen. Ich frage mich, wie ein Hartz-IV-Empfänger, wie Menschen in präkeren Arbeitsverhältnissen, wie Menschen mit niedrigen Renten sich beispielsweise Hunde leisten können. Wer oder was bleibt da auf der Strecke?

Ich bin der wahrscheinlich nicht so gut ankommenden Ansicht, dass, wer sich ein Haustier hält, nicht am Existenzminimum lebt. Der hat für sein Tier hoffentlich noch einige oder viele Euro übrig. Nimmt man mal einen Hund, so kostet der im Schnitt über 40 Jahre runde 40.000 Euro. Ein stolze Summe, mit der man beispielsweise für sein Alter vorsorgen könnte.

Nun höre ich wieder einmal, dass ein Haustier dafür sorgt, dass Kinder Verantwortung übernehmen, dass sich alleinstehende Menschen eben nicht alleine fühlen. Ich höre auch, dass Haustiere dafür sorgen, dass sich sein Halter bewegt, sich um etwas Lebendiges kümmert. Ich höre außerdem, dass diese Art von Haustieren einfach interessant sind. Ehrlich, das kann ich nicht mehr hören. Braucht es ein Hamster, eine Ratte oder ein Meerschweinchen, damit ein Kind lernt, Verantwortung zu übernehmen? Gibt es da nichts tierfreundliches? Wer allein ist, braucht aus meiner Sicht weder Hund noch Katze, er braucht Menschen, mit denen er reden kann, für die er dasein kann, die für ihn da sind. Tiere als Ersatz für menschliche Kontakte, für menschliche Zuwendung - wie traurig ist denn das? Wenn die Menschen wirklich so allein sind, dann stimmt einfach mit uns, mit unserer Gesellschaft etwas nicht.

An meinem Frühstückstisch sitzen auch einige Tiere: Da fliegt ein Falter, da sind einige Wespen, eine Hummel und der "Hausspatz", die mich immer wieder beim Frühstück besuchen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 16.07.2016

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